Es herrschte eine tolle Stimmung in der heimischen Kreuzberghalle mit lautstarken Anhängern auf beiden Seiten, die jeweils ihr Team kräftig antrieben. Den Fans wurden engagierte kämpferische Leistungen geboten, wobei Viernheim körperlich im Vorteil war. Die kompakt stehende Abwehr der Südhessen machte es den Gelb-Blauen nicht leicht, aus dem stehenden Angriff zum Torerfolg zu kommen. Beide Trainer, Lautersteins Stefan Klaus und sein Viernheimer Kollege Frank Schmitt waren sich einig, dass die Entscheidung über Klassenerhalt (SG Lauterstein) oder Aufstieg (TSV Amicitia Viernheim) erst im Rückspiel am Sonntagnachmittag beim TSV fallen wird.

Wäre das Spiel nach 53 Minuten abgepfiffen worden, hätte die SGL eine deutlich bessere Ausgangsbasis für das Rückspiel in Viernheim gehabt. Mitte der zweiten Hälfte hatten die Lautersteiner einen Lauf und führten beim 25:16 mit neun Toren. Die Schlussphase trübte ein wenig den positiven Gesamteindruck. Doch insgesamt war SG-Coach Stefan Klaus zufrieden und hob die starke Mannschaftsleistung hervor. Michael Lackinger zeigte in seinem letzten Heimspiel als Aktiver im gelb-blauen Trikot mit fünf Treffern noch einmal, wie wertvoll er für sein Team ist.

Die schnelle Torfolge zu Beginn der Partie ebbte nach hektischen Anfangsminuten ab. Lauterstein markierte zunächst zwei Mal die Führung, doch nach fünf Minuten lagen die Gastgeber beim 2:3 zurück. Sie drehten den Spielstand bis zur Halbzeitmitte zum 7:5, mussten aber bald wieder den Ausgleich zum 8:8 hinnehmen. Paraden von Matthias Nagel schufen anschließend die Basis dafür, dass Lauterstein einen Vorsprung von drei Treffern zum 11:8 herauswerfen konnte. Abschütteln ließen sich die Gäste aber nicht und bald ging es mit 12:10 in die Pause.

Hellwach kamen die Männer von Stefan Klaus aus der Kabine zurück und eineinhalb Zeigerumdrehungen später stand auf der Hallenanzeige ein 14:10. Christian Stuber war nach langer Verletzungspause wieder dabei und schloss einen schnellen Gegenstoß erfolgreich ab. Jetzt hielten die Gelb-Blauen Viernheim auf Distanz und kamen über 16:11 zur 19:12-Führung in der 40. Minute. Um ein Tor verbesserte Viernheim die Differenz zum 22:16, als 48 Minuten gespielt waren. Der Jubel bei den Lautersteiner Anhängern schwoll weiter an, als ihre Mannschaft im Minutentakt traf und bis auf 25:16 in der 53. Minute vorlegte.

Plötzlich und ohne ersichtlichen Grund war die Treffsicherheit bei der Heimmannschaft weg und Ballverluste ließen Viernheim zurückkommen. Mit dem Treffer zum 26:19 dreieinhalb Minuten vor dem Ende war der Spielstand aus SGL-Sicht noch im grünen Bereich und ebenso, als die Gäste bis zur 59. Spielminute erst ein weiteres Mal getroffen hatten. In den letzten 60 Sekunden verbesserte Viernheim die eigenen Chancen für das Rückspiel erheblich. Drei Tore der Gästemannschaft zum 26:23, darunter ein in der Schlusssekunde verhängter Siebenmeter, sind die Ausgangsbasis für ein spannendes Finale am Sonntag bei den Hessen.

SG Lauterstein: Nagel, Wiche; C. Stuber (5), Schmid (1), Lackinger (5), M. Stuber, Beutel, Schuster, Villforth (4), Krauß (1), Kölle (2), Funk (2), J. Nägele (6/2), Thrun.