In allen Sportarten ist der Ligabetrieb wegen der Ausbreitung des Coronavirus zum Erliegen gekommen. Jetzt haben die meisten Topvereine in der Region den Trainingsbetrieb eingestellt. Die Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen hatten am Freitag noch zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Nach dem freien Wochenende fiel dann die Entscheidung: Ab sofort wird nicht mehr gemeinsam trainiert. Das teilte Frisch-Auf-Geschäftsführer Gerd Hofele an diesem Montag mit. „Der Trainingsbetrieb wird eingestellt. Das gilt bis auf weiteres. Wie es dann weitergeht, wissen wir noch nicht. Niemand kann die Entwicklung vorhersehen“, sagte er. Der Manager bezeichnete die Entscheidung als alternativlos.

Auch andere Handball-Bundesligisten trainieren seit diesem Montag nicht mehr gemeinsam. „Wir haben derzeit alle die gleichen Probleme“, bestätigte Hofele. Alle Profis erhalten individuelle Trainingspläne, um fit zu bleiben. Bereits am Donnerstag ­hatte das Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL), dem Hofele als Vizepräsident Finanzen angehört, beschlossen, den Spielbetrieb in der ersten Liga bis mindestens 19. April auszusetzen. In einer Telefonkonferenz an diesem Montag bekräftigten die Geschäftsführer der 18 Bundesligaklubs, dass sie hinter dieser Entscheidung ­stehen.

In der zweistündigen Konferenz wurde beschlossen, dass man am Ziel, die Saison bis spätestens 30. Juni zu Ende zu spielen, weiterhin festhalten möchte. Außerdem ging es darum, zu analysieren, welche sportlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen die lange Spielpause auf die Klubs hat. Dass es wirtschaftliche Probleme für die Vereine geben wird, ist klar. „Wir werden versuchen, Hilfen von der Politik zu bekommen“, erklärte Hofele, „und das werden wir gemeinschaftlich ­machen.“

Unterdessen mahnt Frisch- Auf-Kapitän Tim Kneule alle Beteiligten, ruhig zu bleiben. „Das ist zwar eine sehr ernste Situation“, sagte er, „trotzdem sollten wir nicht in Panik verfallen.“ Im Familienkreis achte Kneule, der ein siebenjähriges Mädchen und einen vierjährigen Jungen hat, darauf, regelmäßig die Hände zu waschen und unnötige Kontakte zu vermeiden. „Hände waschen sollte ohnehin zum normalen Alltag gehören. Nur beim Kontakt zu den Großeltern müssen wir vorsichtig sein, weil sie zur Risikogruppe gehören“, sagte der Spielführer der Göppinger.

Frauen-Liga tagt heute

Die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen wollten sich gestern Abend mit Trainer und Geschäftsführer Aleksandar Knezevic treffen. Ob es nur eine Besprechung gibt oder auch trainiert wird, stand im Vorfeld noch nicht fest. An diesem Dienstag treffen sich Vertreter der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF), um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Sportverein setzt Einheiten ab

Beim Fußball-Oberligisten Göppinger Sportverein beschloss das Trainerteam um Gianni Coveli bereits am Sonntag, das Mannschaftstraining für eine Woche auszusetzen. Für die Spieler stehen nur individuelle Laufeinheiten auf dem Programm. „Wir haben das internationale und nationale Geschehen in den vergangenen Tagen verfolgt und beraten, wie wir vorgehen. Mit unserer Entscheidung wollen wir unseren Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten“, sagte Trainer Gianni Coveli. Die letzte gemeinsame ­Trainingseinheit fand am Donnerstag statt.

Weitere Absagen im Sport


Turnen Der Schwäbische Turnerbund (STB) hat entschieden, alle Veranstaltungen, wie zum Beispiel den Spielbetrieb oder Fortbildungsmaßnahmen bis 20. April auszusetzen. Bereits am Wochenende war der Oberligawettkampf zwischen dem Turnteam Staufen und dem TV Wetzgau II abgesagt worden.

Tennis Der Deutsche Tennisbund hat den Landesverbänden, unter anderem auch dem Württembergischen Tennisbund, empfohlen, den Spielbetrieb bis zum 26. April einzustellen. Außerdem sollen Gremien-Sitzungen nur via Telefonkonferenz stattfinden.

Darts Das Präsidium des Dartverbandes Oberschwaben hat beschlossen, die Saison sofort abzubrechen. Damit stehen Meister sowie Auf- und Absteiger bereits fest.