Handball Handball: Saisonstart erstmals ohne Thomas Weberruß

Zusammenhalt – ein wichtiges Credo von Thomas Weberruß (links), der sieben Jahre lang Trainer des TV Gerhausen war.
Zusammenhalt – ein wichtiges Credo von Thomas Weberruß (links), der sieben Jahre lang Trainer des TV Gerhausen war. © Foto: Rudi Apprich
Thomas Gruber 14.09.2017
Nach 20 Jahren als Spieler und 20 Jahren als Trainer hat Thomas Weberruß zum Handball-Saisonstart keine Aufgabe.

Die vergangene Saison in der Handball-Württembergliga war für den TV Gerhausen keine einfache. Trotz zahlreicher engagierter Auftritte wurde der Klassenerhalt erst kurz vor knapp geschafft. „Das war eine intensive Saison, die einem viel abverlangt hat“, blickt Thomas Weberruß zurück – hernach gingen der TVG und der Coach getrennte Wege. Nach sieben Jahren. Bekanntlich übernahm Jochen Trinkner aus Bad Saulgau das Kommando am Blautopf.

Eine Handball-Saison-Vorbereitung ohne Thomas Weberruß, wann hat es das letztmals gegeben? „Upps, da muss ich selbst überlegen“, sagt der Blaubeurer, „ich war 20 Jahre Spieler, 20 Jahre Trainer.“ Der Kontakt zu manchem Aktiven ist noch gelegentlich da, aber vor allem zu Abteilungsleiter Tobias Lang, den Weberruß als „guten Freund“ bezeichnet.

Besuch bei den Ehemaligen

Am Samstag wird er seine Ehemaligen in der heimischen Baumann-Halle besuchen, wenn der TVG zur ungewohnten Spielzeit um 16 Uhr den Favoriten TSV Zizishausen empfängt. Nach dem desolaten Auftaktspiel in Herbrechtingen, das sang- und klanglos 23:29 verloren wurde, will es die Blautal-Truppe dieses Mal besser machen. Weberruß ist jedenfalls davon überzeugt, dass der TVG einiges auf dem Kasten hat: „Die Qualität der Mannschaft ist gut. In dieser Saison hat sie zudem den Vorteil, dass sie im Gegensatz zum vergangenen Jahr eingespielt ist.“

Über die schönsten Momente, die er mit „seinen“ Gerhausern in all den Jahren erleben durfte, meint er lediglich, es sei schon „etwas Besonderes gewesen, dass etwas so lange funktionieren kann. Für mich waren die sieben Jahre absolut harmonisch. Das ist schon auch eine große Anerkennung.“ Anfragen von anderen Vereinen hat es bislang keine gegeben: „Wir haben uns erst ganz am Ende der vergangenen Saison getrennt, da hatte jeder andere Verein bereits seinen Trainer für die nächste Runde.“

Ob es ihn denn nicht wieder reizen würde, eine Mannschaft zu übernehmen? „Das ist jetzt im Moment ganz gut so, wie es ist, aktuell ist das kein Thema“, so der Hobby-Golfer, der mit einem Urteil über die anderen Vereine im Bezirk eher vorsichtig ist, „weil ich bislang niemanden gesehen habe“.

Eine Fern-Diagnose lässt sich Thomas Weberruß aber dennoch entlocken: „Blaustein und Söflingen werden ihre Rollen spielen wie gehabt. Sie werden sich in ihrer Klasse etablieren.“ Wohl wissend, dass es in der Baden-Württemberg-Oberliga noch deutlich rauer zugeht als eine Klasse tiefer in der Württemberg-Liga. Dort, so glaubt der frühere Drittligaspieler, wird sich die „HSG Langenau/Elchingen ebenso etablieren“ wie auch der TV Gerhausen, „wenn er hoffentlich schon früh in der Saison einen Lauf bekommt.“

Zur Person: Thomas Weberruß

Schon einige Stationen hat Thomas Weberruß von seinem Heimatverein TV Gerhausen aus durchlaufen. In der Regionalliga warf der Linkshänder für den TV Neuhausen/Erms Tore von der Rechtsaußen-Position, ebenso für den SC Vöhringen und Langenau. Trainerstationen waren zum Beispiel vor über zwölf Jahren beim damaligen Regionalligisten Langenau oder auch bei der TSG Ehingen, ehe „Webse“ wieder bei seinem Heimatverein am Blautopf landete.