Mit Schwung zurück ins Oberhaus der Liga

RONALD MAIER 29.09.2012
GWD Minden gehört zu den Traditionsclubs in der Handball-Bundesliga. Nach zweijähriger Abstinenz sind die Westfalen wieder aufgestiegen.

Als im Sommer 1977 die eingleisige Handball-Bundesliga eingeführt wurde, gehörte der Klub aus Minden zu den Gründungsmitgliedern. Bis 1985 war er unter dem Namen des Mindener Stadtteils als TSV Grün-Weiß Dankersen aktiv. Die erste Saison sollte bis heute die erfolgreichste Spielzeit bleiben, damals beendete man die Saison als Dritter.

In den folgenden Jahren fanden sich die Ostwestfalen mit wechselnden Platzierungen meist im Mittelfeld wieder. Gerade in den 80er Jahren waren zeitweise aber auch die Ziele größer als die finanziellen Möglichkeiten. So geriet der Verein zwischenzeitlich in Schieflage und muss seither Altlasten abbauen.

Es folgte die Umbenennung in TSV GWD Minden und damit die Fokussierung auf die überregional bekanntere Kreisstadt. In der Saison 2004/05 wagte man sogar den Umzug in die niedersächsische Landeshauptstadt und trat zwischenzeitlich als GWD Minden-Hannover an. Es blieb allerdings beim Versuch, der Traditionsklub sollte nicht in der Großstadt ankommen.

Eng verbunden ist die jüngere Mindener Geschichte mit Horst Bredemeier. Der rührige Manager war bereits Nationaltrainer der Herren-Nationalmannschaft, ist Vizepräsident des Deutschen Handballbundes und hat in Minden großen Anteil an der Sanierung des Handball-Bundesligisten.

Doch auch er konnte 2010 den Abstieg nicht verhindern, auch durch die strikte Umsetzung des Sanierungskurses hatte man im Abstiegskampf das Nachsehen. Zwei Jahre zuvor war man mit einem überraschenden Auswärtssieg am letzten Spieltag bei der SG Flensburg-Handewitt dem vermeintlich unvermeidbaren Abstieg noch entronnen.

Obwohl die Mindener eigentlich sofort wieder aufsteigen wollten, dauerte es am Ende zwei Jahre bis zur Rückkehr ins Oberhaus. GWD Minden konnte sich auch in Zweitliga-Zeiten auf die Treue der Sponsoren und Fans verlassen, der Etat musste trotz des Abstieges nur geringfügig reduziert werden.

So war es den Mindenern auch möglich, mit Dalibor Doder einen Ausnahmespieler zu verpflichten. Der 33-jährige schwedische Nationalspieler gewann erst im Sommer bei den Olympischen Spielen in London die Silbermedaille für sein Land. Der derzeit noch verletzte Spielmacher hatte großen Anteil am letztjährigen Aufstieg und soll das Team auch in der ersten Bundesliga führen. Die Reise nach Göppingen hat der Führungsspieler wegen seines Muskelfaserrisses allerdings erst gar nicht angetreten, heißt es aus Minden.

GWD Minden hat von allen Aufsteigern noch die besten Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen. Für die Ostwestfalen wird es vor allem darauf ankommen, die Heimspiele gegen die direkten Konkurrenten zu gewinnen.