Bundesliga Frisch Auf bricht Leverkusen-Fluch

Die Göppingerin Prudence Kinlend tankt sich durch die Leverkusener Abwehr. Sie warf gestern Abend sechs Tore.
Die Göppingerin Prudence Kinlend tankt sich durch die Leverkusener Abwehr. Sie warf gestern Abend sechs Tore. © Foto: Eibner
FRANK HÖHMANN 28.12.2017
Im vorletzten Spiel des Jahres gelingt den Frisch-Auf-Handballerinnen ein 24:20 (13:9)-Auswärtserfolg im Westen.

Einen ganz starken Auftritt legten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen gestern in Leverkusen aufs Parkett: Im vorletzten Ligaspiel des Jahres gelang dem Team von Trainer Aleksandar Knezevic bei den Rheinländerinnen ein 24:20 (13:9)-Sieg.

In bislang 20 Spielen waren den Göppingerinnen gegen die Werkselfen erst vier Siege gelungen, in Leverkusen gar nur einer. Das war am 24. September 2008 beim 32:31. Statt der obligatorischen Niederlage entführten die Grün-Weißen diesmal die Punkte und holten sich den ersten Auswärtssieg der Saison.

Die Frisch-Auf-Frauen präsentierten sich nach dem 31:30 gegen Dortmund äußerst selbstbewusst. Maxime Strujis und Prudence Kinlend waren kaum zu halten und eine stabile Deckung um ­Alexandra Sviridenko und die vorgezogene Johanna Schindler gewährte den Werkselfen kaum einen Stich. Dennoch mussten die grün-weißen Ladies nach ihrer 1:0-Führung durch Karin Weigelt bis Mitte der ersten Hälfte einem Rückstand hinterherlaufen. Leverkusen konnte immer wieder einen Treffer vorlegen, den das Team von Trainer Aleksandar Knezevic, der am zweiten Weihnachtsfeiertag seinen 49. Geburtstag feierte, aber umgehend beantworten konnte. Aus einem 5:6-Rückstand machten die Göppingerinnen mit einem 6:0-Lauf eine 11:6-Führung.  Nachdem die Bayer-Frauen auf 8:11 verkürzen konnten, nahm auch Göppingens Coach eine Auszeit. Leverkusen deckte nun Strujis kurz, doch das nutzte den Einheimischen nicht viel. Petra Adamkova und Kinlend hielten mit ihren Treffern den Vier-Tore-Abstand bis zur Pause.

Der Pausenpfiff schien den Frisch-Auf-Frauen nicht gut bekommen zu sein. Nach dem Seitenwechsel geriet der Spielfluss abhanden und die Gastgeberinnen konnten zügig auf 11:13 verkürzen. Beim 15:14 holte sich Leverkusen die erste Führung seit dem 6:5. Die Göppingerinnen ließen sich jedoch nicht beirren und zeigten angeführt von einer immer stärker werdenden Michaela Hrbkova ihren bekannten Kampfgeist. Jenny Karolius legte zwar zum 17:16 vor, doch Weigelt und Hrbkova per Siebenmeter brachten die Grün-Weißen wieder in Führung.

Nun begann die heiße Phase der Begegnung, in der die Frisch-Auf-Frauen kühlen Kopf bewahrten und die Konzentration und Präzision des ersten Durchganges wieder erlangten. Leverkusens Trainerin Renate Wolf brachte in der 48. Minute Kramarczyk zurück in den Kasten und wollte ihren letzten Trumpf zücken. Doch avancierte nicht sie zur Matchwinnerin, sondern Göppingens Keeperin Kristy Zimmerman, die in der Schlussphase der Partie mit sieben Paraden den Kasten vernagelte. Nachdem Hrbkova Kramarczyk aus spitzem Winkel überlistet und Adamkova drei Minuten vor dem Ende auf 23:19 erhöht hatten, nutzte den Gastgeberinnen auch die siebte Feldspielerin nichts mehr. Anja Brugger sorgte mit dem Treffer zum 24:20 für den Schlusspunkt und für ausgelassenen Jubel auf Göppinger Seite. Frank Höhmann

Bayer Leverkusen: Kramarczyk, Fehr; Gedroit, Jurgutyte (3), Mietzner (1), Berndt (5/1), Jochin, Zschocke, Bruggeman, Potocki (5/5), Rode, Braun, Berger (1), Karolius (2), Seidel (3), van de Wiel.

FA Göppingen: Zimmerman, Lengyel; Struijs (3/1), Hrbkova (6/3), Adamkova (3), Sviridenko, Schuhknecht, Guberinic (2), Kinlend (6), Weigelt (2), Brugger (1), Schindler (1), Krhlikar, Bergschneider.

SR: Hurst/Krag (Oberursel).

Strafen: 4:4 Minuten.

Zuschauer: 1150.