Am Ende war der Jubel über den wichtigen 26:21 (12:12)-Heimerfolg der Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen über die HSG Wetzlar groß. So groß, dass Kreisläufer Kresimir Kozina im Überschwang der Gefühle auf Torwart Daniel Rebmann stürzte und ihn dabei an der linken Schulter verletzte. Doch als seine Mannschaftskameraden vor der Fankurve feierten, konnte der 25-jährige Keeper schon wieder mit­jubeln.

Göppinger Matchwinner Daniel Rebmann

Rebmann war einer der Matchwinner einer Göppinger Mannschaft, der man die Verunsicherung nach den zuletzt gezeigten schwachen Leistungen und den drei Niederlagen in Folge gegen Flensburg, Balingen und Melsungen in einigen Phasen in der ersten Hälfte anmerkte. Der Schlussmann wehrte insgesamt zwölf Würfe ab und hatte eine Quote gehaltener Bälle von beachtlichen 36 Prozent, womit das Torhüterduell klar an die Gastgeber ging.

Den Start verpatzte Frisch Auf vor nur 3600 Zuschauern (Saison-Minusrekord) in der EWS-Arena allerdings. Wetzlar lag schnell mit 3:0 (5.) und 4:1 (7.) in Front. Doch die Göppinger, angeführt von ihrem emotionalen  Leader Kozina, mit sechs Treffern bester Feldtorschütze der Begegnung, kämpften sich wieder heran, glichen zum 5:5 aus (13.) und gingen nach einer Viertelstunde durch ein Tor von Linkshänder Nemanja Zelenovic erstmals in Führung (7:6). Fünf Minuten vor der Pausensirene betrug der Vorsprung der Hausherren bereits drei Tore (12:9). Allerdings gelang den Mittelhessen bis zur Halbzeit noch der 12:12- ­Ausgleich.

Video FRISCH AUF! Heimsieg gegen Wetzlar!

Souveräner Auftritt von Frisch Auf im zweiten Abschnitt

Im zweiten Durchgang ging Frisch Auf durch einen Treffer  von Torjäger Marcel Schiller (7/3) schnell in Führung. Diese gab die Mannschaft bis zum 26:21-Endstand nicht mehr aus der Hand. Vor allem die aggressive und konzentriert agierende Abwehr der Gastgeber vor dem starken Torhüter Rebmann brillierte im zweiten Abschnitt. Frisch Auf hatte den Tabellennachbarn mit einer kämpferisch starken Leistung in den zweiten 30 Minuten jederzeit im Griff.

Für die Göppinger fühlte sich der letztlich souveräne Heimsieg wie ein Befreiungsschlag an. Entsprechend groß waren Jubel und Erleichterung. „Mir ist heute ein enormer Stein vom Herzen gefallen“, bekannte der völlig ausgepumpte Frisch-Auf-Kapitän Tim Kneule, der fast die gesamten 60 Minuten durchspielen musste. „Wir hatten in den letzten drei Trainingseinheiten vor dem Spiel nochmal richtig Gas gegeben. Unsere Leistung war heute deutlich besser, wir haben mit viel Emotionen, läuferisch stark und aggressiv gespielt. So müssen wir jetzt weitermachen“, forderte der ehemalige Nationalspieler.

Kneule und seine Mannschaftskameraden wollen die jüngste Niederlagenserie schnell vergessen machen. „Ich habe keine Lust, nochmal so eine Phase wie in den letzten drei Wochen zu erleben“, betonte der Frisch-Auf-Spielmacher. Der Anfang ist mit dem Sieg über die HSG gemacht.

Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Kastelic (n.e.); Theilinger (2), Kneule (4), Bagersted, Peric, Sliskovic (3), Sörensen (2), Schiller (7/3), Rentschler (n.e.), Predragovic (n.e.), Erifopoulos (n.e.), ­Hermann (n.e.), Zelenovic (2), Ko­zina (6).

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (16.-43.); Feld, Kneer, Björnsen (2), Weber, Mirkulovski (1), Torbrügge, Weissgerber (1/1), Frend (5), Holst (3/3), Forsell (4), Rubin (2), Kristjansson (1), Cavor (2).

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Irxleben).

Zeitstrafen: 8:2 Minuten.

Zuschauer: 3600.