HBW Handball-Bundesliga: 23:23-Unentschieden im Kellerduell gegen Aufsteiger GWD Minden

Der Balinger Handball-Bundesligist wartet weiter auf den ersten Sieg in der Punkterunde. In einer umkämpften Partie kamen die „Gallier von der Alb“ am Sonntagnachmittag nicht über ein 23:23 gegen Aufsteiger GWD Minden hinaus. Markus Stegefelt (Foto links) und Martin Strobel (Foto rechts, oben) verschafften den Schwaben in der Schlussphase leichte Vorteile, doch es reichte nicht.
Der Balinger Handball-Bundesligist wartet weiter auf den ersten Sieg in der Punkterunde. In einer umkämpften Partie kamen die „Gallier von der Alb“ am Sonntagnachmittag nicht über ein 23:23 gegen Aufsteiger GWD Minden hinaus. Markus Stegefelt (Foto links) und Martin Strobel (Foto rechts, oben) verschafften den Schwaben in der Schlussphase leichte Vorteile, doch es reichte nicht. © Foto: Moschkon
MARCUS ARNDT 19.09.2016
Es hat für den Balinger Handball-Bundesligisten wieder nicht gereicht. Gegen GWD Minden kamen die Schwaben über ein 23:23 (12:12) am Sonntagnachmittag nicht hinaus. Zu wenig im Abstiegskampf.

„Wir dürfen nicht nur darüber reden, sondern müssen Leistung auf der Platte bringen“, hatte Runar Sigtryggsson vor dem richtungsweisenden Kellerduell gegen Aufsteiger Minden von seiner Mannschaft gefordert. Gegenüber der Heimpleite gegen die HSG Wetzlar änderte der HBW-Coach die Startsieben auf zwei Positionen: Markus Stegefelt und Yves Kunkel begannen auf der linken Seite. Die Umstellungen zeigten Wirkung – und erstmals in dieser noch jungen Punkterunde lagen die Schwaben vorne. Die Führung konservierte der Fusionsklub zunächst, obwohl Keeper Peter Johannesson in den Anfangsminuten kaum einen Ball zu fassen bekam.

Auf der Gegenseite verwertete Christoph Foth einen Abpraller ganz stark zum 4:3 (6. Minute). Und Balingen-Weilstetten machte weiter Tempo, überzeugte auch spielerisch. Ein gehaltener Siebenmeter des Schweden (6. Minute gegen Svitlica, Anm. d. Red.) sorgte schließlich für die Initialzündung der Gastgeber, die fünf Minuten ohne Gegentor blieben. 6:3 lag der HBW vorne, machte in Überzahl aber viele einfache Fehler und Minden zog mit einem 3:0-Lauf gleich (6:6/13.). Die Weserstädter nutzten das Momentum, legten nun vor: beim 6:7 (15.). Sigtryggsson reagierte, brachte mit Pascal Hens einen ganz erfahrenen Mann. Das zeigte aber keine Wirkung. Der Weltmeister von 2007, welcher angeschlagen war, zog die nächste Fahrkarte und die Weserstädter führten knapp (8:9/20.).

Es blieb auch in der Folge eine ganz intensive Auseinandersetzung – mit leichten Vorteilen für den HBW, der nun wieder präsenter auf der Platte war. Doch gegen die unbequeme 6:0-Abwehr der Grün-Weißen suchte das Team um den Olympia-Dritten Martin Strobel zu früh den Abschluss und scheiterte. Sigtryggsson sah Gesprächsbedarf, zückte die Grüne Karte. Sein Gegenüber Frank Carstens stellte allerdings die „Gallier von der Alb“ immer wieder vor neue Aufgaben – und nur ganz selten fanden diese Lösungen. So schaffte GWD abermals den Ausgleich. Moritz Schäpsmeier gelang in Unterzahl der finale Treffer in Durchgang eins zum 12:12.

