Balingen Handball: Balingen kämpft am Grünen Tisch

Balingen / DPA/EB 28.06.2014

Die Erteilung der Lizenz in dritter Instanz für den Handball-Bundesligisten HSV Hamburg schlägt weiter hohe Wellen. Bundesliga-Absteiger Balingen/Weilstetten, eigentlich ohnehin sang- und klanglos sportlich abgestiegen, zieht vor Gericht, um eine einstweilige Verfügung gegen das Urteil des Schiedsgerichts zu erwirken.

Dieses hatte wie ausführlich berichtet am Mittwoch den Ligaverband HBL beauftragt, dem HSV doch noch die Spielgenehmigung für die Bundesliga zu erteilen. Die in der vergangenen Saison sportlich überforderte Mannschaft von Balingen wäre durch die Verweigerung der Lizenz für den HSV in der Bundesliga geblieben. Der Club von der Schwäbischen Alb kämpft nunmehr am Grünen Tisch um den Verbleib im Oberhaus.

Auch die HG Saarlouis, die nach dem Urteil aus der 2. Liga fällt, will wie der HBW beim zuständigen ordentlichen Gericht in Dortmund eine einstweilige Verfügung beantragen. Beide Clubs hatten in den vergangenen fünf Wochen ihre Planungen für eine weitere Saison in den bisherigen Klassen vorangetrieben.

HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser kritisierte die Vorgehensweise der HSV-Führung erneut. "Das, was wir jetzt an Ärger und Aufwand erleben, hätten wir uns bei entsprechender Vorarbeit durch den Club sparen können. Es ist ja nicht so, dass die Granden des HSV urplötzlich mit der Situation konfrontiert wurden", betonte Kaiser gestern.

Sowohl die Lizenzierungskommission des Ligaverbandes wie auch das HBL-Präsidium hatten dem Champions-League-Sieger des Vorjahres wegen fehlender Wirtschaftlichkeit die Lizenz verweigert. Das Ergebnis der HBL-Prüfungen sei den Hamburgern lange bekanntgewesen, betonte Kaiser.