Frisch Auf Frisch Auf ist mit Topteams auf Augenhöhe

Frisch-Auf-Neuzugang Allan Damgaard (links) brillierte beim Vorbereitungsturnier in Ehingen als Ideen- und Taktgeber. Immer wieder setzte der Däne seine Mitspieler geschickt ein.
Frisch-Auf-Neuzugang Allan Damgaard (links) brillierte beim Vorbereitungsturnier in Ehingen als Ideen- und Taktgeber. Immer wieder setzte der Däne seine Mitspieler geschickt ein. © Foto: Eibner
Von Wolfgang Karczewski 14.08.2017
Die Göppinger Bundesliga-Handballer haben sich beim Vorbereitungsturnier in Ehingen teuer verkauft und belegten am Ende den vierten Platz. Vor allem in der Offensive überzeugte das Team.

Drei Mal mindestens 30 Tore geworfen, aber auch drei Mal mehr als 30 kassiert: Dem Offensivfeuerwerk von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen beim Vorbereitungsturnier um den Sparkassen-Cup in Ehingen stand auf der anderen Seite eine nachlässige Defensivleistung gegenüber. Dies lag jedoch nicht nur an den Abwehrspielern, sondern vor allem an den schwachen Torhüterleistungen von Primoz Prost und Daniel Rebmann. Nach einem 34:33 (15:13)-Erfolg über Champions-League-Teilnehmer RK Zagreb, einer 33:35 (17:18)-Niederlage gegen die „Weltauswahl“ von Telekom Veszprem und einer 30:32 (14:21)-Niederlage gegen Klub-Weltmeister Füchse Berlin sprang am Ende Platz vier bei dem hochkarätig besetzten Turnier heraus.

Mit diesen Ergebnissen belegten die Göppinger, dass sie mit den Branchenriesen durchaus mithalten können. Entsprechend zufrieden über den Stand der Vorbereitungen zeigte sich Neuzugang Allan Damgaard. „Es geht besser und besser“, strahlte er, „das, was wir im Training in vielen kleinen Schritten üben, können wir jetzt systematisch im Spiel einbringen und in Resultate umsetzen“, freute er sich.

Vor allem in der Partie gegen den ungarischen Seriensieger und mehrfachen Teilnehmer am Champions-League-Final-Four, Telekom Veszprem, zeigten die Mannen von Trainer Magnus Andersson trotz der knappen Niederlage eine beherzte Vorstellung. Im Angriff setzte Spielmacher Damgaard in der ersten Hälfte seine Mitspieler immer wieder geschickt in Szene. Im zweiten Durchgang glänzten Damgaards Pendant Tim Kneule und Rückraumshooter Daniel Fontaine mit zahlreichen Toren aus der Distanz. Dennoch setzten sich die Magyaren, die mit 20 Spielern angereist waren, am Ende dank ihrer individuellen Klasse durch.

Nicht nur bei Damgaard, sondern auch bei den weiteren Neuzugängen Joscha Ritterbach, Jacob Bagersted und Kresimir Kozina läuft es derzeit rund. Gegen Zagreb und Berlin überzeugte Linksaußen Ritterbach als abwehrstarker und extrem schneller Mann. „Er ist ein toller Spieler, ein kleiner Terrier. Wenn er so weiter macht, ist er eine große Konkurrenz für Marcel Schiller“, lobte Coach Andersson den 23-Jährigen. Dieser freute sich über das Kompliment. „Es ist schön, das zu hören“, sagte Ritterbach, „ich versuche immer, im Training und im Spiel mein Bestes zu geben. Allerdings machen es mir die Jungs auch einfach“, bemerkte er.

Neu-Kreisläufer Bagersted sieht nach den starken Auftritten in Ehingen allerdings noch Steigerungspotenzial. „Es gibt immer Sachen, die wir verbessern können, aber dafür trainieren wir auch hart. Wir glauben an uns und haben eine sehr starke Mannschaft“, ist der Däne überzeugt.

Lediglich die erneute Verletzung von Linkshänder Marco Rentschler trübt die Stimmung bei den Grün-Weißen. Er hatte sich vor einigen Tagen eine Innenband-Zerrung im linken Knie zugezogen. „Leider ist er wieder verletzt. Wir wissen bei ihm nicht, wie schlimm es ist“, zeigt sich Trainer Andersson ratlos. Beim Spiel um Platz drei gegen Liga-Konkurrent Füchse Berlin kam ein weiterer Verletzter hinzu: Linkshänder Adrian Pfahl musste gegen Ende der ersten Hälfte mit einer Platzwunde am Ellbogen vom Platz. Doch im Gegensatz zu Rentschler dürfte der Routinier wieder bald auf der Platte stehen.

Frisch Auf gegen RK Zagreb: Prost, Rebmann (n.e.); Kneule (3), Ritterbach (4), Damgaard (2), Heymann (1), Bagersted (4), Sesum (3), Fontaine, Schiller (8/4), Pfahl (4), Halén (1), Schöngarth (3), Kozina (1).

Frisch Auf gegen Veszprem: Prost (31.-60.), Rebmann; Kneule (7), Ritterbach, Damgaard, Heymann (1), Bagersted (2), Sesum (1), Fontaine (7), Schiller (8/5), Pfahl (1), Halén (3), Schöngarth, Kozina (3).

Frisch Auf gegen Füchse Berlin: Prost (1.-17.), Rebmann; Kneule (4), Ritterbach (3), Damgaard (1), Heymann (1), Bagersted (5), Sesum (1), Fontaine (2), Schiller (5/5), Pfahl (2), Halén, Schöngarth (4), Kozina (2).