Ein positiver Corona-Test von Nationaltorhüter Johannes Bitter vom Bundesligisten TVB Stuttgart vergrößert die Sorgen im deutschen Handball und wirkt sich möglicherweise auf den Bundesliga-Spielplan aus.

Schiller und Heymann in einem Auto mit infiziertem Johannes Bitter

Die Handball-Bundesliga (HBL) wird nach Bitters positivem Test eventuell das für diesen Donnerstag geplante Spiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen verlegen, wie HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach dpa-Informationen waren die beiden Göppinger Nationalspieler Marcel Schiller (rechts) und Sebastian Heymann nach der Rückkehr aus Estland gemeinsam mit Bitter im Auto nach Baden-Württemberg zurückgekehrt.
Die beiden Frisch-Auf-Profis befinden sich ebenso wie Bitter in Quarantäne, ihre Testergebnisse lagen zunächst nicht vor. Auch ob vielleicht sogar mehrere Begegnungen verlegt werden, stand noch nicht fest. „Das weitere Vorgehen wird von den Gesundheitsämtern abhängen“, sagte Bohmann.

Ligaverband und Vereine machen sich Sorgen

Damit bestätigen sich schon jetzt die Sorgen, die der Ligaverband und einige Vereine bereits vor der Länderspielpause geäußert hatten. „Das Zusammenkommen mit Spielern aus anderen Vereinen und die Spiele gegen andere Nationalmannschaften, bei denen es genauso ist“ würden ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bedeuten, erklärte Bohmann am Dienstag. Der ohnehin extrem eng getaktete Handball-Kalender könnte durch weitere positive Fälle durcheinandergewirbelt werden.
Wo und wie Bitter sich mit dem Virus angesteckt haben könnte, wusste der Routinier selbst nicht. „Für mich ist unerklärlich, was Ursache der Infektion ist“, sagte er. „Wir Nationalspieler haben uns während des gesamten Lehrgangs sehr sicher gefühlt. Die Abläufe waren sehr gut und professionell.“
An diesem Mittwoch will die HBL darüber beraten, wie es weitergeht. Nils Bastek, dpa