Bundesliga Frisch Auf gegen TV Hüttenberg in der Pflicht

Im Hinspiel beim TV Hüttenberg war Tomas Urban mit sechs Treffern bester Göppinger Torschütze. Heute im Rückspiel kann der Slowake nach überstandener Verletzung sein Torkonto weiter ausbauen.
Im Hinspiel beim TV Hüttenberg war Tomas Urban mit sechs Treffern bester Göppinger Torschütze. Heute im Rückspiel kann der Slowake nach überstandener Verletzung sein Torkonto weiter ausbauen. © Foto: Eibner
WOLFGANG KARCZEWSKI 27.12.2017
Die Heimbilanz der Frisch-Auf-Profis ist dürftig. Am Mittwochabend soll sie gegen den Aufsteiger aufpoliert werden.

Ausgiebig Zeit, mit ihren Angehörigen Weih­nachten zu feiern, hatten die ­Spieler des Hand­ball-Bundes­ligisten Frisch Auf Göppingen nicht, denn nach dem ­trainingsfreien Heiligabend bat Trainer Rolf Brack seine Mannen bereits am Abend des ersten Weihnachts­feiertags wieder zu einer Übungseinheit. Kein Wunder, steht doch schon am Mittwoch um 19 Uhr in der EWS-Arena das Bun­des­ligaspiel gegen Aufsteiger TV Hüttenberg auf dem Programm.

An das Hinspiel am 1. Oktober hat Brack keine guten Erinnerungen. In seinem ersten Spiel als neuer Coach der Grün-Weißen verspielten die Göppinger bei Aufsteiger TV Hüttenberg in der Gießener Sporthalle Ost in den Schlusssekunden den möglichen Sieg und mussten sich mit einem 28:28 zufrieden geben. Im Rückspiel sollen jedoch zwei Zähler her. Mit einem Erfolgserlebnis wollen die Göppinger Profis ihren Fans ein verspätetes Weihnachtsgeschenk machen.

„Wir sind in der Pflicht, keine Frage“, sagt Linksaußen Marcel Schiller angesichts der miserablen Heimbilanz von nur zwei Heimsiegen in neun Spielen. Das sieht auch sein Trainer so, auch wenn er vor dem Vorletzten der Bundesliga warnt. „Das ist eine sehr unangenehme Mannschaft, die immer an die Grenze zum Zeitspiel geht“, erklärt Brack und gibt auch gleich die passende Marschroute aus: „Wir müssen das gefällige Passspiel der Hüttenberger mit Stoppfouls stören und versuchen, nicht anderthalb Minuten lang in der Deckung zu spielen.“

Der Göppinger Übungsleiter charakterisierte den Gegner als „No-Name-Truppe, die kämpferisch in der Lage ist, jeder Mannschaft Probleme zu be­reiten“. Als herausragende Ak­teure hat der 64-Jährige die beiden Spielmacher – All-Star-Teilnehmer Dominik Mappes und den 35-jährigen Tschechen Tomas ­Sklenak, der in Hüttenberg seinen zweiten Frühling erlebt – sowie den Rückraumrechten Vladan ­Lipovina aus Montenegro aus­gemacht.

Akribisch hat sich der Frisch-Auf-Trainer auf die offensive 3:2:1-Abwehr des TV Hüttenberg vorbereitet und festgestellt, dass sein Team über genügend spielerische Möglichkeiten verfügt, um diesen unangenehmen Defensivverbund auszuspielen. „Wir dürfen nur nicht aus zehn Metern blind aufs Tor ballern, wie es andere Teams gegen diese Abwehr gemacht haben“, fordert Brack.

Bei seinem Vorhaben, den dritten Heimsieg sicherzustellen, muss Brack wohl erneut auf Kapitän Zarko Sesum verzichten, der seine Adduktorenzerrung noch nicht ganz auskuriert hat. Der Serbe wird auf jeden Fall nicht in der Anfangssieben stehen, kündigte sein Coach an. Auch hinter dem Einsatz von Rechtsaußen Alexander Trost steht ein Fragezeichen. Der Oldie laboriert an einer Muskelverhärtung im Oberschenkel. Auf der anderen Seite kann Brack am Mittwoch wieder auf die Dienste von Trosts Pendant Tomas Urban zurückgreifen, der seine Verletzung auskuriert hat. Der slowakische Nationalspieler hatte sich Anfang November beim 28:28 bei der TSV Hannover/Burgdorf die Mittelhand gebrochen.

Nach der klaren 22:29-Heimniederlage gegen den THW Kiel drei Tage vor Weihnachten hatte Frisch-Auf-Kreisläufer Kresimir Kozina seine Mitspieler dazu aufgefordert, an den Feiertagen nicht zu viel zu essen und zu trinken, damit sie gegen Hüttenberg auch noch laufen können. Am Mittwochabend ab 19 Uhr wird man in der EWS-Arena sehen, ob sich seine Mannschaftskameraden an Kozinas Vorgaben gehalten haben.