Für den Auswärtssieg beim FSV Mainz 05 wurden zwar nur zwei Punkte in der Tabelle gutgeschrieben. Angesichts der Wichtigkeit der Partie zählten diese Punkte für die Frisch-Auf-Frauen aber doppelt. Ähnlich ist die Ausgangslage an diesem Samstag, wenn die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen in eigener Halle auf Oldenburg treffen.

Mit einem Sieg kann Göppingen Boden gutmachen

Die stellvertretende Spielführerin Iris Guberinic stuft die Partie gegen den drei Punkte besser platzierten Tabellenachten als „Drei-Punkte-Spiel“ ein. Gewinnen Guberinic und ihre Mannschaftskameradinnen, können sie weiter Boden gutmachen und bis auf einen Punkt an den Kontrahenten aus Niedersachsen herankommen. „Das ist unser Ziel. Wir wollen mit einem Heimsieg weiter weg vom Keller und uns langsam in Richtung Mittelfeld vorarbeiten“, sagt Aleksandar Knezevic. Der Trainer erwartet ein „spannendes Spiel“ gegen einen Gegner auf Augenhöhe.

Coach setzt auf Abwehrbollwerk

Eine starke Abwehr soll die Basis bilden, um Sicherheit in den Offensivaktionen zu erlangen. Das bittere Ende beim 28:29 gegen Leverkusen ist abgehakt. Im ersten Heimspiel des neuen Jahres möchten die Frisch-Auf-Frauen das bessere Ende nun für sich verbuchen. Ist die Mannschaft nahezu komplett, kann sie jedem Gegner gefährlich werden und sollte mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Doch so richtig abreißen will das Verletzungspech weiterhin nicht. Gegen Leverkusen erwischte es erneut Roxana Ioneac. Sie zog sich eine Verletzung an der Ferse zu und fehlt die kommenden Wochen. „Ich rechne mit zwei Monaten“, sagt Knezevic, der sich an Ausfälle mittlerweile gewöhnt hat. So werde man auch diesen neuerlichen Rückschlag irgendwie wegstecken.

Oldenburg geht angeschlagen in die Partie bei den Frisch-Auf-Frauen

Mit Verletzungen muss auch der VfL Oldenburg kämpfen. Vor einigen Wochen erwischte es Lina Genz (Kreuzbandriss), die die komplette Saison ausfällt. Neuzugang Carina Aselmeyer (Syndesmoseband) fehlt seit mehreren Wochen. Im dritten Jahr in Folge backt man beim VfL Oldenburg kleinere Brötchen. So trennte sich der VfL zum Ende der vergangenen Saison von seiner Toptorschützin Angie Geschke sowie von Isabelle Jongenelen, Cara Hartstock und Annamaria Ferenczi. Bekanntester Neuzugang des DHB-Pokalsiegers von 2018 ist Kathrin Pichlmeier von der HSG Blomberg-Lippe. Zu den Stützen des Teams zählen neben ihr Myrthe Schoenaker, Helena Mikkelsen und die 23-jährige Außenspielerin Jenny Behrend, die im März vergangenen Jahres ihr Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab.

Oldenburg mit Verletzten

Im Pokal lief es, anders als in der Vergangenheit, in dieser Saison für das Team des jungen Trainers Niels Bötel nicht so gut. Oldenburg blieb bereits in der zweiten Runde beim Zweitligisten TSV Nord Harrislee auf der Strecke (31:33). In der Liga jedoch konnte der VfL dem Deutschen Meister einen Punkt abknöpfen, hatte beim 29:29 bis kurz vor Schluss sogar noch mit drei Toren geführt, ehe die SG BBM Bietigheim mit Mühe und Not noch einen Zähler retten konnte. Man befinde sich auf einem guten Weg, brauche aber noch etwas Zeit, betont Bötel. Wenn man sich diese geben und hart weiterarbeiten würde, ließe sich auch die dritte Phase des Umbruchs erfolgreich meistern. Zuversicht verleihen dem Oldenburger Coach die jüngsten beiden Darbietungen gegen Metzingen und in Bensheim. „Es zeigt sich, dass sich unsere Arbeit bezahlt macht. Wir können mit einem guten Gefühl in das neue Jahr gehen.“

Dieses hält als erstes die Auswärtsaufgabe in Göppingen parat, wo der VfL letztmals im September 2015 doppelt punkten konnte (31:26). In der vergangenen Saison gingen beide Spiele an die Frisch-Auf-Frauen, die an diesem Samstag an ihre positive Bilanz gegen Oldenburg anknüpfen ­wollen. Frank Höhmann