Obwohl die nächste Begegnung von Frisch Auf Göppingen in der Handball-Bundesliga erst am kommenden Donnerstag, 19. März, stattfinden soll, erregt sie jetzt schon die Gemüter. Denn ob das an diesem Abend geplante Heimspiel gegen die MT Melsungen überhaupt ausgetragen wird, ist mehr als fraglich. Am Montagnachmittag hat der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha eine Verordnung zum Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern auf den Weg gebracht.

Geisterspiel oder Spielabsage bei Frisch Auf höchstwahrscheinlich

Ziel ist es, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen beziehungsweise einzudämmen. Deshalb wird die Partie gegen Melsungen aller Voraussicht nach als Geisterspiel ausgetragen oder gar abgesagt.

Am kommenden Montag wird die Handball-Bundesliga (HBL) bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen wegen der Ausbreitung des Coronavirus beraten. „Wir sind uns unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bewusst“, sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker an diesem Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Bei Frisch Auf Göppingen war gestern kein Verantwortlicher für eine Stellungnahme zu erreichen.

Geisterspiele dürften die Bundesligaklubs finanziell hart treffen. Anders als beispielsweise beim Fußball seien die Handball-Vereine viel stärker auf die Zuschauereinnahmen angewiesen, erklärte Schwenker. Für Stefan Kretzschmar, Vorstand Sport beim Bundesligisten Füchse Berlin und TV-Experte, könnte die Situation für Klubs und Akteure „existenziell bedrohlich“ werden. „Es könnte dann zur Folge haben, dass Spieler in die Pflicht genommen werden und auf Gehälter verzichten müssten“, sagte der Ex-Nationalspieler in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky.

Bislang keine Konsequenzen für Frisch-Auf-Frauen

Bei den Frisch-Auf-Frauen, die am Samstag Spitzenreiter Borussia Dortmund in der EWS-Arena empfangen, sind derzeit weder eine Partie vor leerer Kulisse noch eine Spielabsage ein Thema. Geschäftsführer Aleksandar Knezevic glaubt nicht, dass am Wochenende trotz des attraktiven Gegners mehr als 1000 Anhänger in die Halle pilgern werden. „Falls doch, müssen wir nach einer Lösung suchen“, sagte er. Beim jüngsten Heimspiel gegen die HSG Bensheim-Auerbach verloren sich gerade mal 437 Fans in der großen Arena.

Die Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) werde von sich aus kein Spiel absagen oder anordnen, dass Zuschauer nicht in die Hallen gelassen werden, erklärte Pressesprecherin Nadine Döring. Es obliege den zuständigen örtlichen Behörden, diesbezüglich Entscheidungen zu treffen, so Döring. In Göppingen entscheidet die Ortspolizeibehörde und damit die Stadt über einen möglichen Zuschauerausschluss. Bislang sei jedoch noch kein Spiel bei den Frauen abgesagt worden.

Oberliga-Fußballklubs beraten

Die Oberliga-Fußballer des Göppinger Sportvereins müssen sich noch bis heute Abend gedulden, ehe eine Entscheidung über die Austragung der kommenden Begegnungen fällt. Um 17 Uhr findet eine Video-Konferenz mit Vertretern aller Mannschaften und dem Württembergischen Fußballverband (WFV) statt. Dabei soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Die Göppinger müssten an diesem  Samstag um 14 Uhr beim SSV Reutlingen antreten, am 21. März steht dann der Heimspiel-Kracher gegen die Stuttgarter Kickers auf dem Programm. (mit dpa)