Die Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen können doch noch auswärts gewinnen: Bei Kellerkind HSG Nordhorn-Lingen setzte sich die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer mühelos mit 30:20 (15:9) durch. Es war der erste Erfolg in fremder Halle seit mehr als vier Monaten.

Göppingens Linksaußen Marcel Schiller mit 10/5 Toren bester Schütze der Begegnung

„Das war eine tolle Mannschaftsleistung“, freute sich Göppingens Linksaußen Marcel Schiller, mit 10/5 Treffern und einer 100-prozentigen Torquote bei seinen Strafwürfen bester Schütze der Begegnung. Doch wie beim 28:22-Heimsieg über den Bergischen HC vor einer Woche verschlief Frisch Auf die Anfangsphase und lag schnell mit 0:2 zurück (4.). In der zunächst schwachen Partie leisteten sich beide Teams zu Beginn eine Vielzahl an technischen Fehlern.

Die Gäste, die auf die verletzten Sebastian Heymann, Josip Peric und Nemanja Zelenovic verzichten mussten und stattdessen auf Neuzugang Pouya Norouzinezhad, Axel Goller und A-Jugendspieler Oskar Neudeck setzten, hatten es Torhüter Daniel Rebmann zu verdanken, dass sie das Spiel relativ schnell drehen konnten. In der elften Minute traf Rückraumspieler Ivan Sliskovic zum 4:3 aus Frisch-Auf-Sicht.

Pouya Norouzinezhad trifft bei seinem Einstand zwei Mal für Frisch Auf

Durch die Patzer der HSG, die den Beweis ihrer Bundesligatauglichkeit schuldig blieb, hatte Göppingen leichtes Spiel und kam zu vielen Gegenstoßtoren. Nach 27 Minuten führte Frisch Auf erstmals mit sechs Toren. Der Iraner Norouzinezhad hatte zum 13:7 getroffen. Für den Ex-Gummersbacher, der in der 17. Minute eingewechselt worden war und zumeist in der Offensive als Mittelmann oder im linken Rückraum spielte, war es bereits der zweite Treffer im grün-weißen Trikot. „Das war Wahnsinn. Wir haben alles, was der Trainer gesagt hat, umgesetzt. das war eine starke Leistung“, freute sich der Neuzugang. Auch zur Pause hatte die Sechs-Tore-Führung Bestand.

Im zweiten Durchgang begann Göppingen erneut stark und führte nach 34 Minuten durch einen Treffer von Linkshänder Nicolai Theilinger, der trotz Oberschenkelproblemen auflaufen konnte, zum ersten Mal mit neun Toren Vorsprung (19:10). Nach dem 23:14 durch Kapitän Tim Kneule in der 40. Minute ließ es Frisch Auf etwas lockerer angehen, so dass der Tabellenletzte noch einmal auf 25:20 herankam (49.). Die Möglichkeit der HSG, den Rückstand weiter zu verkürzen, vereitelte der eingewechselte Urh Kastelic, der in der zweiten Hälfte ebenso einen starken Eindruck hinterließ wie Rebmann in der ersten.

In den Schlussminuten konnte sich Trainer Mayerhoffer den Luxus erlauben, unter anderem Nachwuchsspieler Oskar Neudeck aufs Parkett zu schicken. Der 18-Jährige dankte es ihm mit seinen ersten beiden Erstligatoren.

Nach der einseitigen Partie richtete Marcel Schiller den Blick auf das nächste Spiel am Sonntag beim TVB Stuttgart (13.30 Uhr/Porsche-Arena): „Im Derby wollen wie so auftreten wie in den letzten beiden Spielen. Wir wollen Vollgas geben und gewinnen.“

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (ab 22.), Buhrmester; Verjans (1), Heiny, Leenders, Weber (8/4), Mickal (3), Miedema, Terwolbeck, de Boer, Vorlicek (1), Prakapenia, Seidel (2), Possehl (2), Pöhle (3), Kalafut.

Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Kastelic (ab 43.); Neudeck (2/1), Theilinger (3), Kneule (4), Bagersted (1), Sliskovic (1), Sörensen (2), Schiller (10/5), Rentschler (n.e.), Goller, Hermann, Kozina (5), Norouzinezhad (2).

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Neuried/Offenburg).

Zeitstrafen: 8:6 Min. - Z.: 2500.