Viereinhalb Jahre lang spielte Handball-Profi Nicolai Theilinger beim HC Erlangen. An diesem Donnerstag (19 Uhr/Sky) kommt der Linkshänder mit seinem neuen Verein Frisch Auf Göppingen an seine alte Bundesliga-Wirkungsstätte zurück.

„Mit dem HC Erlangen verbinde ich viel Positives“

„Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich“, bekennt der 27-Jährige, „mit Erlangen verbinde ich sehr viele positive Erlebnisse, sowohl mit den Fans als auch mit der Mannschaft. Aber ich werde versuchen, die Gefühle erst nach dem Spiel zu zeigen.“ Zwar stieg der HCE nach der Verpflichtung des gebürtigen Köngeners in der Winterpause der Saison 2014/15 ab, doch danach ging es mit „Theile“, so sein Spitzname, und dem Klub nach oben. Es folgte der sofortige Wiederaufstieg. Theilinger avancierte zum Publikumsliebling, wurde zum Spieler des Jahres gewählt und gab sogar sein Debüt in der Nationalmannschaft.

Im vergangenen Sommer schließlich kehrte der Rückraumspieler mit der Nummer drei in die Nähe seiner alten Heimat zurück. Nach zwei langwierigen Verletzungen, die er sich noch im Erlanger Dress zugezogen hatte, versucht der Rotschopf nun in Göppingen zu alter Form zurückzukehren.

„Körperlich bin ich zu 99 Prozent fit, ich habe keine Probleme oder Beschwerden“, versichert er. Handballerisch sei er jedoch noch nicht bei 100 Prozent, so Theilinger: „Ich muss mich noch an das neue Spielsystem gewöhnen, aber vor allem in der Abwehr habe ich viel Spaß. Ich mag das eins gegen eins und die Möglichkeit, sich mit anderen zu messen.“

Zu Nemanja Zelenovic, seinem Pendant im rechten Rückraum, der seinen Vertrag vor kurzem um ein Jahr verlängerte, hat „Theile“ ein gutes Verhältnis. „Wir verstehen uns gut und tauschen uns häufig aus.“ Wenn man auf den dritten Linkshänder im Rückraum, Srdjan Predragovic, zu sprechen kommt, wird Theilinger einsilbig. „Er trainiert mit uns. Der Trainer entscheidet dann, wer spielt“, erklärt er. Bislang hat Predragovic noch keine Minute Spielzeit in der Bundesliga bekommen.

Wenn Theilinger mal nicht spielt oder trainiert, paukt er für sein Studium. Ebenso wie Mitspieler Marco Rentschler ist der 27-Jährige im Fach Internationales Management an der Hochschule Ansbach eingeschrieben. Bis Ende kommenden Jahres möchte er seinen Bachelor-Abschluss in der Tasche haben. Während Theilinger längst nach Göppingen gezogen ist, wohnt Freundin Sophie weiter in Erlangen und absolviert in Bamberg ein Masterstudium.

Gegen Erlangen erwartet Theilinger, dessen Vertrag bei Frisch Auf 2021 ausläuft, ein schweres Spiel. Sein Ex-Klub ist heimstark. In der heimischen Arena sind die Franken noch ungeschlagen, in der Liga verloren sie nur beim Deutschen Meister SG Flensburg/Handewitt (21:24) sowie den Füchsen Berlin (23:30). „Unsere Chancenverwertung war in Magdeburg richtig schlecht, da müssen wir uns deutlich steigern“, fordert er. Dennoch ist Theilinger optimistisch. „Wir fahren mit zwei Punkten nach Hause“, ist er überzeugt.

Frisch Auf mit Personalsorgen im linken Rückraum

Während die Göppinger im rechten Rückraum mit drei Akteuren ein personelles Überangebot haben, sieht es auf der anderen Seite personell schwierig aus: Sowohl Ivan Sliskovic als auch Sebastian Heymann sind nach wie vor angeschlagen. Gut möglich, dass beide nicht oder nur kurz spielen können. Dann würde wie in Magdeburg Regisseur Tim Kneule den Part im linken Rückraum übernehmen und Josip Peric als Mittelmann erneut seine Chance bekommen, kündigte Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer an.

Nächstes Spiel schon drei Tage später


Spielplan Nur 68 Stunden nach dem Bundesligaspiel beim HC Erlangen müssen die Handballer von Frisch Auf Göppingen erneut auf die Platte. Am Sonntag um 16 Uhr (Sky) empfängt die Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer die Eulen Ludwigshafen. Die Pfälzer sind derzeit Vorletzter und haben erst ein Spiel gewonnen (34:27 im Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig). Ein Sieg über die Eulen ist für Frisch Auf Pflicht, will das Team nicht noch weiter in der Tabelle nach unten rutschen.