Der mühsame 32:28 (14:13)-Erfolg an diesem Donnerstag beim Tabellen-19. TuSEM Essen war für die Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen nicht mehr als ein Pflichtsieg. Mit der Leistung konnte unter dem Hohenstaufen niemand so recht zufrieden sein.

Mayerhoffer: Nicht das Gelbe vom Ei

„Das war sicher nicht das Gelbe vom Ei“, gab Trainer Hartmut Mayerhoffer denn auch unumwunden zu. Nach der Partie kritisierte Kapitän Tim Kneule das Abwehrverhalten seines Teams. „Essen hat sehr gut mit dem Kreis zusammengespielt. Das haben wir schlecht verteidigt“, bekannte der Routinier.
Gegen den THW Kiel, an diesem Sonntag um 16 Uhr zu Gast in der EWS-Arena (live auf Sky Sport 4), muss sich das Team enorm steigern, um eine Chance zu haben, den Rekordmeister zu bezwingen. Das sieht auch Kneule so und denkt dabei wieder an das Unterbinden der Kreisanspiele. „Kiel ist ein ganz anderes Kaliber als Essen. Die haben Bären am Kreis. Da müssen wir deutlich besser spielen“, fordert der Regisseur, der gegen Essen im rechten Rückraum eingesetzt wurde, wenn der starke Nemanja Zelenovic (acht Tore bei neun Versuchen) mal eine Verschnaufpause brauchte. Der zweite etatmäßige Linkshänder im Rückraum, N­icolai Theilinger, fällt wegen eines doppelten Bänderrisses im rechten Fußgelenk länger aus.

Kiel gespickt mit Weltklasse-Spielern

Die Göppinger müssen allerdings nicht nur das Kreisläuferspiel des Deutschen Meisters so gut es geht unterbinden. „Wir müssen auch das Tempospiel und die Wurfgewalt der Kieler in den Griff bekommen“, erklärt Frisch-Auf-Trainer Mayerhoffer, „Kiel ist vorne absolute Weltklasse, da ist es egal, wer auf der Platte steht. Es macht keinen Sinn, sich auf eine Spielposition zu konzentrieren.“ Zudem müsse man sich im eigenen Angriff auf die 6:0- und die 3:2:1-Abwehr der Norddeutschen vorbereiten.
Rückraum-Ass Zelenovic verspricht den Fans, dass Frisch Auf alles in die Waagschale werfen wird: „Wir müssen daran glauben, dass wir gewinnen können. Kiel hat eine überragende Mannschaft. Wir müssen kämpfen bis zum Ende, so wie wir es immer gemacht haben.“
Ebenso wie die Göppinger musste auch der THW an diesem Donnerstag antreten: In der Champions League gab es beim FC Barcelona eine 25:29-Niederlage. Damit stehen die Zebras mit 7:7 Punkten nur auf dem vierten Platz der Vorrundengruppe B. Platz eins oder zwei, die den direkten Einzug in das Viertelfinale bedeuten würden, sind derzeit weit weg. Am Erreichen der K.o.-Runde besteht aber kein Zweifel.
Schon den ersten Vergleich mit dem Starensemble aus Katalonien hatten die Kieler vor Wochenfrist mit 26:32 verloren. „Die Jungs haben einen super Kampf hingelegt, und wir waren insgesamt viel schlauer als im Hinspiel. In den Schlüsselmomenten ist es uns allerdings nicht gelungen, die Tore zu machen“, analysierte THW-Coach Filip Jicha. „Wir haben 60 Minuten gut gekämpft. Trotzdem gab es diese Momente im Spiel, in denen wir nicht fokussiert waren. Dafür ist Barça dann aber einfach zu stark“, sagte auch THW-Keeper Niklas Landin. Wie schon im Hinspiel suchte Weltklasse-Neuzugang Sander Sagosen auch in Spanien nach seiner Form. Nur drei seiner zehn Würfe landeten im Tor. Backup Oscar Sunnefeldt und Kapitän Domagoj Duvnjak blieben ohne Treffer.
In der Bundesliga hingegen läuft es für die Zebras richtig gut: Mit einem Zwei-Tore-Sieg bei Frisch Auf wäre Kiel wieder Tabellenführer. (mit dpa)

Info Das Spiel ohne Zuschauer wird auf Sky Sport 4 ab 15.55 Uhr live übertragen. Zudem bringt die ARD-Sportschau ab 18.30 Uhr eine Zusammenfassung.