Handball Kieler Zebras rennen Frisch Auf davon

Göppingen / HARALD BETZ 22.12.2017
In seinem 1000. Bundesligaspiel ist Frisch Auf Göppingen dem Rekordmeister vor allem vor der Pause klar unterlegen und verliert mit 22:29 (8:14).

Die Kieler Zebras sind am Donnerstag abend in der EWS-Arena Gastgeber Frisch Auf Göppingen früh davongaloppiert. Der deutsche Rekordmeister setzte sich in dem Duell der Traditionsklubs vor über 5000 Zuschauern mit 29:22 (14:8) gegen die personell stark dezimierten und im ersten Durchgang extrem abschlussschwachen Mannen von Trainer Rolf Brack durch, die sich in der zweiten Hälfte anerkennenswert bemühten, damit die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Mit einem nach langer Verletzungspause immer stärker werdenden Domagoj Duvnjak als Antreiber und einem überragenden Andreas Wolff im Tor legten die Kieler nach einer schnellen Göppinger 2:0-Führung schon früh den Grundstein für ihren Auswärtssieg. Gegen berechenbare Hausherren, denen durch die vielen Ausfälle einschließlich Kapitän Zarko Sesum vor allem die Gefahr aus dem Rückraum fehlte, übernahm das Team von Alfred Gislason die Regie und zog über 4:2 (10. Minute) auf 8:3 davon, weil Frisch Auf seine Chancen nicht in Tore ummünzen konnte. Göppingens Coach Rolf Brack brachte die Außen Trost und Ritterbach sowie Jens Schöngarth im Rückraum, doch der Zebra-Express mit seinen größeren Wechsel-Optionen setzte sich von 9:5 (20.) auf 13:5 (26.) ab und nahm in einer nun stillen EWS-Arena einen 14:8-Vorsprung mit in die Pause.

Danach spürten die Fans ein Aufbäumen der Hausherren, die in dieser Saison erst zwei Heimsiege feiern konnten, gegen nun unkonzentriertere Kieler, die aber nach dem 12:16 (36.) wieder zulegten, um ihren angestrebten Erfolg nicht in Gefahr zu bringen.   Allen voran der Slowene Miha Zarabec zeigte sich in Spiellaune und traf nach Belieben, auch als es Frisch Auf mit einer 3:2:1-Abwehr versuchte. Die zunehmend müden Göppinger mühten sich mit großem Einsatzwillen, vor der großen Kulisse den Rückstand nicht größer werden zu lassen, mussten sich aber letztlich mit 22:29 geschlagen geben.

„Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, noch einmal zurück zu kommen, haben alles gegeben, aber am Ende hat die Kraft gefehlt“, gestand der unermüdlich ackernde Kresimir Kozina nach dem Abpfiff, „jetzt sind wir unseren Fans am Mittwoch gegen Hüttenberg etwas schuldig.“

FA Göppingen: Rebmann (ab 31.), Prost; Kneule (2), Ritterbach (1), Damgaard (4), Trost, Bagersted, Fontaine, Schiller (5/3), Rentschler (3), Schöngarth (4), Kozina (3).

THW Kiel: Landin (zwei Strafwürfe), Wolff; Duvnjak (4), Toft Hansen (2), Firnhaber, Weinhold (3), Wiencek (2), Ekberg (4), Zeitz (n.e.), Frend-Ofors, Rahmel (n.e.), Dahmke, Zarabec (9), Vujin (1), Bilyk (n.e.), Nilsson (4).

SR: Behrens/Fasthoff.

Zeitstrafen: 4:2 Minuten.

Zuschauer: 5400.

Peter Kühnle: Kein Kontakt mit Baur

Trainerfrage Noch ist offen, wer die Handballprofis von Frisch Auf in der kommenden Saison trainiert. Sowohl Christian Schöne als Sportlicher Leiter als auch Coach Rolf Brack verwiesen zuletzt immer wieder darauf, dass sich beide Seiten in der EM-Pause über die Zukunft unterhalten. Gerüchten, dass Stuttgarts Trainer Markus Baur unterm Hohenstaufen ein Thema sei, erteilte der stellvertretende Geschäftsführer Peter Kühnle eine Abfuhr, man habe sich weder mit Baur unterhalten, noch ihm ein Angebot unterbreitet.

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