Göppingen Maria Kiedrowski und ihr Weg zu Frisch Auf

Maria Kiedrowski war in der Vergangenheit häufig von Verletzungen geplagt. Jetzt will sie ihre Leistung steigern.
Maria Kiedrowski war in der Vergangenheit häufig von Verletzungen geplagt. Jetzt will sie ihre Leistung steigern. © Foto: Eibner
Göppingen / ANDREAS BÖHRINGER 21.03.2014
Maria Kiedrowski ist in ihrem dritten Jahr beim Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, doch die wieselflinke Außenspielerin konnte verletzungsbedingt nicht immer ihr ganzes Repertoire zeigen.

"Eine Freundin brachte mich zum Handball", erzählt Maria Kiedrowski vom Bundesligisten Frisch Auf Göppingen von den Anfängen, "damals war ich sieben." Drei Jahre war sie für BSC Victoria Naunhof, einem kleinen Verein vor den Toren Leipzigs, aktiv. Mit zehn Jahren ging es zum HC Leipzig, wo die Rechtshänderin fortan die Talentschmiede des Renommierclubs durchlief und eine fundierte handballerische Ausbildung genoss.

Einher mit dem Wechsel ging der Übergang an die angekoppelte Sportschule: "Wir haben jeden Tag trainiert", erklärt sie, "die Schule war sehr kulant, alles war stark auf den Sport abgestimmt, beispielsweise war das Abi auf drei statt zwei Jahre gestreckt."

Handball machte ihr Spaß, dennoch bewertet sie diese Jahre im Rückblick mit gemischten Gefühlen: "Es gibt Vor- und Nachteile, aber es war sehr stressig und zeitlich anspruchsvoll. Ich glaube, ich würde nicht mehr auf eine Sportschule gehen."

In diese Zeit fällt allerdings jenes Erlebnis, das sich am nachhaltigsten in ihr Gedächtnis einbrannte: "Es gab Schulmeisterschaften zwischen den Sportschulen, hier haben wir deutschlandweit gewonnen", berichtet die 1,65 Meter große Linksaußen, "wir nahmen dann an der Schüler-EM 2004 in Ungarn teil. Da haben wir auch gewonnen. Es war wahnsinnig toll, vor 3000 Zuschauern zu spielen."

Auch beim HCL durfte die 1988 in Grimma geborene Kiedrowski wiederholt vor großer Kulisse auflaufen, was immer ein sehr schönes Erlebnis war: "Die zwei Meistertitel mit Leipzig waren super und vor allem auch das EHF-Pokalfinale 2009, als wir von 7500 Fans unterstützt wurden."

Nach über einem Jahrzehnt beim HCL führte der Weg unter den Hohenstaufen. "Einen richtigen Vereinswechsel kannte ich bis dahin nicht. Es war ein schwieriger Schritt, spannend und eine Herausforderung", sagt Maria Kiedrowski über ihre ersten Wochen und Monate an neuer Wirkungsstätte, "aber es war dann relativ einfach und ich bin gut zurechtgekommen. Ich bin offen und habe schnell Leute kennen gelernt."

Sportlich konnte die sprunggewaltige Außenspielerin, deren Spielweise für schnelle Gegenstöße prädestiniert ist, ihr großes Potenzial jedoch nur sporadisch zeigen, denn die Nummer 19 der Grün-Weißen wurde immer wieder von Verletzungen gebremst und musste sich mühsam wieder heranarbeiten.

"Ich möchte wieder mein persönliches Niveau erreichen und ohne Einschränkungen trainieren und spielen können", so ihre Zielsetzung für die aktuelle Saison, nachdem sie im Frühjahr 2013 am Knie operiert worden war. "Das Knie ist gut, aber ich sehe mich noch nicht da, wo ich sein will", sieht sie bei ihrer Leistungsfähigkeit noch Luft nach oben, wobei sie optimistisch in die Zukunft schaut: "Ich bin überzeugt, dass es wieder wird, definitiv", lautet ihre klare Einschätzung, die den Göppinger Fans Hoffnung macht.

Abseits des Handballfeldes studiert sie Gesundheitsmanagement an der Fernuniversität Wismar. "Es ist sehr interessant und macht Spaß, ich bin aber erst im zweiten Semester. Bisher bin ich außerordentlich zufrieden", meint die 25-Jährige, die darüber hinaus noch in der Verwaltung beim Sanitätshaus Hartlieb arbeitet. "Fünf Stunden Arbeit, dann lege ich eine Pause ein, dann lerne ich fürs Studium und abends Training", beschreibt sie ihren anspruchsvollen Tagesablauf, mit dem sie aber gut zurechtkommt: "Das große Arbeitspensum kann ich bewältigen. Es fällt mir leichter als ich gedacht hatte."

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