In ihrer zweiten Saison spielt Maria Kiedrowski bei den Frisch-Auf-Frauen, doch seit November letzten Jahres ist die wieselflinke Linksaußen zum Zuschauen verdammt. Ihr Tagesinhalt ist zurzeit vom Aufbautraining für die Rückkehr auf das Spielfeld geprägt.

Aktuell liegt der Lebensmittelpunkt von Maria Kiedrowski in Offenbach, doch dieser Standort ist nur vorübergehend: "Ich trainiere seit vier Wochen im Reha-Zentrum Sporeg in Frankfurt", erzählt die 24-jährige Spielerin. Der Kontakt zu dem Studio kam über ihren Freund Michael Thiede, der dort ebenfalls nach einer Verletzung in Behandlung war, zustande. "Es ist toll, im Zentrum sind sehr viele Sportler aus verschiedensten Sportarten, teilweise sogar aus dem Ausland", beschreibt "Riele" die Atmosphäre beim Aufbautraining.

Für gewöhnlich beginnt ihr Tag gegen 7 Uhr. Der Wecker klingelt und Aufstehen ist angesagt. Nach einem ausgiebigen Frühstück steigt Maria Kiedrowski in ihr Auto, denn die Fahrt nach Frankfurt dauert eine knappe halbe Stunde. Ist sie dann im Reha-Zentrum angekommen, beginnt ein langer Tag mit den verschiedensten Einheiten. Das Programm ist abwechslungsreich und vielseitig. Über Magnetfeld-, Laser- oder medizinische Trainingstherapie unter physiotherapeutischer Anleitung bis zu Elektrotherapie und Osteopathie, die Handballerin durchläuft alle Maßnahmen.

Natürlich gehört auch das normale Ausdauer- und Krafttraining dazu, eben alles, um so schnell wie möglich wieder Handball spielen zu können. Mitte Januar war der Eingriff am Knie und seither ist Maria Kiedrowski auf einem sehr guten Weg. "Mir geht es gut", erklärt sie. Sie geht gerne zum Training und hat dort viel Spaß. "Ich weiß ja, wofür ich hier arbeite", blickt sie hoffnungsvoll in Richtung Comeback. Für den Juli ist der Einstieg in das Handballtraining geplant.

Um 16 Uhr beendet sie ihre Einheiten. Es folgt die Rückfahrt nach Offenbach, wo sie noch Zeit mit ihrem Freund verbringt, bevor der zum Training beim TV Großwallstadt aufbricht. Ansonsten verläuft der Rest des Tages unspektakulär. Ein bisschen Haushalt, essen, fernsehen, telefonieren oder im Internet surfen, lassen den Tag ausklingen.

Nach Ende der Reha-Maßnahme geht es zurück unter den Hohenstaufen. Dann arbeitet Maria Kiedrowski auch wieder wöchentlich 15 Stunden beim Sanitätshaus Hartlieb und verbringt weitere Zeit im Sportstudio oder bei den Physiotherapeuten. Im Winter beginnt sie ihr Studium in Medien- und Kommunikationsmanagement.

Die Rolle als Zuschauerin bei den Spielen der Frisch-Auf-Frauen ist für sie bitter: "Es ist sehr schade, wenn man nicht direkt eingreifen kann, schließlich habe ich auch meinen Beitrag zum Erfolg beigetragen", sagt Maria Kiedrowski, die trotz der Verletzung fest im Team verankert ist. Und so ist die Rückkehr auf das Parkett im Kreis der Mannschaft im Moment die größte Motivation für die Außenspielerin.