Göppingen / Harald Betz

Bundestrainer Christian Prokop bereitet mit seinem Länderspiel-Lehrgang, an dem die Göppinger Marcel Schiller und Sebastian Heymann teilnehmen, den Bundesliga-Handballern eine spielfreie Woche. Frisch-Auf-Geschäftsführer Gerd Hofele weiß um die Bedeutung der Nationalmannschaft, blickt aber auch mit einem Zwischenfazit nach 23 von 34 Spieltagen auf sein Team.

Nationalteam: Die Weltmeisterschaft habe einen überragenden Verlauf genommen, als i-Tüpfelchen habe nur eine Medaille für den viertplatzierten Gastgeber gefehlt. Mit 900 000 Zuschauern in den Hallen und in der Spitze 14 Millionen Fans an den TV-Bildschirmen sei der Handball in Fußball-Regionen vorgedrungen. Weil bis ins Jahr 2024 nun die Übertragungen von EM und WM gesichert seien, „erwarte ich einen Boom, genährt auch von der Hoffnung, dass die professionelle Arbeit im Deutschen Handball-Bund gute Voraussetzungen bietet“, sagt Hofele

Frisch Auf: Hofele freut sich über das sich gut entwickelnde Wechselspiel zwischen Mannschaft und Fans. Der Manager teilt die bisherige Saison mit dem siebten Platz (25:21 Zähler) in drei Phasen ein: „Ein super Start in die Vorrunde, eine Durststrecke und die überragenden 14:2 Punkte mit vielen Auswärtsspielen.“ Schließlich habe man in den letzten drei Partien beim 34:27 über Leipzig total überzeugt, mit 27:30 gegen Melsungen eine schmerzliche Niederlage wegstecken müssen und beim 26:26-Remis in Stuttgart nicht die von ihm erwartete Leistung gebracht: „Das war zu wenig für unseren Anspruch.“ Deshalb sei es umso wichtiger, im nächsten Heimspiel (16. März) den direkt hinter Frisch Auf liegenden Bergischen HC zu distanzieren.

Bundesliga: Für Hofele ist die deutsche Liga nach wie vor „definitiv die stärkste Liga der Welt“, auch wenn zuletzt keine deutsches Team das Champions- League-Finale erreichte, für manchen Beobachter der Szene ein wichtiges Kriterium. Auch Frankreich und Dänemark verfügten derzeit über „gut funktionierende Ligen“, sagt der Frisch-Auf- Geschäftsführer, „gerade Frankreich, das beim letzten Final Four der Champions League drei Teams stellte, müssen wir weiter beobachten.“

TV-Vertrag: Aktuell mit dem Bezahlsender Sky im zweiten von sechs Vertragsjahren, werde die Liga in der kommenden Saison die gleichen Anspielzeiten haben wie in der laufenden Runde. Mit der ab 2020 geltenden Champions-League-Reform, die die internationalen Spiele wie im Fußball unter der Woche vorsieht, könnte es im Bundesliga-Spielbetrieb Veränderungen geben. „Dies eröffnet die Perspektive, das Wochenende wieder zu besetzen“, denkt der Geschäftsführer vor allem an den Samstag und eventuell den Freitagabend.

Saison 2019/20: Seit wenigen Tagen haben die Göppinger einen 14-Mann-Kader für die nächste Runde komplett, jede Position ist doppelt besetzt. Ob das Team noch ein 15. Gesicht dazu bekommt, hängt laut Hofele von der Entwicklung und den wirtschaftlichen Möglichkeiten ab. Der Manager sagt vorsichtig: „Es kann sein, dass sich auf der Linkshänderposition noch etwas tut, Namen nenne ich keine.“ Nach aktuellem Stand müsste im rechten Rückraum Jens Schöngarth Frisch Auf verlassen, sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Eindeutig klar sei, dass Srdjan Predragovic das grün-weiße Trikot trage: „Er hat Vertrag, ist die erste Saison ausgeliehen und spielt ab 1. Juli bei uns.“ Der Frage, ob Frisch Auf in der kommenden Runde wieder höhere Ziele als einen einstelligen Tabellenplatz anstrebt, weicht der Geschäftsführer aus: „Das ist noch viel zu weit weg und hängt dann auch von dieser Saison ab.“