Handball Gefahr aus dem Rückraum

Rückraumschütze Sebastian Heymann (links), hier im Bild mit seinem Trainer Hartmut Mayerhoffer, ­wurde bei Frisch Auf zuletzt schmerzlich vermisst. Ob er heute spielen kann, ist fraglich.
Rückraumschütze Sebastian Heymann (links), hier im Bild mit seinem Trainer Hartmut Mayerhoffer, ­wurde bei Frisch Auf zuletzt schmerzlich vermisst. Ob er heute spielen kann, ist fraglich. © Foto: Marco Wolf
Göppingen / Wolfgang Karczewski 14.02.2019

In einem sind sich Spieler und Funktionäre von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen vor der heutigen Heimpartie gegen den SC DHfK Leipzig einig: Die Gäste aus Sachsen gehören auf Grund ihrer Kaderzusammensetzung trotz ihres 15. Platzes nicht in den Tabellenkeller. „Das ist keine Mannschaft, die auch nur annähernd etwas mit dem Abstieg zu tun haben wird“, ist Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer überzeugt.

Auch der Sportliche Leiter Christian Schöne rüttelt sein Team, das als Siebter mit 22:18 Punkten zehn Zähler Vorsprung auf die Leipziger hat (12:28), wach. „Diese Mannschaft muss man ernst nehmen. Wir müssen sicher spielen, den Ball laufen lassen und wenig technische Fehler machen“, gibt der ehemalige Kapitän die Marschrichtung vor.

Großen Respekt hat Coach Mayerhoffer vor dem wurfgewaltigen Rückraum um WM-Teilnehmer Franz Semper (rechts) und Philipp Weber (links). „Wir müssen die Wege der beiden eindämmen“, fordert er von seinen Mannen. Semper und Weber zählen zu den besten Torschützen der Liga. Weber rangiert mit 107/23 Treffern auf Rang sechs, Semper (93) auf Platz zehn. Zudem ist Semper hinter Matthias Musche (SC Magdeburg/105) und dem Gummersbacher Pouya Nezhad (96) gemeinsam mit Nationalspieler Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar-Löwen drittbester Feldtorschütze der Liga.

Sowohl die Göppinger als auch die Leipziger zeigten in ihrem jeweils jüngsten Spiel phasenweise gute Leistungen: Die Sachsen kommen mit der Empfehlung eines 24:15-Sieges am Sonntag bei Aufsteiger SG BBM Bietigheim in die EWS-Arena. Frisch Auf verlor zwar gegen Rekordmeister THW Kiel mit 25:29, konnte jedoch in den zweiten 30 Minuten mit dem Spitzenteam mithalten.

„Wir wollen dort weitermachen, wo wir gegen Kiel aufgehört haben“, erklärt Frisch-Auf-Trainer Mayerhoffer. Im Hinspiel kassierten die Göppinger trotz ansprechender Leistung eine 25:29-Niederlage. Es war damals im Göppinger Horror-Herbst die fünfte Pleite hintereinander. Auch in der vergangenen Saison tat sich Frisch Auf gegen den SC DHfK schwer und kam in eigener Halle nur zu einem 20:20.

Heute will es die Mannschaft um Kapitän Tim Kneule besser machen und die Heimbilanz (sechs Siege, drei Niederlagen) aufpolieren. Ob Linkshänder und Glücksbringer Nemanja Zelenovic – mit ihm auf der Platte holte der Klub 22:4 Punkte, ohne ihn keinen – und Rückraumschütze Sebastian Heymann wieder an Bord sein werden, entscheidet sich erst kurz vor Spielbeginn. Auf Leipziger Seite fehlt der österreichische Linksaußen Raul Santos, der wegen eines Meniskusschadens am Dienstag am Knie operiert wurde.

Info Für die Partie sind noch 500 Sitzplatzkarten verfügbar. Aus organisatorischen Gründen entfällt der Busshuttle von der Oede.

Erinnerung an erste Deutsche Meisterschaft

Wenn Frisch Auf Göppingen heute Abend gegen den SC DHfK Leipzig antritt, geschieht das an einem historischen Datum: Am 14. Februar 1954, also vor genau 65 Jahren, wurde Frisch Auf zum ersten Mal Deutscher Meister. Beim Endspiel in Krefeld wurde der hohe Favorit Polizei-SV Hamburg mit 10:7 (4:3) besiegt. Damit begann die große Ära von Frisch Auf.

Die erste Göppinger Meistermannschaft bildeten Werner Bosch, Anton Burkhardtsmaier, Rudolf Herzer, Horst Jetter, Bernhard Kempa, Joachim Pohl, Horst Singer, Heinz Stellwag, Edwin Vollmer, Frieder Weiß und Erhard Wohletz. Sechs dieser Männer des ersten großen Erfolges sind seither gestorben, Ehrengäste beim heutigen Bundesligaspiel sind die damaligen Deutschen Meister Bosch, Jetter, Singer, Stellwag und Vollmer. Pr.

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