Christian Schöne, der Sportliche Leiter von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen, hatte schon eine leise Ahnung. Im Vorfeld der Partie seiner Mannschaft am Samstagabend beim SC Magdeburg verglich er die aktuelle Situation des Gegners mit der aus dem vergangenen Jahr: Während der SCM in dieser Saison jüngst vier Spiele hintereinander in Pokal und Meisterschaft verloren hatte, sah es im vergangenen Herbst ähnlich aus. Die Bördestädter hatten eine schlechte Phase, waren gerade im EHF-Pokal ausgeschieden und fertigten dann Frisch Auf im DHB-Pokal in der Getec-Arena mit 40:27 ab.

Nach 27:40 im Pokal folgt 21:30-Niederlage für Frisch Auf Göppingen in der Bundesliga

So erging es den Göppingern auch dieses Mal: An gleicher Stelle setzte es eine ebenfalls deutliche 21:30 (14:16)-Niederlage. Allerdings müssen sich die Frisch-Auf-Profis dieses Mal an die eigene Nase fassen, denn bei besserer Chancenverwertung hätte man bei den verunsicherten Gastgebern an einem Remis schnuppern können. Allein in der zweiten Hälfte verwarfen die Mannen von Trainer Hartmut Mayerhoffer knapp zehn freie Würfe. „Wenn wir diese Tore nicht machen, wird es natürlich schwierig“, sagte der Coach. Ein ums andere Mal scheiterten die Göppinger Schützen vor allem im zweiten Durchgang am überragenden SCM-Keeper Jannick Green. Insgesamt sah Mayerhoffer im Spiel seiner Truppe trotz sieben technischer Fehler in Hälfte eins auch sehr gute Phasen und war sich sicher: „Der große Abstand am Ende lag in erster Linie an uns.“

Göppinger Sebastian Heymann mit Muskelverhärtung im Oberschenkel ins Spiel

Schon in der ersten Hälfte zogen die Magdeburger auf 10:4 davon (15. Minute). Danach musste Mayerhoffer den angeschlagenen Sebastian Heymann vom Feld nehmen, der mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel in die Begegnung gegangen war und zuvor zwei Tage lang nicht trainiert hatte. Damit fehlten im linken Rückraum beide etatmäßigen Spieler, weil Ivan Sliskovic wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel gleich zu Hause in Göppingen geblieben war. Dennoch bäumte sich Frisch Auf auf und kam durch einen Tor von Linksaußen Marcel Schiller, mit sieben Treffern, davon vier Siebenmeter, bester Schütze seines Teams, wieder auf 12:11 heran (23. Minute). Zur Pause führten die Bördestädter mit 16:14.

Im zweiten Durchgang konnte Frisch Auf den kleinen Rückstand zunächst halten (19:17/37.). Nach dem 23:19 durch Tim Sörensen hatte Frisch Auf eine neunminütige Torflaute, was die Hausherren ausnutzten, um auf 28:19 davonzuziehen und schon vorzeitig das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Zuvor hatte Mayerhoffer noch einmal Heymann aufs Parkett geschickt, doch auch er konnte nicht mehr für die Wende sorgen. Am Ende stand ein hoher 30:21-Sieg für die Gastgeber zu Buche. Dabei hatte Frisch Auf, das am Donnerstag nach Erlangen muss, im zweiten Durchgang nur ganze sieben Tore geworfen.

SC Magdeburg: Green, Thulin (n.e.); Musa (4), Chrapkowski, Musche (3), Steinert (1), Pettersson, Hornke (8/5), Kuzmanovski (1), Schmidt, Mertens (1), Lagergren (2), O’Sullivan, Bezjak (3), Damgaard (7).

Frisch Auf Göppingen: Rebmann (ab 18.), Kastelic; Theilinger (1), Kneule (2), Heymann, Bagersted (2), Peric (1), Sörensen (1), Schiller (7/4), Rentschler (2), Predragovic (n.e.), Hermann, Zelenovic (1), Kozina (4/1).

Schiedsrichter: Hurst/Krag (Oberursel/Frankfurt).

Zeitstrafen: 12:8 Minuten,.

Zuschauer: 6600 (ausverkauft).