Der Bergemann-Nachfolger reagierte, stellte die Defensive auf 5:1. Zumindest die Abwehr funktionierte nun besser, während die Offensive weiter ganz blass blieb. Als Jannik Hausmann die nächste Zeitstrafe kassierte, erarbeitete sich Minden den nächsten knappen Vorteil (12:13/33.). Gerrie Eijlers fischte sich eine Freie von Lars Friedrich und es wurde ganz leise in der „Hölle Süd“. Tomas Mrkva hielt den HBW mit seinen Paraden weiter im Spiel, doch es blieb eine ganz enge Kiste. Einen klasse Pass des Tschechen veredelte Tim Nothdurft mit 18:16 (44.). GWD ließ jedoch nicht locker, zog erneut gleich (18:18/47.).

Nun waren Nerven gefragt – gegen eine Mannschaft aus Minden, die mit sehr harten Bandagen verteidigte. Stegefelt und Strobel verschafften dem HBW wieder ein kleines Polster – und nach dem 20:18 (49.) sah Carstens dringend Gesprächsbedarf. Erfolgreich justierte der GWD-Kommandogeber nach, ließ mannbezogen gegen Strobel verteidigen. „Das haben wir nicht gut gelöst“, monierte Sig-tryggsson, „obwohl die Räume da waren.“ Der Balinger Kapitän stellte nichtsdestotrotz den 21:22-Anschluss her. Crunchtime in der SparkassenArena! 22:22 durch Stegefelt und noch knapp drei Minuten waren zu absolvieren.

Mrkva holte sich den nächsten Strafwurf und Kunkel die Führung zurück (23:22/59.). Doch es reichte wieder nicht für den Aufsteiger von 2006 – Minden egalisierte erneut zum 23:23. Dabei blieb es. „Beide Mannschaften wussten, dass viel auf dem Spiel steht“, erklärte Matthias Flohr, „da sind ein paar Nervositäten ganz normal. Aber wir haben den Kampf angenommen und hatten ja bis kurz vor Schluss eigentlich zwei Punkte auf dem Konto. Am Ende hatte Minden dann einfach auch etwas Glück. Trotzdem war es ein Schritt nach vorne.“ Bereits am Mittwoch sind die „Gallier von der Alb“ erneut gefordert: im württembergischen Derby bei Frisch Auf Göppingen.

 

HBW Balingen-Weilstetten – GWD Minden: Teams & Tore

HBW Balingen-Weilstet-ten: Mrkva (30. – 60., 11 Gegentore/7 Paraden), Johannesson (1. – 30., 12/5); Strobel (6), Kunkel (6/2), Stegefelt (3), Friedrich (2), Nothdurft (2), Krieg (1), Hausmann (1), Foth (1), Ilitsch (1), Flohr, Dominikovic, Hens.

GWD Minden: Eijlers (28. – 58. und bei einem Siebenmeter, 11 Gegentore/5 Paraden), Hansen (1. – 28. und ab 58., 12/4); Rambo (6), Freimann (4), Svitlica (4), Schäpsmeier (3), C. Sjö-strand (2), Michalczik (2), Larsson (1), Südmeier (1), Doder, Freitag, Jernemyr, Kozlina, Korte.

Schiedsrichter: Immel/ Klein (Tönisvorst/Ratingen).

Zuschauer: 2165.

Spielfilm: 3:2 (4.), 6:3, 6:7, 8:8 (17.), 8:9, 10:10, 12:11 (28.), 12:12 – 13:13 (36.), 15:15, 18:16, 18:18 (47.), 19:18, 20:20, 21:22 (54.), 23:23.

Zeitstrafen: 4:10 Minuten (Hausmann/2 – Kozlina/2, Michalczik, Jernemyr, C. Sjöstrand).

Siebenmeter: 2/2:3/0 (Johannesson hält gegen Svitlica/6., Mrkva hält gegen Svitlica/35. und C. Sjöstrand/ 58.).

Nächstes Spiel: Frisch Auf Göppingen – HBW Balingen-Weilstetten (21. September, 20.15 Uhr, EWS-Arena).