Ihre Unterschrift ist trocken, der zweite Neuzugang der Göppinger Bundesliga-Handballerinnen nach Sarka Marcikova (Herrenberg) steht fest: Von den Spono Eagles Nottwil heuert die Schweizer Nationalspielerin Pascale Wyder bei den Frisch-Auf-Frauen an. Die 24-Jährige hat sich für zwei Spielzeiten an die Grün-Weißen gebunden.

Abgänge von Blanke und Schindler kompensiert

„Mit Sarka und Pascale haben wir die Abgänge von Annika Blanke und Johanna Schindler kompensiert“, freut sich Aleksandar Knezevic auf sein neues und „vom Spielertyp her total unterschiedliches“ Rückraumduo. Der Trainer und Geschäftsführer der Göppingerinnen setzt damit die Tradition fort, Spielerinnen aus dem Nachbarland anzulocken. Vor einigen Jahren holte er Karin Weigelt und Nicole Dinkel, vergangene Saison Romy Morf-Bachmann, jetzt Pascale Wyder. Der Vorteil: Morf-Bachmann und Wyder kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim TV Zofingen – und aus der Nationalmannschaft. Nun laufen sie zusammen für Frisch Auf auf.
Pascale Wyder hat bislang ausschließlich in ihrem Heimatland gespielt und steht vor ihrem ersten Engagement im Ausland. Mit den Spono Eagles qualifizierte sie sich in den vergangenen Jahren stets fürs internationale Geschäft. Durch ihre guten Leistungen gelang ihr der Sprung in die Nationalmannschaft, für die sie bislang 42 Länderspiele bestritten hat. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. In der Bundesliga geht es härter und temporeicher zur Sache, es herrscht eine andere Qualität als in unserer Liga“, weiß die 24-Jährige, was sie im deutschen Oberhaus erwartet.

Mehrere Schweizerinnen wechseln in die Bundesliga

Einige ihrer Kolleginnen aus der „Nati“ tun es der mit Spitznamen „Pasci“ gerufenen Pascale Wyder gleich. Torhüterin Lea Schüpbach geht zur HSG Bad Wildungen, Kerstin Kündig zum Thüringer HC. „Das kann nur förderlich für die Entwicklung unserer Nationalmannschaft sein“, sagt die 24-Jährige, die durch ihre Eltern zum Handball kam, die beide auf der Platte aktiv waren. „Ich habe in meiner Jugend auch andere Sportarten ausprobiert, bin aber beim Handball hängengeblieben, da meine Mutter damals die Jugend des HSC Suhr Aarau trainiert hat.“
Zwar hat Wyder für kurze Zeit einmal die Linksaußenposition ausgetestet, dann wechselte sie jedoch wieder zurück in den Rückraum. „Ich spiele normal auf Mitte, helfe bei Engpässen aber auch auf Halblinks aus.“ Für eine Bestmarke hat sie vor eineinhalb Jahren bei einem Pokalspiel gesorgt, als ihr bei 25 Wurfversuchen 21 Treffer gelangen und sie den 13 Jahre alten Rekord einstellte. In der Saison 2018/19, in der sie 200 Tore erzielte, landete sie in den „Top 3“ bei der Wahl zur wertvollsten Spielerin.
Zunächst möchte sich die Eidgenossin aber schnell in der Mannschaft und ihrer neuen Umgebung einleben. Eine Wohnung hat sie bereits gefunden, jobmäßig sieht es gut aus: Die 24-Jährige, die im Juni ihr Lehramtsstudium abschließt, soll ab September an einer Göppinger Grundschule Sport und Mathematik unterrichten. „Neuer Job, neuer Verein, erstmals weg von Familie und Freunden: Das wird eine Herausforderung, auf die ich mich aber sehr freue.“ Unterstützung von daheim dürfte sie beim einen oder anderen Spiel bekommen, auch wenn es mit dem Auto aus der Nähe von Luzern gute drei Stunden Fahrt sind.