Handball Mayerhoffer macht es möglich

Voll engagiert am Spielfeldrand: Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer, der seine Akteure während der Partie ständig mit neuen Hinweisen versorgte.
Voll engagiert am Spielfeldrand: Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer, der seine Akteure während der Partie ständig mit neuen Hinweisen versorgte. © Foto: Eibner
Göppingen / Harald Betz 25.08.2018

Es war ein Wort mit der Wucht eines gewaltigen Sprungwurfs, aber Hartmut Mayerhoffer benutzte es  als Liebeserklärung: „Jeder meiner Spieler war ein Mentalitätsmonster“, lobte der neue Trainer von Frisch Auf Göppingen nach dem 21:18-Heimsieg über die favorisierten Füchse Berlin seine Schützlinge für 60 Minuten voller Leidenschaft auf dem Parkett der EWS-Arena. Überglücklich sei er, gestand der 49-jährige Augsburger nach seinem Einstand nach Maß unter den Augen des kritischen Frisch-Auf-Publikums und schob noch einen Satz an die 4100 Zuschauer nach: „Großen Dank an diese Halle, die zu diesem Erfolg beigetragen hat.“

„Das war der Plan, besser geht es nicht“, reihte sich Gerd Hofele in die Schar der Mayerhoffer-Gratulanten ein, dem Frisch- Auf-Geschäftsführer war die Erleichterung nach dem Erfolgserlebnis anzusehen. Nach einer turbulenten letzten Saison mit zwei Trainerwechseln hatte der Manager viele unbequeme Fragen zu beantworten. Zudem schrumpfte der Etat für die neue Runde, der Zuschauerschwund soll ein Ende haben. Mit Spielen wie gegen Berlin leistet die Mannschaft dazu einen großen Beitrag. Zwar lief spielerisch noch lange nicht alles rund, doch die Fans feierten ein sich aufopferndes Kollektiv, das sich für seinen großen Einsatz mit den ersten beiden Punkten belohnte.

Christian Schöne, Sportlicher Leiter der Göppinger, erlaubte es sich anschließend, zwei Spieler herauszuheben: Primoz Prost mit seinen spektakulären Paraden und den vielen Zuschauern zuvor unbekannten  Neuzugang Ivan Sliskovic, sechsfacher Torschütze „mit kaum Fehlern, Ruhe und Souveränität“, von dem Mayerhoffer sagt, dass er noch nicht bei hundert Prozent sei. Prost, in der vergangenen Runde immer wieder Zielscheibe von Kritikern, gab das Lob schnell weiter: „Unsere Abwehr war richtig gut und aggressiv, so wollen wir auch weiterhin auftreten. Dafür haben wir trainiert.“ Abwehrchef Jacob Bagersted, der mit großer körperlicher Präsenz fast jede Berliner Angriffsidee im Keim erstickte, stellte die Mannschaft in den Mittelpunkt: „Das war eine Teamleistung von uns, wir haben heute große Coolness gezeigt.“

Auf der Gegenseite musste sich Trainer Velimir Petkovic nach dem hitzigen Duell, das ihm auch eine Zeitstrafe eingebracht hatte, erst runterkühlen. Seinen heftig von Verletzungsausfällen gebeutelten Berlinern habe die Qualität gefehlt, seine übrig gebliebenen Leistungsträger hätten unter ihrem Niveau gespielt. „Wir wissen jetzt, wo wir stehen, und müssen viel arbeiten“, so der ehemalige Frisch-Auf-Coach, der den Göppinger Sieg als „hochverdient“ bezeichnete. Seine Spieler hatten längst die EWS-Arena mit hängenden Köpfen verlassen, Kreisläufer Erik Schmidt hatte klargestellt: „Mit 18 Toren gewinnst Du in Göppingen keinen Blumentopf, wir haben gegen die Deckung und Primoz Prost keine Mittel gefunden.“

Die Blumen wurden auf der anderen Seite in Form von reichlich Beifall verteilt – das zufriedene Publikum stand auf den Rängen während der Spieler-Ehrenrunde anerkennend Spalier.  

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