Es war eine erste Hälfte der Kontraste: Die einen, die Bundesliga-Handballerinnen des Tabellenführers und Überfliegers Borussia Dortmund, spielten an der Grenze zur Perfektion. Für die anderen, die Frisch-Auf-Frauen, wurden die ersten 30 Minuten zur Lektion. Und so lagen die Göppingerinnen bei ihrem Gastspiel in der Sporthalle Wellinghofen zur Halbzeit bereits aussichtslos mit 9:20 im Hintertreffen.

Frisch Auf liegt schnell mit 0:5 und 1:9 in Rückstand

Nach dem Seitenwechsel gewährte Dortmunds Trainer Andre Fuhr vielen jungen Spielerinnen Einsatzzeiten, sodass die Frisch-Auf-Frauen den Rückstand zwischenzeitlich auf acht Treffer minimieren konnten, der für das Team von Trainer Aleksandar Knezevic am Ende zwölf Treffer betrug.

Der BVB kam hervorragend in die Gänge, agierte nach der schnellen 5:0-Führung mit einem Selbstverständnis und einer Spielfreude, die ihresgleichen suchte. Die Frisch-Auf-Frauen kamen in der Offensive gegen die bewegliche Abwehr der Gastgeberinnen nicht zurecht, konnten weder über die Außen noch am Kreis Akzente setzen.

Frisch-Auf-Frauen im DHB-Pokal jetzt bei der Neckarsulmer Sport-Union

Auch wenn die Frisch-Auf-Frauen am Samstag keinen Gradmesser darstellten, dürfte in dieser Form mit den Dortmunderinnen im Kampf um die Meisterschaft zu rechnen sein. Fuhr hält den Ball noch flach: „Unser erstes Ziel ist es, unterm Weihnachtsbaum als Tabellenführer zu stehen.“ Dazu muss noch eine Partie gewonnen werden, dann geht es erst Ende Dezember nach der Weltmeisterschaft weiter.

Bei den Frisch-Auf-Frauen braucht man sich über die Niederlage beim übermächtigen Gegner nicht weiter zu grämen. Der Blick muss vielmehr nach vorne gerichtet werden, denn schon am Samstag gibt es bei den noch punktlosen Vipers der HSG Bad Wildungen ein ganz wichtiges Spiel im Kampf um den Klassenerhalt. Dann steht ein Team der gleichen Kragenweite auf der Platte, dem man von Anfang an Paroli bieten will und muss.

Auch dort wird der Fanclub die Mannschaft unterstützen. Dieser ließ sich auch in Dortmund trotz der sich abzeichnenden Klatsche nicht entmutigen und feuerte die Göppingerinnen unentwegt an, die erst in der sechsten Minute durch Michaela Hrbkova zu ihrem ersten Torferfolg kam.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Knezevic bereits eine Auszeit genommen (5.). Die zweite folgte vier Minuten später, als Dortmund 9:1 in Führung lag. Beim 14:4 (18.) hatte sich der BVB erstmals einen Zehn-Tore-Vorsprung herausgeworfen, zur Pause betrug die Differenz elf Tore (20:9). Danach sah es lange Zeit so aus, als würde Frisch Auf zumindest die zweite Hälfte  gewinnen können, doch am Ende hatte Dortmund auch die zweiten 30 Minuten knapp für sich entschieden.

Frank Höhmann

BVB Dortmund: Duijndam, Roch, Ten Holte; Smits (6), Dulfer (4), Bleckmann (1), Grijseels (4/2), Müller-Korn, Kockel (1), Zych (1), Sobiech (7/1), Fujita, Vollebregt (6), Weisheitel (1), Freriks (1).
Frisch Auf Göppingen: Jankovic, Zec; Brugger (2), Blanke (4), Hrbkova (6/5), Petrinja, Morf-Bachmann (3), Adamkova (1), Krhlikar, Guberinic (3), Welter (1).
Schiedsrichterinnen: Jennifer Eckert/Maria Ludwig (Leipzig). Zeitstrafen: 4:4 Minuten.

Zuschauer: 600.

Im Pokal-Viertefinale nach Neckarsulm


DHB-Pokal Bei der Auslosung für das Pokal-Viertelfinale lief es für die Frisch-Auf-Frauen besser als beim Ligaspiel in Dortmund: In der Runde der letzten Acht müssen die Göppingerinnen beim württembergischen Liga­rivalen Neckarsulmer Sport-Union antreten. Gespielt wird am 11./12. Januar 2020. Sollten die Frisch-Auf-Frauen gewinnen, wären sie für das ­Final Four in Stuttgart qualifiziert.