Der lautstarke Applaus der japanischen Fans zauberte den deutschen Handball-Frauen nach dem Traumstart in die Weltmeisterschaft ein Lächeln ins Gesicht.

Mit dem 34:8 (16:4)-Kantersieg gegen Australien veredelte die DHB-Auswahl am Sonntag in Yamaga den 30:24-Auftakterfolg gegen Brasilien und verschaffte sich mit 4:0 Punkten eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Einzug in die Hauptrunde. Bundestrainer Henk Groener ließ vor dem ersten WM-Ruhetag, in den seine Schützlinge als Tabellenführer der Gruppe B gehen, dennoch keine Euphorie aufkommen und richtete den Blick umgehend nach vorn: „Das Selbstvertrauen ist da, aber jetzt kommen nur noch Endspiele.“

Mit dem Pflichtsieg gegen Australien wollte sich der Niederländer nicht lange aufhalten. „Es war klar, dass wir gewinnen würden“, sagte der 59-Jährige. Dennoch nahm er einige wichtige Erkenntnisse mit in die entscheidenden Vorrundenspiele gegen Dänemark, Welt- und Europameister Frankreich sowie Südkorea. „Sehr zufrieden war ich mit der Abwehr, da haben wir sehr fokussiert gearbeitet. Acht Gegentore sind wirklich sehr wenig“, stellte Groener fest. „Das Tempospiel nach vorne war auch gut, aber die Chancenverwertung ist verbesserungswürdig.“

Beste Werferinnen für den EM-Zehnten waren Antje Lauenroth mit sechs Toren sowie Jenny Behrend und Ina Großmann mit jeweils fünf Treffern. „Ich bin stolz und froh, dass wir das über 60 Minuten so konsequent gelöst haben“, lobte Russland-Legionärin Julia Behnke die Teamleistung gegen die bestenfalls drittklassigen Australierinnen. Ähnlich sah es Groener: „Klarer Sieg, keine Verletzten - insgesamt bin ich zufrieden.“

Das galt umso mehr für den Auftaktsieg gegen Brasilien, der in dieser Höhe unerwartet kam. „Für uns war das eine Drucksituation, um der Hauptrunde ein Stück näherzukommen“, sagte Behnke. Immerhin trotzte der Panamerika-Meister am Sonntag Titelverteidiger Frankreich beim 19:19 einen Punkt ab und machte damit den Turnier-Fehlstart des großen Gold-Favoriten, der am Vortag gegen Südkorea mit 27:29 verlor, perfekt. Der Asienmeister trennte sich am 2. Spieltag von Dänemark 26:26, so dass die DHB-Auswahl als einziges Team in der Gruppe B noch ohne Verlustpunkt dasteht.

Matchwinnerin im Duell mit Brasilien war Torfrau Dinah Eckerle, die 17 Würfe, darunter drei Siebenmeter, parierte. „So einen klaren Sieg hatte keiner auf dem Zettel“, sagte die 24-Jährige vom deutschen Meister SG BBM Bietigheim. „Dinah war ein super Rückhalt“, lobte Rückraumspielerin Alicia Stolle. Die Torhüterin gab das Kompliment umgehend zurück: „Es ist natürlich schön, dass es bei mir so geklappt hat. Die Abwehr hat mich dabei aber auch unterstützt.“

In den Däninnen wartet am 3. Dezember aber noch mal ein anderes Kaliber. „Die haben richtig gute Spielerinnen und sind international schon immer oben dabei. Da wird es wieder auf eine stabile Deckung ankommen“, sagte Kreisläuferin Behnke. Mit ihren Teamkolleginnen hofft sie dann erneut auf die Unterstützung von den Rängen: „Es ist eine richtig coole Stimmung. Die Fans können schon die deutsche Nationalhymne. Das macht richtig viel Spaß.“

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