Erleichterung bei Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen: Dank eines 28:22 (13:13)-Heimerfolgs über den Bergischen HC hat sich die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer etwas Luft im Abstiegskampf verschafft und ist in der Tabelle mit den Oberbergischen gleichgezogen. Der Abstand auf die Abstiegsränge beträgt nun fünf Punkte.

Trainer Mayerhoffer lobt Frisch-Auf-Spieler für ihren Einsatz

„Die Spieler haben alles investiert und wollten unbedingt gewinnen“, sagte Coach Mayerhoffer, „ich muss ihnen ein Lob für ihren Einsatz und ihre Körpersprache aussprechen. Das war eine ganz starke Leistung.“

Dabei bahnte sich nach neun Minuten ein Debakel für die Grün-Weißen an, denn die Gäste führten mit 8:2. Frisch Auf gelang es bis dahin nicht, das schnelle Angriffsspiel des BHC zu unterbinden. „Bei uns hat in dieser Phase gar nichts geklappt“, analysierte Linksaußen Marcel Schiller, „der BHC ist gerannt und gerannt und unser Rückzugsverhalten war richtig schlecht.“

Göppingen kassiert in 15 Minuten nur drei Gegentore

Das änderte sich jedoch wenige Minuten später. Nach der 10:7-Führung der Gäste in der 16. Minute dominierte Frisch Auf plötzlich die Partie. Die Abwehr um den erneut überragenden Jacob Bagersted hatte sich inzwischen auf das Tempospiel des BHC eingestellt und ließ bis zur Pause nur noch drei Tore der Gäste zu. Zwar baute der BHC seine Führung noch einmal auf 13:8 aus (22.), doch nach einem 5:0-Lauf, an dem auch Torhüter Daniel Rebmann mit mehreren Paraden großen Anteil hatte, konnte der Gastgeber vor 3700 Fans in der EWS-Arena bis zur Pause zum 13:13 ausgleichen.

In der 35. Minute gingen die nun selbstbewusster auftretenden Grün-Weißen, die erneut auf Regisseur Josip Peric verzichten mussten und dafür wieder auf Christos Erifopoulos setzten, durch ein Schiller-Tor zum 17:16 erstmals in Führung. Zwölf Minuten später brachte der starke Linkshänder Nemanja Zelenovic – mit sechs Toren zweitbester Schütze hinter Kresimir Kozina (7) – mit seinem Treffer zum 21:17 die Hausherren zum ersten Mal mit vier Toren in Front. Damit war die nicht mehr für möglich gehaltene ­Entscheidung zu Gunsten der Göppinger gefallen. Als beim 28:22 die Schlusssirene ertönte, betrug der Vorsprung sogar sechs Tore. In der letzten Minute ­feierte Nachwuchsmann und Eigen­gewächs Oskar Neudeck sein Bundesligadebüt.

„Zu Beginn waren wir sehr nervös und verkrampft“, meinte Kapitän Bagersted, „aber dann haben wir Charakter gezeigt. Das war ganz stark. Aufgeben gibt es nicht.“ Göppingens Sportlicher Leiter Christian Schöne lobte das Team für die aufopferungsvolle Aufholjagd: „In der zweiten Halbzeit haben wir eine ganz große Willensleistung gezeigt. Mit der Führung im Rücken hat die Mannschaft dann die letzten Kraftreserven freigesetzt.“

Nach einer einwöchigen Pause greifen die Göppinger am kommenden Donnerstag wieder ins Bundesliga-Geschehen ein. Dann wollen sie bei Kellerkind HSG Nordhorn/Lingen die nächsten Punkte einfahren.

Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Kastelic (n.e.); Neudeck, Theilinger, Kneule (3), Bagersted (3), Sliskovic (3), Sörensen (1), Schiller (5/2), Rentschler, Erifopoulos, Hermann, Zelenovic (6), Kozina (7).

Bergischer HC: Rudeck (31.-47.), Mrkva; Darj (1), Weck (3/1), Gunnarsson (2/2), Nippes (2), Baena, Fraatz (3), Babak (1), Szücs (2), Damm (1), Gutbrod (1), Arnesson (2), Johannsson, Boomhouwer (2), Stutzke (2).

Schiedsrichterinnen: Kuttler/Merz (Oberteuringen/Meckenbeuren).

Zeitstrafen: 10:8 Minuten.

Zuschauer: 3700.