Göppingen / Harald Betz Nach einer schwachen ersten Spielhälfte steigert sich Frisch Auf deutlich, unterliegt dem Rekordmeister aber 25:29.

Der Bundesliga-Auftakt nach der Handball-WM im eigenen Land verlief nicht nach dem Geschmack der Profis von Frisch Auf Göppingen. Gegen das Star-Ensemble des Rekordmeisters THW Kiel lieferte die Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer eine enttäuschend schwache erste Spielhälfte ab,  machte im zweiten Durchgang vieles besser und musste sich schließlich nach einem 23:24-Zwischenstand mit 25:29 (12:17) Toren geschlagen geben.

Schon auf dem Papier schien der Gast übermächtig. Während die Kieler WM-Auswahl nicht einmal alle mitgereisten Rückraumspieler einsetzte, war Frisch Auf durch das Fehlen von Sebastian Heymann (Ellbogenverletzung) und Nemanja Zelenovic (Knie) im Rückraum stark eingeschränkt. So mussten zwischendurch die Regisseure Tim Kneule und Allan Damgaard im linken und rechten Rückraum aushelfen. Während die Gastgeber den Auftakt verpatzten und schnell für Ruhe in der Arena sorgten, bestätigten die Kieler im Abschiedsjahr von Trainer Alfred Gislason ihren Anspruch als erster Jäger von Tabellenführer Flensburg. Auf Knopfdruck funktionierte das top-besetzte Team, das gestern in Youngster Lukas Nilsson seinen besten Mann im linken Rückraum hatte. Allerdings machte es die Göppinger Abwehr, im ersten Durchgang viel zu passiv, dem 22-jährigen Schweden leicht, der fast aus dem Stand heraus mehrere seiner neun Tore machte.

Zu viele einfache Tore bekommen

Kiel führte nach sieben Minuten mit 5:1, was eine Frisch-Auf-Auszeit  nach sich zog, dann mit 12:5 (18.) und 14:7 (23.), ehe sich die Göppinger Fans für die Tore ihrer Mannschaft zum 10:15 dankbar zeigten. Mit 12:17 ging es in die Pause. Der einheimischen Defensive war es nicht gelungen, die Aktionen des auf allen Positionen gefährlichen THW-Angriffs zu unterbinden und damit die konsequenten Abschlüsse zu verhindern. Auf der anderen Seite hatten die Hausherren in diesen 30 Minuten nur wenige Momente, in denen sie ihre Spielweise durchsetzen konnten. Klappte es, kam noch ein schwaches Abschlussverhalten gegen Deutschlands Nationaltorhüter Andreas Wolff dazu, der zudem gleich zwei Strafwürfe in Durchgang eins vereitelte. „Wir haben zu viele einfache Tore bekommen und waren selbst zu fahrig im Tempospiel“, hakte Coach Mayerhoffer  den ersten Durchgang ab.

Die Halle feierte ihre Helden

„Im zweiten Abschnitt wollten wir mit einer anderen Präsenz auftreten“, so der Frisch-Auf-Trainer weiter – seine Spieler setzten das Vorhaben mustergültig um. Viereinhalb Minuten blieben die Kieler ohne Torerfolg, jetzt weitaus aggressivere Akteure in Grün-Weiß kamen gleich auf 15:17 heran. Jetzt benötigte der THW eine schnelle Auszeit, erhöhte wieder auf fünf Tore Vorsprung, ehe er richtig ins Wanken geriet: In den sechs Minuten ab der 44. Minute glänzte der eingewechselte Primoz Prost zwischen den Pfosten und seine Vorderleute verkürzten kompromisslos von 19:24 auf 23:24. Die Halle feierte ihre Helden, doch die Kieler bewahrten Ruhe. Ein Siebenmeter-Geschenk der Schiedsrichter ebnete den Weg zum 29:25-Gästesieg, doch viele Frisch-Auf-Fans bedankten sich bei ihrer Mannschaft mit Beifall für einen großen Kampf im zweiten Durchgang.

FA Göppingen: Rebmann, Prost (ab 31.); Kneule (1), Ritterbach, Damgaard, Bagersted (1), Peric (2), Sliskovic (5), Sörensen (1), Schiller (3/2), Rentschler (2), Schöngarth (3), Kozina (7/1).

THW Kiel: N. Landin (bei zwei Strafwürfen), Wolff; Duvnjak (1), Reinkind (5), M. Landin (2), Weinhold, Wiencek (1), Ekberg (6/4), Rahmel, Zarabec, Bilyk (2), Pekeler (3), Nilsson (9).

SR: Grobe/Kinzel.

Zeitstrafen: 8:8 Minuten.

Zuschauer: 5100.