Handball Laupheimer HVW-Pokal-Coup an der Nau

Langenau, hier mit Simon Schorn im Halbfinale gegen Schmiden, freute sich zwar nicht über den Pokalsieg, aber über viele Fans.
Langenau, hier mit Simon Schorn im Halbfinale gegen Schmiden, freute sich zwar nicht über den Pokalsieg, aber über viele Fans. © Foto: Oliver Schulz
Henri Gallbronner 08.01.2018
Im Handball-Final-Four verschießt Gastgeber HSG Langenau/Elchingen in einem starken Halbfinale gegen Schmiden sein Pulver. Die Laupheimer Truppe um den ehemaligen Langenauer Klaus Hornung gewinnt verdient den Cup.

Riesen-Andrang beim Final-Four der Handballer in der Pfleghofhalle: Gastgeber HSG Langenau/Elchingen konnte den Heimvorteil allerdings nicht nutzen, im Endspiel setzte sich Mit-Favorit Laupheim um den Ex-Langenauer Klaus Hornung durch. Und das verdient.

Mit einem hart umkämpften Halbfinale zwischen dem Gastgeber und dem TSV Schmiden startete das HVW-Pokal-Final-Four. Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass sowohl die Akteure auf dem Feld, als auch das überaus engagierte Langenauer Publikum die Samthandschuhe gleich gar nicht erst mitgebracht hatten. Eine erspielte Führung von zwei Toren konnte der Tabellenzweite der Württembergliga Nord bis zur Halbzeit halten, so dass zu diesem Zeitpunkt ein 14:16 auf der Anzeigetafel stand.

Aus der Halbzeitpause kamen die Langenauer gestärkt zurück und konnten innerhalb von sieben Minuten das Spiel zum 18:17 drehen. Auch der Siebenmeter-Reigen nahm munter seinen Lauf: So fiel zwischen der 40. und der 42. Minute lediglich ein Tor aus dem Spiel heraus, dafür gab es in dieser Zeit vier Strafwürfe – je zwei pro Mannschaft. Im Anschluss konnten sich die Gastgeber mit 24:20 absetzen. Daran konnte auch eine Auszeit nichts ändern. Als in der 53. Spielminute beim Stand von 29:24 der Schmidener Sebastian Bürkle am Langenauer Keeper Jan Schönefeldt scheiterte, war klar, dass das Spiel für die Gäste aus dem Rems-Murr-Kreis gelaufen war. So zog die HSG verdient mit 35:30 ins Finale ein.

Mutige Kirchheimer

Auf dem Papier war die zweite Halbfinalbegegnung, ausgetragen zwischen dem HV Rot-Weiß Laupheim und dem VfL Kirchheim, eine weitaus klarere Sache. Doch der Bezirksligist erwies sich auch in fremder Halle als schwer zu knacken. Die körperlich eigentlich deutlich überlegenen Laupheimer fanden in der ersten Hälfte kein Rezept gegen die offensive Abwehr des Underdogs. Gepaart mit einigen leicht überheblich anmutenden Spielzügen: „Die anderen waren etwas cleverer und wir waren ein bisschen zu faul, uns zu bewegen“, so der Laupheimer Trainer Klaus Hornung. Fünf Minuten vor der Pause litt er sichtlich auf der Bank, nachdem Daniel Amann mit einem Siebenmeter am starken Kirchheimer Keeper gescheitert war und seine Schützlinge auch eine zweiminütige Überzahl nicht nutzen konnten. Dennoch stand für den HRW zur Pause ein 10:8 zu Buche.

Die zweite Halbzeit war allerdings eine mehr oder weniger klare Sache: Durchgehend lag Laup­heim in Führung, zeitweise mit fünf oder sechs Toren. Dies tat dem Kampfgeist des Bezirksligisten jedoch keinen Abbruch, wenngleich den Kirchheimern die wachsende Müdigkeit deutlich anzumerken war. So gab es ein „errumpelter“ 24:21-Erfolg für Laupheim.

Im finalen Derby zwischen Langenau und Laupheim präsentierte sich der HRW, dessen Fans das Auswärts- in ein Heimspiel umwandelten, deutlich überlegen. In der zum Bersten gefüllten Pfleghofhalle hatte die gastgebende HSG nach dem kräftezehrenden Halbfinale keine Chance. Zwar verlief die erste Hälfte noch weitgehend ausgeglichen, doch das 12:10 aus der Halbzeit bildete die Grundlage für eine fulminante zweite Hälfte der Laupheimer, die 20 Minuten vor Schluss bereits mit sechs Toren führten. Die inzwischen recht leise gewordenen Langenauer Fans mussten die 25:33-Niederlage resignierend zur Kenntnis nehmen. Über den Grund für den überlegenen Sieg der Laupheimer waren sich die beiden Trainer einig: „Wir sind körperlich zwar immer unterlegen, aber dieses Mal waren wir einfach nur platt“, meinte HSG-Coach Hartwig Schenk mit Blick auf das anstrengende Halbfinalduell. Dennoch habe die bessere Mannschaft gewonnen, sagte Hartwig Schenk.

Auch Klaus Hornung, der bekanntlich selbst jahrelang als Spieler und Trainer an der Nau aktiv war, sah das so: „Die waren halt ,toter’ als wir und deshalb haben wir gewonnen.“

„Göttlichen Beistand“ erbeten

Mit viel Leidenschaft unterstützten nicht nur die Langenauer Fans – hier ist besonders die eifrig trommelnde Handball-Jugend zu erwähnen – sondern auch die Laupheimer Handballfreunde ihre Spieler. Passend zum Finaltag, dem 6. Januar, erbaten sie mittels gebasteltem Stern und Segensspruch „20*H+R+W+18“ göttlichen Beistand. Überhaupt war das Interesse am Final Four überwältigend: Die Anstoßzeiten mussten sogar um zehn Minuten nach hinten verlegt werden, da sich lange Schlangen am Einlass stauten. Auch der Hallensprecher musste mehrfach darauf hinweisen, doch noch etwas zusammen zu rutschen, um mehr Fans auf der Tribüne unterzubringen.