Handball Langenauer Handballer überrollen den TV Gerhausen

Nein, hier handelt es sich nicht um Hallenfußball: Langenaus Jan Schaden versucht die Situation zu retten.
Nein, hier handelt es sich nicht um Hallenfußball: Langenaus Jan Schaden versucht die Situation zu retten. © Foto: Rudi Apprich
Manuela Harant 20.11.2017
Hanbball-Derby: Langenau entscheidet das Lokalduell der Württembergliga klar für sich. Dabei zieht HSG-Keeper Jan Schönefeldt seinem Ex-Klub TV Gerhausen schnell den Zahn.

Nein, richtige Derby-Stimmung wollte im Langenauer Pfleghof nicht so recht aufkommen. Dafür waren die Gastgeber von der HSG Langenau/Elchingen zu dominant und der TV Gerhausen zu harmlos. „Es tut mir unglaublich leid für die Zuschauer, dass wir ausgerechnet im Derby so einen Auftritt hinlegen“, sagte ein geknickter TVG-Handballtrainer Jochen Trinkner nach dem 34:24 aus Langenauer Sicht.

Eine Erklärung für den saftlosen Auftritt seiner Württembergliga-Truppe, die vor 680 Fans in der Abwehr immer einen Schritt zu spät war, dafür vor dem gegnerischen Tor überhastet abschloss, hatte der Gerhauser Kommandogeber nicht. „Darüber müssen wir die nächsten Tage reden. Denn wenn wir weiter so spielen, werden wir in dieser Saison nicht mehr viele Punkte holen“, prognostizierte Trinkner seiner Mannschaft nun intensive Trainingstage.

Vielleicht war aber auch ein bisschen Psychologie im Spiel, das schon beim 18:10 zur Pause praktisch entschieden war. Denn im Langenauer Tor stand erstmals in diesem Derby ein ehemaliger Gerhauser, Jan Schönefeldt. Und der hatte mit einer Serie gehaltener Bälle in der ersten Halbzeit großen Anteil daran, dass die Gäste in der Offensive völlig verunsichert wurden. „Ich war schon lange nicht mehr so aufgeregt vor einem Spiel. Ich war richtig heiß darauf“, sagte der HSG-Keeper, der in der Sommerpause zu seinem Heimatverein zurückkehrte. Was für das Team vom Blautopf ein schmerzlicher Verlust war, bedeutete für die HSG Langenau/Elchingen einen Glücksfall. „Man hat gleich gemerkt, dass Jan die Jungs noch aus der eigenen Jugend kennt. Die Pässe sind sofort angekommen“, lobte HSG-Trainer Hartwig Schenk auch die spielerischen Qualitäten des Rückkehrers vom Blautopf. Und im Derby kam ihm zugleich seine Gerhauser Vergangenheit zugute. „Ich weiß natürlich genau, wie meine früheren Teamkollegen werfen. Dadurch konnte ich gleich zu Beginn einige Bälle entschärfen“, erzählte Schönefeldt, der mit seinem Wechsel vor allem seine Reisezeiten ins Training verkürzen wollte. „Früher bin ich eine Dreiviertelstunde im Auto gesessen, jetzt kann ich in zehn Minuten hinlaufen“, sagt Schönfeldt, der auch in den fünf Jahren beim Lokalrivalen immer ein Teil der HSG geblieben war. „Nach dem Spiel in Gerhausen hat er oft noch bei uns vorbeigeschauft“, erinnert sich Schenk.

„Oben dranbleiben“

Mit dem Derbysieg hat Schönefeldt, der Tobias Henseler im HSG-Tor ersetzt hat, die Langenauer vorerst auf Platz drei geführt. Von Aufstiegsambitionen will beim früheren Regionalligisten zwar niemand sprechen. „Aber wir wollen jetzt oben dranbleiben“, gibt Schenk die Marschroute vor. Und Jan Schönefeldt weiß, wenn seine Form und die von Torwart-Kollege Markus Hinkelmann so gut bleiben und Felix Junginger nach auskurierter Fußverletzung wieder voll dabei ist, „dann ist noch was drin“.

Und um seinen Ex-Verein macht sich der 26-Jährige auch keine Sorgen. „Die haben einfach einen schlechten Tag erwischt und werden bald wieder gewinnen“, ist sich Schönefeldt sicher. Er muss es ja wissen.

Die Torstatistik der Württembergligisten

HSG Langenau/Elchingen: Schaden 6/2, Junginger 5, Buntz, Heinrich, Buck, Ruoff je 4, He. Schenk, Schorn je 3, Mannes 1.

TV Gerhausen: Deckwitz 6, P. Mayer 4/2, Deckwitz 3, Sauter, Mattheis, U. Mayer, Schnepf je 2, P. Maier 2/1, J. Brinz 1.

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