Am Ende waren es Kleinigkeiten, die für den knappen 31:28 (15:12)-Sieg von Rekordmeister THW Kiel im Handball-Bundesligaspiel bei Frisch Auf Göppingen verantwortlich waren. Nach einem Sechs-Tore-Rückstand in der 39. Minute ging beim Stand von 15:21 wie so oft in dieser Saison ein Ruck durch die Göppinger Mannschaft und Jacob Bager­sted und seine Mannschaftskameraden bliesen gegen den haushohen Favoriten zur Aufholjagd.

Frisch Auf kämpft sich nach Sechs-Tore-Rückstand wieder heran

Nachdem Kiels Nationalspieler  Hendrik Pekeler seine Farben erneut mit sechs Toren in Führung geworfen hatte (22:16/40.), war Frisch Auf neun Minuten später wieder auf Augenhöhe (23:25/49.). Großen Anteil daran hatte Torhüter Daniel Rebmann, der in dieser Phase gleich drei Siebenmeter parierte. Insgesamt waren es sogar vier.
Danach waren die Möglichkeiten, den Kielern noch näher auf die Pelle zu rücken, durchaus da. „Beim 24:26 hatten wir zwei glasklare Chancen, die wir liegen lassen“, ärgerte sich Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer über die ausgelassenen Tormöglichkeiten von Marco Rentschler und Tobias Ellebaek. „Wenn’s knapp wird, zählt jeder Fehler, vor allem in der Crunchtime. Den hätte ich natürlich machen müssen“, bekannte Rentschler.

Chance auf den Ausgleich vertändelt

Dennoch hatte Frisch Auf, das während der gesamten Partie nicht einmal in Führung lag, drei Minuten vor dem Ende die Ausgleichschance, doch Regisseur Janus Smarason vertändelte den Ball und Kiels Rechtsaußen Niclas Ekberg verwandelte den Gegenstoß zum 29:27. In der vorletzten Minute machte der ehemalige Welthandballer Domagoj Duvnjak mit seinem dritten Tor zum 30:28 alles klar.
Sowohl Linksaußen Marcel Schiller, gemeinsam mit Kiels Superstar Sander Sagosen mit neun Treffern bester Torschütze, als auch sein Trainer Mayerhoffer ärgerten sich über mehrere Abpraller in der ersten Hälfte, die alle bei den Gästen landeten. „Da waren ein paar unglückliche Aktionen dabei“, meinte er, „außerdem haben wir das ganze Spiel über viele Freie verworfen. Dennoch hat man gesehen, dass wir Chancen haben, wenn wir hinten gut stehen.“
Für Göppingens Trainer Mayerhoffer wäre sogar mehr drin gewesen. „Es waren nur Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben.“ Seinem Gegenüber Filip Jicha, dessen Mannschaft durch den Drei-Tore-Sieg die Tabellenspitze übernommen hat, stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Wir hatten Riesen-Respekt, weil Göppingen derzeit in guter Verfassung ist. Das waren zwei hart erkämpfte Punkte. Frisch-Auf-Torwart Daniel Rebmann hat durch seine gehaltenen Siebenmeter die Partie noch einmal spannend gemacht.“
Für die Göppinger geht es nun zwei Mal in den Norden – am Donnerstag nach Hannover und am Sonntag nach Flensburg. Danach folgen noch fünf weitere Spiele bis zur WM-Pause. „Das Programm ist knackig“, bekennt Rentschler, „wir haben heute einige gute Aktionen gesehen. Darauf müssen wir aufbauen.“
Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Kastelic (n.e.); Neudeck (n.e.), Kneule (1), Heymann (5), Bager­sted (1), Ellebaek (1), Smarason, Schiller (9/5), Rentschler (4), Goller (n.e.), Hermann (n.e.), Zelenovic (5), Kozina (2).
THW Kiel: Landin, Quenstedt (bei einem Siebenmeter); Ehrig (1), Duvnjak (3), Sagosen (9/1), Reinkind (3), Jacobsen (2), Sunnefeldt, Weinhold, Wiencek (5), Ekberg (6/1), Dahmke, Zarabec, Horak, Pekeler (2).
Schiedsrichter: Hurst/Krag (Berlin/Frankfurt).
Zeitstrafen: 14:10 Minuten.
Rote Karte: Kozina (53./dritte Zeitstrafe).

Frisch Auf und Flensburg – Fanfreundschaft seit 15 Jahren


„Flensburg & Göppingen – Leidenschaft verbindet“ Dieses Motto, das immer wieder auf Plakaten in der Halle bei Spielen zwischen den beiden Klubs zu lesen war, ist Teil einer außergewöhnlich gelebten Freundschaft. Dies beweisen die Fans der beiden Handballbundesligisten seit vielen Jahren. Seit der gemeinsamen Teilnahme am Pokal Final Four 2005 in Hamburg hat sich zwischen den beiden Traditionsklubs in den letzten 15 Jahren eine außergewöhnliche Fanfreundschaft entwickelt.

Vergleich Am 6. Dezember steht diese Paarung erneut auf dem Spielplan und viele Fans von Frisch Auf würden sich nur allzu gerne auf die Reise in den Norden machen, um ihre Mannschaft zu unterstützen und die Freunde in der Fördestadt zu besuchen. Da dies nicht möglich ist, hat sich der Fanclub Bianco Verde Göppingen eine Aktion einfallen lassen: Die Fangruppe bietet ab sofort „Solidaritäts-Lose“ auf virtuellen Eintrittskarten zu diesem Spiel an. „Jeder Fan, egal ob aus dem Norden oder Süden, kann sich mit einer E-Mail an bianco-verde-gp@gmx.de beliebig viele Solidaritäts-Lose zum Preis von je fünf Euro für dieses Spiel bestellen.

Tickets „Für jedes bestellte Los verschicken wir eine digitale Eintrittskarte, versehen mit einer Losnummer“, so die Fangruppe. Die Aktion fand bei den Verantwortlichen beider Vereine Anklang. Frisch Auf belohnt die Aktion mit Preisen: Für das Heimspiel gegen Flensburg in der nächsten Saison stellt der Verein unter anderem zwei VIP-Tickets zur Verfügung. Infos: www.facebook.com/fagfans/