Handball Liga-Chef sieht deutsche Klubs international konkurrenzfähig

Manuela Harant 20.05.2017

Während an diesem Wochenende in Göppingen das Final Four im EHF-Pokal mit drei deutschen Mannschaften steigt, gehen die Endspiele in der Champions League der Handballer erstmals ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, Frank Bohmann, bezieht dazu Stellung.

Herr Bohmann, was bedeutet es für Sie, dass dieses Jahr kein deutsches Team das Champions League Final Four erreicht hat?

Frank Bohmann: Das bedauern wir, aber es ist Teil des Wettbewerbes, dem wir uns gerne und erfolgreich stellen. Für die nächste Saison wird es zusätzlich Ansporn sein. Wir dürfen im Übrigen nicht außer Acht lassen, dass die Spielstärke jedes der vier qualifizierten Teams stark von Geld abhängt, das nicht im Handballsport verdient wird. Auch die Tatsache, dass in Göppingen gleich drei deutsche Teams um den zweiten internationalen Titel mitspielen, ist ein sicheres Zeichen für die Leistungsstärke und -dichte des deutschen Klubhandballs.

Haben sich die Top-Klubs im engen Bundesliga-Rennen derart aufgerieben, dass ihnen schlicht die Kraft für die schweren Champions­-League­­­­­­­-
­S­pie­le gefehlt haben?

Die Belastung unserer Topspieler ist tatsächlich an der Grenze angelangt. Das ist allerdings beispielsweise bei Veszprem nicht anders. Teams wie der ungarische Klub kompensieren die Belastungen durch einen viel breiteren Kader.

Sind Sie in Göppingen vor Ort und wer sind Ihre Favoriten?

Ich werde mir alle Begegnungen in der EWS-Arena ansehen. Das diesjährige Teilnehmerfeld hat keinen eindeutigen Favoriten. Gegebenenfalls haben Frisch Auf mit dem Heimvorteil sowie der SC Magdeburg als das Topteam der Rückrunde leichte Vorteile.