Belgrad Mocsais Missgeschick trifft Deutschland

SEB 26.01.2012

Noch eine Sekunde war in der Handball-Partie gegen Kroatien zu spielen, als ein ungarischer Spieler beim Stand von 24:24 traf. Doch statt den Siegtreffer zu pfeifen, zeigten die Schiedsrichter Richtung ungarische Bank. Dort hatte Trainer Lajos Mocsai nämlich eine Auszeit genommen - und das eine Sekunde vor dem entscheidenden Tor seines Teams. Der Treffer zählte nicht.

Statt die zwei Punkte zu feiern, gab es eine kurze Besprechung der Ungarn, die aber nichts einbrachte. Der letzte Wurf fand nicht sein Ziel. Diese Szene ist für die deutschen EM-Handballer ganz bitter, denn durch Mocsais Missgeschick bleiben die Slowenen, die um die Olympia-Qualifikation kämpfen, in der Hauptrundengruppe II vor Ungarn - die deutschen Hoffnungen auf das Ticket für London 2012 sind dahin.

Genauso bitter ist der 22:19-Sieg Mazedoniens gegen Gastgeber Serbien. Dadurch sind Deutschland, Mazedonien und Polen punktgleich (alle fünf Zähler). Entscheidend über die Platzierung ist nun das Torverhältnis im direkten Vergleich dieser drei Mannschaften. Da Deutschland mit einem Tor gegen Mazedonien gewann (24:23), aber mit einem Tor gegen Polen verlor (32:33), hat das Team von Martin Heuberger eine Tordifferenz von null. Mazedonien hat 27:25 gegen Polen gewonnen (plus zwei Tore), gegen Deutschland verloren - macht in der Summe eine Differenz von plus eins. Polen hat folglich eine Differenz von minus eins.

Somit hat Mazedonien die Deutschen überholt und ist Gruppendritter. Polen wird Fünfter.