Göppingen Glandorf fertigt Göppingen ab

Linkshänder Holger Glandorf, bekannt für seine außergewöhnliche Wurftechnik, ließ Göppingen keine Chance. Foto: dpa
Linkshänder Holger Glandorf, bekannt für seine außergewöhnliche Wurftechnik, ließ Göppingen keine Chance. Foto: dpa
DPA/EB 17.12.2012
Der Flensburger Holger Glandorf, umstrittener Handballer mit Nationalmannschafts-Auszeit, fertigte Frisch Auf Göppingen fast im Alleingang ab.

Der WM-Absage ließ Holger Glandorf eine Gala in der Handball-Bundesliga folgen. Mit zehn Toren glänzte der Rückraumspieler beim 29:25 (18:12)-Sieg seiner SG Flensburg/Handewitt gegen Frisch Auf Göppingen. Damit stellte der 29-jährige Linkshänder sogar seinen Teamkollegen Anders Eggert (7/2), immerhin zweitbester Torschütze der Liga, in den Schatten. "Gegen ihn haben wir kein Mittel gefunden", lobte Göppingens Trainer Velimir Petkovic den überragenden Glandorf. Acht Tore allein in der ersten Halbzeit bewiesen, wie wertvoll der Weltmeister von 2007 für seinen Arbeitgeber ist - und es auch für die Nationalmannschaft sein könnte. Doch zumindest bis Februar wird Glandorf nicht mehr für die deutsche Auswahl auflaufen (wir berichteten). Denn noch immer beklagt Glandorf gesundheitliche Probleme als Folge einer bakteriellen Infektion an der Achillessehne. Er musste drei Operationen über sich ergehen lassen, seine Karriere als Handballer stand infrage. Bundestrainer Martin Heuberger hatte nach erfolglosen Überredungsversuchen enttäuscht auf die WM-Absage reagiert und Glandorf fehlende Einstellung zur Auswahl vorgeworfen. "Auch habe ich bei Holger leider das nötige Feuer für die Nationalmannschaft vermisst", beklagte Heuberger. Damit löste der Schutterwälder Empörung in Flensburg aus. "Ich finde es sehr bedauerlich, dass man einem so engagierten und langjährigen Nationalspieler, der immer mit höchstem Einsatz - auch in der Nationalmannschaft - spielte, unterstellt, er habe kein Feuer mehr für die Nationalmannschaft", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke und griff den DHB an: "Kein Wort des Bedauerns oder Angebote zur Unterstützung seitens des DHB - gerade in der Zeit als ein Karriere-Ende drohte - sind bis heute erfolgt." Ein Ende der Kontroverse scheint nicht in Sicht.

Auch im zweiten Spiel innerhalb weniger Tage musste sich derweil der HBW Balingen/Weilstetten der MT Melsungen geschlagen geben. Während die Schwaben zuvor mit einer 27:23-Niederlage im Pokal die Segel streichen mussten, reichte es am Samstagabend nicht zur Revanche (29:31).