Bundesliga Kieler Zebras als nächste Hürde

Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer und seine Mannschaft geraten in der Handball-Bundesliga immer stärker unter Druck. Im morgigen Spiel beim THW Kiel dürften die Trauben einmal mehr sehr hoch hängen.
Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer und seine Mannschaft geraten in der Handball-Bundesliga immer stärker unter Druck. Im morgigen Spiel beim THW Kiel dürften die Trauben einmal mehr sehr hoch hängen. © Foto: Eibner
Göppingen / Harald Betz 10.11.2018

Hartmut Mayerhoffer ist derzeit nicht um seine Aufgabe zu beneiden. Nach fünf Niederlagen hintereinander muss der Trainer von Frisch Auf Göppingen seine Profis für eine Mammutaufgabe fitmachen: Morgen um 16 Uhr wartet der deutsche Rekordmeister THW Kiel in seiner stets mit über 10 000 Zuschauern ausverkauften Arena auf die zuletzt gebeutelten Schwaben. Die Zebras strotzen dagegen vor Selbstvertrauen, acht Siege in Serie führten die Mannen von Trainer-Ikone Alfred Gislason, der am Ende der Saison die Bundesliga verlässt, bei 20:4 Punkten als Dritter in die Spitzengruppe mit den weiteren Titelkandidaten Flensburg, Magdeburg und Rhein-Neckar- Löwen.

Bei weitem nicht so rosig ist die Situation unterm Hohenstaufen. Auch nach der 25:29-Niederlage am vergangenen Sonntag in Leipzig galt es die Wunden zu lecken – zum fünften Mal gingen die Göppinger (Position elf/8:12 Punkte) leer aus, seit acht Wochen wartet der Traditionsverein, der zuvor in Bietigheim, gegen Lemgo sowie in Melsungen und Wetzlar unterlegen war, in der Bundesliga auf ein Erfolgserlebnis. Allein das Weiterkommen im Pokal-Achtelfinale in Gummersbach unterbrach den Negativtrend.

„Wir arbeiten sehr konzentriert, haben das Leipzig-Spiel analysiert und uns ganz normal auf Kiel vorbereitet“, fasst Hartmut Mayerhoffer die vergangene Trainingswoche zusammen. Der Coach wird im hohen Norden dem gleichen Kader wie in Leipzig vertrauen, die Nachwuchskräfte Axel Goller und Felix Weißer gehören wieder zum Team, das heute nach einer Vormittagseinheit in Göppingen zum daheim ungeschlagenen THW reist. Für Joscha Ritterbach und Nemanja Zelenovic, die beide ins leichte Training eingestiegen sind, kommt ein Einsatz noch zu früh. Mayerhoffer hofft auf ihre Rückkehr im Gummersbach-Heimspiel in einer Woche: „Das wäre der optimale Fall.“

Der morgige Gastgeber  Kiel ist in seiner derzeitigen Verfassung eine große Herausforderung. „Sie spielen eine gute Runde bisher und haben sich deutlich stabilisiert, die Unsicherheit des Vorjahres ist weg“, weiß der Göppinger Übungsleiter und liefert die Gründe gleich mit: „Die jungen Spieler sind stabiler, Domagoj Duvnjak ist zurück, die Neuzugänge passen und sie haben Top-Torhüter. Wir treffen auf eine Top-Mannschaft.“ Zuletzt gab es für die „Zebras“ einen am Ende souveränen 37:29-Sieg in Minden, Duvnjak (8) und Kreisläufer Patrick Wiencek (7) waren die besten Torschützen.

Auch wenn die Kieler Qualität enorm sei und es bei seinen Mannen dementsprechend super laufen müsste, will Mayerhoffer „da sein, wenn Kiel die Möglichkeiten bietet“, der Coach möchte die Auswärtspartie nicht nur als „Durchgangsstation“ bis zum Gummersbach-Heimspiel sehen. Der 49-jährige Augsburger sitzt am Sonntag zum zweiten Mal in seiner Karriere auf der Trainerbank in Kiel. Bei der Premiere in Bietigheimer Diensten hielt sein damaliges Team eine Hälfte prima mit („wir haben mit einem Tor geführt oder hinten gelegen“), am Ende gab es eine Niederlage mit sieben Toren: „Wir haben ein vernünftiges Spiel gemacht.“ Dies peilt Hartmut Mayerhoffer nun auch mit den Grün-Weißen an.

Info Noch nichts Neues gibt es bei den Vertragsverhandlungen von Frisch Auf Göppingen mit Torjäger Marcel Schiller.

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