Handball Handball: Wie der Vater, so der Sohn

Michelle Hänisch 30.12.2017
Der ehemalige ungarische Nationalspieler Gábor Czako und sein großer Sohn Aron spielen beide in Söflingen.

„Wenn Sie lieben, was Sie tun, müssen Sie nie wieder arbeiten“, hat einst Autorin Nicola Fritze gesagt. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, sein Hobby zum Beruf zu machen? Ein Traum, den der Cheftrainer der  TSG Söflingen, Gabor Czako bereits gelebt hat – und auch noch weiterlebt. Vor allem ist es aber ein Traum, für den Czakos Sohn Aron momentan hart trainiert.

Wie der Vater, so der Sohn kann man im Fall der Czakos sagen, der Handball liegt ganz klar in der Familie. Erst mit zehn Jahren hat der gebürtige Ungar Gábor Czako mit diesem Sport begonnen und schaffte mit 17 schon den Sprung in die erste Mannschaft bei seinem damaligen Heimatverein. Czako spielte jahrelang in der höchsten ungarischen Liga. Und mit 24 wurde der heutige TSG-Trainer schließlich in die ungarische Nationalmannschaft berufen. Bevor er mit vergleichsweise jungen 29 Jahren seine Schuhe an den Nagel hängte, verstärkte er noch den Rückraum des damaligen Drittligisten TSG Söflingen, die ihm seit 2011 auch eine Heimat als Handball- und Fitnesscoach bietet.

Keine Konflikte

Während Gábor Czako also bereits eine feste Größe in der Szene ist, steht die Karriere von Sohn Aron dagegen erst am Anfang. Dabei auch er mit 17 schon Großes. Im Gegensatz zu seinem Vater hielt Aron Czako bereits im Alter von fünf Jahren einen Handball in den Händen. Mit den Bambini gestartet, etablierte sich der Schüler über die Jugendmannschaften zu einem festen Bestandteil des Söflinger Oberliga-Teams – unter der Leitung des eigenen Vaters als Trainer. Konflikte innerhalb der Mannschaft oder Familie gibt es deswegen aber nicht.

Aus eigener Erfahrung weiß Gábor Czako, dass sein Sohn unter großen Belastungen steht. „Selbstverständlich versucht man als Trainer in jeder Partie seine besten Spieler in die Startformation einzubauen. Dass dabei der eigene Sohn nicht immer direkt dazu zählt, stellt für keine Seite ein Konfliktpotenzial dar“, sagt Gabor Czako. Denn auch Aron selbst weiß, dass er sich in seinem ersten Jahr in der ersten Mannschaft nicht nur als Spielerpersönlichkeit weiterentwickeln muss. Auch die Intensität, Schnelligkeit und die Spielhärte sind Faktoren, an denen der Schüler noch wachsen muss.

Bei seiner persönlichen Weiterentwicklung und der Steigerung des Leistungsniveaus soll neben der TSG Söflingen auch der TVB 1898 Stuttgart helfen. Dank einer Doppel-Spielerlizenz kann der 17-Jährige in der A-Jugend des TVB in der Jugend-Bundesliga gegen Nachwuchsmannschaften der Rhein-Neckar Löwen, Göppingen oder Bietigheim antreten.

Ebenfalls auf den Spuren des Vaters ist Aron Czako auf nationaler Ebene: Im vergangenen Sommer nahm er mit der ungarischen Jugend-Nationalmannschaft an den Olympischen Jugendspielen (EYOF) teil. Jetzt, zwischen den Feiertagen, dürfen aber auch mal Vater und Sohn durchschnaufen, bevor es für Aron schon am 2. Januar mit einem Lehrgang im Nationalteam weitergeht – und für Vater Gábor am 6. Januar mit der Rückrunde in der Oberliga. Ob Aron Czako langfristig bei der TSG Söflingen bleiben wird, weiß er noch nicht: „Mit diesem Thema beschäftige ich mich vorerst nicht“, sagt er in jugendlicher Unbekümmertheit. Sein einziges Ziel momentan: „Meinen Sport zum Beruf zu machen.“ Das könnte auch ein Studium zum Sportlehrer beinhalten. Wie der Vater, so der Sohn.

Nebenbei fürs Abitur schwitzen

Nicht nur in der Halle oder im Fitnessstudio schwitzt Aron Czako, sondern auch von Montag bis Freitag in der Schule. Nächstes Jahr im Sommer will der Schüler des Anna-Essinger-Gymnasiums in Ulm erfolgreich sein Abitur absolvieren. Allerdings fehlt der Schüler allein wegen der Jugend-Nationalmannschaft jeden Monat mindestens eine Woche. Um die schulische Laufbahn mit dem Handball verbinden zu können, hat seine Schule ihm jedoch Unterstützung zugesichert.

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