Ein schnelles Wiedersehen gibt es für die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen mit ihrem Viertelfinalgegner im DHB-Pokal: Am Samstag um 19 Uhr treffen die Frisch-Auf-Frauen im vorletzten Heimspiel der Hinrunde erneut auf die Neckarsulmer Sport-Union. Für beide Vereine geht es dabei um  Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Beide haben sechs Punkte auf dem Konto,  Frisch Auf steht aufgrund des besseren Torverhältnisses vor der NSU.

Nach dem samstäglichen Derby wollen die Göppingerinnen auch nach Punkten vor dem württembergischen Kontrahenten stehen. Beim Vergleich in der Liga nicht mehr dabei ist bei Neckarsulm der frühere Göppinger Bundesligaspieler Pascal Morgant. Auf Grund der unterschiedlichen Vorstellung über die sportliche Zukunft der Neckarsulmerinnen entschied sich der Vorstand des Klubs, die anstehende Vertragsverlängerung für die kommende Saison nicht zu vollziehen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Vereins. „Nach einem gemeinsamen Gespräch wurde Morgant mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden“, heißt es weiter. Der ehemalige Frisch-Auf-Profi hatte die Mannschaft vor zwei Jahren übernommen. Übergangsweise wird Neckarsulm von Maike Daniels trainiert, in Göppingen ebenfalls bekannt, spielte sie doch von 2011 bis 2015 für die Frisch-Auf-Frauen.

Ganz so viel Dramatik wie beim 27:26-Erfolg im Pokalspiel vor zwei Wochen soll es aus Göppinger Sicht beim Wiedersehen nicht geben. Nur unter einer Bedingung: „Wenn es am Ende wieder gut für uns ausgeht, nehmen wir das gerne mit“, sagt Coach Aleksandar Knezevic und grinst. Der Erfolg im Pokal wirkt bei den Göppingerinnen immer noch nach. Das hatte sich der Trainer auch erhofft: „Die Stimmung ist sehr gut.“ Daran konnte auch das 23:34 beim Titelkandidaten Thüringer HC nichts ändern. Die Frisch-Auf-Frauen waren ohnehin gehandicapt in die Begegnung gegangen: Abwehrchefin Lina Krhlikar fehlte ganz, Michaela Hrbkova konnte nach rund einer Viertelstunde wegen muskulärer Probleme in der Wade nicht mehr weitermachen. Diese Blessuren sind ausgeheilt, nun macht dem Trainer aber die Grippewelle zu schaffen. „In der ganzen Stadt sind die Leute erkältet. Auch einige meiner Spielerinnen hat es ziemlich heftig erwischt“, so Knezevic.

Frisch-Auf-Frauen fiebern dem Final Four entgegen

Die Vorbereitungen für das Final-Four-Turnier in der Stuttgarter Porsche-Arena haben derweil begonnen: Die Göppingerinnen hoffen auf viele Fans und eine „grüne Wand“, die die Mannschaft nach vorne treibt. Die Auslosung der Halbfinalspiele findet an diesem Samstag beim Bundesligaspiel zwischen Metzingen und Buxtehude statt. Wer es wird oder am besten werden sollte? Bei den Fans gehen die Meinungen auseinander, Knezevic und sein Team nehmen es wie es kommt.

Nach dem verlorenen Viertelfinalderby stand für Göppingens Gegner in der Bundesliga ein weiteres Derby gegen die TuS Metzingen an, in dem sich der Underdog gegen den Favoriten aus dem Ermstal als zäher Widersacher erwies. Trotzdem reichte es für Metzingen am Ende zu einem 31:28-Arbeitssieg. So blieb es bei den sechs Zählern, die Neckarsulm bislang einfahren konnte.

Vorwiegend waren es Spiele gegen Mitkonkurrenten, die gewonnen wurden. Nicht unbedingt erwartet werden konnte das 33:29 in Buxtehude. Eher schon ein Erfolg im Heimspiel gegen Oldenburg, den es dann aber nicht gab. Neckarsulm verlor 25:31.

Bei der Neckarsulmer Sport­union gab es eine recht große Fluktuation. Elf Spielerinnen gingen, darunter Torhüterin Nicole Roth (TuS Metzingen). Neun Spielerinnen stießen neu hinzu, zum Beispiel Torfrau Sarah Wachter vom TV Nellingen, Jill Kooij (SV Dalfsen), Nathalie Hendrikse (VOC Amsterdam) und Lynn Knippenborg von TTH Holstebro/Dänemark. Alle vier haben sich gut eingefügt und Verantwortung übernommen. Zu den Stützen zählen ferner Rückraumspielerin Nele Reimer (ehemals HC Leipzig), Louisa Wolf und Kreisläuferin Seline Ineichen, früher in Diensten von Frisch Auf.

Dieser Text wurde am 24. Januar um 14.30 Uhr aktualisiert. In einer früheren Fassung hatte es geheißen, dass der bisherige Neckarsulmer Trainer Pascal Morgant seinen Vertrag nicht über die Saison hinaus verlängern wollte und der Verein daraufhin am Dienstag die vorzeitige Trennung von Morgant bekannt gegeben hatte.