Göppingen Geduldsspiel für Frisch Auf: 33:28 gegen Lemgo

HARALD BETZ 03.09.2012
Noch greifen die Rädchen im Frisch-Auf-Spiel nicht richtig ineinander, am Ende aber reichte es für einen 33:28 (17:16)-Sieg über den TBV Lemgo. Dementsprechend froh war anschließend das Göppinger Lager.

Wie sehr Trainer Velimir Petkovic der Auftritt seiner Mannen mitgenommen hatte, war den Ausführungen des erfahrenen Übungsleiters nach dem Abpfiff schnell zu entnehmen. "Ich will nicht mit 16 Gegentoren in die Halbzeit gehen und zittern, das passt nicht zur Marke Frisch Auf", ereiferte sich der 56-Jährige über den schwachen Auftritt seiner Abwehr, "wir werden weiter jeden Tag die Deckung üben, bis alle kapiert haben, dass Handball in der Bundesliga über die Deckung funktioniert." Das saß - wie die Nadelstiche der Lemgoer Offensive vorrangig im ersten Abschnitt. Weder der Mittelblock mit dem genesenen Pavel Horak und Neuzugang Bojan Beljanski zu Beginn der Begegnung der beiden Verlierer vom ersten Spieltag noch alle folgenden grün-weißen Duette im zentralen Abwehrbereich konnten letztlich überzeugen, wenn auch im zweiten Spielabschnitt manches etwas besser aussah.

"In der Abwehr hat es nicht so gepasst, wie wir uns das vorgestellt haben", gestand auch Manuel Späth, in der Vergangenheit einer der Mittelblock-Partner des jetzt vermissten Abwehrchefs Dalibor Anusic, "im Mittelblock suchen wir noch, aber nach der Pause haben wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht." Trotz der Abwehrdiskussionen zu Rundenbeginn gab es am Ende für die Frisch-Auf-Fans im zweiten Heimspiel hintereinander den ersten Saisonsieg zu feiern - 24 Tore aus dem Rückraum ebneten den Weg. "Ich bin sehr, sehr froh. Es war ein sehr schweres Spiel und ein sehr wichtiger Sieg für unser Selbstvertrauen", verriet Pavel Horak nach der 60-minütigen Anstrengung. Elf Würfe brachte der tschechische Nationalspieler, vor Wochenfrist gegen die Rhein-Neckar-Löwen noch angeschlagen, im Lemgoer Tor unter, auf der rechten Rückraumseite traf Bundesliga-Neuling Zarko Markovic bei allerdings insgesamt zu vielen Versuchen sieben Mal, dazu kamen drei Siebenmeter.

Dass Frisch Auf nach seiner Auftaktniederlage unter Druck stand, war beim nervösen Start der Petkovic-Schützlinge schnell erkennbar. Wenige spielerische Elemente, stattdessen zum Teil unglückliche Einzelaktionen prägten die Anfangsminuten. Beim 6:9-Rückstand wirkte der FA-Coach wild gestikulierend auf seine Spieler ein, die nun mit Regisseur Rnic mehr Bewegung zeigten. Aus der 11:10-Führung nach 20 Minuten wurde schließlich ein 17:16 zur Pause.

Nach Wiederanpfiff traf Späth sofort vom Kreis, nachdem Beljanski an gleicher Position im ersten Durchgang nicht zum Zug gekommen war. Frisch Auf behauptete meist eine knappe Führung, um in den Schlussminuten gegen die Personal-knappen Ostwestfalen, die ohne Strobel und Johansson aufliefen, doch noch durchzustarten.

"Wir haben bis zu unserer 24:25-Führung gut mitgehalten", hatte nicht zuletzt Gästetrainer Dirk Beuchler erkannt, dann aber drehten Horak und Co. das Resultat in einen Göppinger 27:25-Vorsprung (52. Minute). Frisch Auf nutzte nun Lemgoer Konzentrationsschwächen und setzte sich bis zum Schluss auf einen täuschend deutlichen 33:28-Erfolg ab. Auf der Ehrenrunde war die Erleichterung bei Spielern wie Zuschauern gleichermaßen spürbar. "Jetzt müssen wir erstmal tief durchatmen", hielt Frisch-Auf-Manager Gerd Hofele stellvertretend fest.

SO SPIELTEN SIE

FA Göppingen: Mrkva (ab 37.), Rutschmann; Kneule (1), Oprea (2), Schöne (2), Späth (2), Beljanski, Lobedank, Markez (n.e.), Haaß, Rnic (5), Schubert (n.e.), Horak (11), Markovic (10/3).

TBV Lemgo: Lichtlein, Dresrüsse (n.e.); Preiß (4), Bechtloff (3), Kehrmann (1), Hermann (6), Pekeler (2), Schneider (6/2), Lemke (3), Dietrich (3), Haenen.

SR: Damian/Wenz (Bingen/Mainz).

Zeitstrafen: 4:8 Minuten.

Zuschauer: 4300.