Etwa zwei Drittel der rund 1000 Zuschauer hielten es mit den Schnaitheimern. Und so hallten nach Spielschluss die Jubelrufe über den „Derbysieg“ durch die Arena, die schon seit Jahren bei Handballspielen des Heidenheimer Sportbundes keine solche Kulisse mehr erlebt hatte.

Leicht hatten es die Hausherren dem Tabellenführer und seiner stimmgewaltigen Gefolgschaft allerdings lange Zeit nicht gemacht. Bis Mitte der zweiten Halbzeit war das Derby hart umkämpft. Zum letztlich entscheidenden Bruch kam es beim Stand von 19:19, als der HSB in doppelte Unterzahl geriet und Schnaitheim mit einem 5:0-Lauf auf 24:19 davonziehen konnte.

Pech hatte der HSB, dass in dieser Phase mit Spielgestalter Bayram Somogyi im zentralen Rückraum ein wichtiger Mann verletzungsbedingt ausfiel. Auch Florian Biebl (Rückraum halbrechts) musste in der Schlussphase noch angeschlagen passen. „Der Substanzverlust war zu groß, das konnten wir nicht verkraften“, meinte nach Spielschluss HSB-Trainer Günther Sauer.

„Wir konnten lange Zeit mithalten, und vielleicht wäre eine Überraschung möglich gewesen. Aber am Ende fehlte uns auch der letzte Tick Cleverness. Ärgerlich ist, dass wir uns jetzt im dritten Spiel in Folge gut verkauft haben, aber letztlich die Früchte nicht ernten konnten“, resümierte der Coach der Gastgeber.

Für Schnaitheims Trainer Jeremias Rose war es hingegen nicht überraschend, dass die Heidenheimer so lange Widerstand leisteten: „Es war mir klar, dass es eine enge, harte Kiste wird. Wir konnten nicht gleich so wegziehen wie gegen Königsbronn. Aber ab Mitte der zweiten Halbzeit haben wir dann hinten sehr gut gedeckt und vorne besser zusammengespielt. Als wir schließlich auf fünf Tore davonzogen, war das der Knackpunkt des Spiels. Der Sieg war am Ende sicher verdient“, lautete sein Fazit nach der kampfbetonten und lange Zeit sehr spannenden Bezirksliga-Partie.

Nach ausgeglichener Anfangsphase mit wechselseitiger knapper Führung gelang es dem HSB, eine gute Viertelstunde nach dem Anpfiff der sicher leitenden Schiedsrichter Bächle und Reichle (SG Lenningen) auf 11:7 davonzuziehen. Rose nahm eine Auszeit und schwor sein Team neu ein, das dann auch deutlich konzentrierter zu Werke ging und den Rückstand in eine 12:11-Führung drehte.

Dem HSB gelang in dieser Phase nur wenig. Zu viele Ballverluste und überhastete Abschlüsse hatten zur Folge, dass die Gastgeber bis zur Pause nur noch zwei Treffer bejubeln durften. Trotzdem gingen sie nochmals mit 13:12 in Führung, mussten dann aber in doppelter Unterzahl noch kurz vor der Halbzeitsirene das 13:13 durch einen von Jochen Ruoff verwandelten Siebenmeter hinnehmen.

Spitzenreiter Schnaitheim hatte sein Visier in der zweiten Halbzeit deutlich besser eingestellt. Steffen Sturm erwies sich jetzt als treffsicherer Rückraumbomber, und Oliver Aeugle schloss etliche Tempogegenstöße erfolgreich ab. Mehr als die Hälfte aller TSG-Treffer gingen am Ende auf das Konto dieses Duos. Auch in der Abwehr agierten die Gäste nun zunehmend entschlossener. Bei der 24:19-Führung der Schnaitheimer war eine Vorentscheidung gefallen. Der HSB konnte zwar noch dreimal auf drei Tore herankommen (22:25, 23:26 und 25:28), ernsthaft zu gefährden war der Sieg der Grün-Weißen aber nicht mehr.

„Wir haben ein phantastisches Publikum. Es hat diese Partie für uns zum Heimspiel gemacht“, lobte Jeremias Rose die TSG-Fans. Während Schnaitheim mit dem elften Sieg im 13. Saisonspiel die Tabellenführung untermauerte und weiter Kurs Richtung Landesliga fährt, ist Aufsteiger HSB im Kampf um den Klassenerhalt noch nicht alle Sorgen los.

Die Tabelle gibt allerdings nach wie vor ein schiefes Bild ab. Während einige Teams schon 14 Spiele absolvierten, sind andere erst bei 11 Begegnungen angekommen. Obwohl auch schon Rückrundenspiele bestritten wurden, handelte es sich beim Derby am Samstag noch um eine Vorrundenpartie. Das Rückspiel in Schnaitheim steigt schon in wenigen Wochen – am 21. Februar.

HSB – TSG Schnaitheim 25:30 (13:13)
HSB: Bosch, Kost; Halsner (4), Sabouni, Valeczky (2), S. Somogyi (2/2), Tim Baur II (4), Stegmeier (4), B. Somogyi (1), C. Hug, Biebl (5), Wieland, Uhl (2), Fres (1)
TSG: Schaller, Kurz; Ruoff (5/1), Dandl (1), Bayer (2), Gruschka (2), Sturm (9/3), Montag (1), Aeugle (8), Braumann, Racs, Fischer (2), Riehl
Siebenmeter: HSB: 3, davon zwei verwandelt – TSG: 4, alle verwandelt
Zeitstrafen: HSB 5 (Sabouni 2×, Uhl, Wieland, Fres – TSG 2 (Aeugle, Ruoff)
Zuschauer: 1000
Schiedsrichter: Bächle und Reichle (SG Lenningen)