Es war ein schweres Stück Arbeit, bis sich Favorit Frisch Auf Göppingen in der Handball-Bundesliga bei Aufsteiger TuSEM Essen mit 32:28 (14:13) durchsetzen konnte. Dabei genügten dem Tabellenfünften sechs starke Schluss­minuten, um sich entscheidend abzusetzen.

Frisch Auf vergibt zu viele Chancen

Obwohl der Tabellen-19. aus dem Pott nur einmal, beim 1:0 durch Lucas Firnhaber in der zweiten Minute, in Führung lag, waren die Gastgeber bis tief in die zweite Hälfte hinein den Göppingern ein ebenbürtiger Gegner. Mehrfach hatte Frisch Auf die Gelegenheit, sich schon im ersten Durchgang abzusetzen, doch immer wieder nutzten die Frisch-Auf-Profis ihre Chancen nicht. „Wir haben in der ersten Hälfte fünf Freie vergeben, unter anderem zwei Siebenmeter, dann wird so ein Spiel eben eng“, erklärte der Göppinger Trainer Hartmut Mayerhoffer.
Zwei Mal konnte Frisch Auf auf vier Tore davonziehen (10:6/19.; 11:7/23.), doch immer wieder pirschten sich die flinken Hausherren heran, so dass es zur Pause nur 14:13 für den Favoriten stand. „Wir machen uns das Leben selber schwer. Wir haben zu viele leichte Bälle hergeschenkt“, kritisierte Göppingens Linksaußen Marcel Schiller, mit 10/4 Treffern bester Frisch-Auf-Schütze des Abends.

Hektisches Spiel in der zweiten Hälfte

Auch im zweiten Abschnitt schenkten sich beide Mannschaften nichts. Je länger die enge Begegnung dauerte, desto hektischer wurde es auf und neben dem Spielfeld. Sowohl Essens Trainer Jamal Naji als auch Mayerhoffer sahen wegen Meckerns die gelbe Karte. Die Partie blieb umkämpft. Die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln und konnten die Göppinger Führung immer wieder egalisieren. „Essen hat nie aufgegeben“, stellte Mayerhoffer fest.
Bis zum 24:25 in der 54. Minute durch ein Siebenmetertor des Toptorschützen Noah Beyer (12/7 Treffer) war die Begegnung völlig offen. Danach zog Frisch Auf mit einer 5:1-Serie in der Schlussphase auf 30:25 davon und die Partie war entschieden.
„Unsere Passgeschwindigkeit war zu langsam“, erkannte Schiller, „da mussten wir zulegen. Auch die Abwehr mussten wir stabilisieren. Das hat beides geklappt.“ Coach Mayerhoffer stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: „In der Schlussphase haben wir kühlen Kopf bewahrt und die richtigen Lösungen gefunden.“ Am Ende setzte sich die individuelle Klasse der Göppinger gegen die erstliga-unerfahrenen Gastgeber durch.
Durch den Arbeitssieg hat Frisch Auf seine Erfolgsserie auf 12:4 Punkte verbessert. In der Tabelle hat die Mayerhoffer-Sieben den fünften Platz gefestigt und fiebert nun dem Hit gegen den Tabellenzweiten und Rekordmeister THW Kiel an diesem Sonntag um 16 Uhr entgegen.
TuSEM Essen: Fuchs (bei einem Siebenmeter), Bliss; Beyer (12/7), Ellwanger (2), Rozman (4), Durmaz, Becher, Ignatow, Szczesny (1), Müller (3), Firnhaber (2), Seidel, Morante, Klingler (1), Kluth, Zechel (3).
Frisch Auf Göppingen: Rebmann (ab 55.), Kastelic; Neudeck (n.e.), Kneule (1), Heymann (4), Bager­sted (2), Ellebaek (2), Smarason (1), Schiller (10/4), Rentschler (1), Goller (1), Hermann (n.e.), Zelenovic (8), Kozina (2).
Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum).
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.