Gummersbach Gast aus Gummersbach versucht Neustart

Trainer Gerd Römer (Mitte) gibt bei der Frisch-Auf-Jugend im Bundesliga-Premierenjahr die Richtung vor.
Trainer Gerd Römer (Mitte) gibt bei der Frisch-Auf-Jugend im Bundesliga-Premierenjahr die Richtung vor. © Foto: Peter Poller
RONALD MAIER 08.09.2012
Der VfL Gummersbach versucht mit der neuen Spielzeit einen Neustart und muss noch ein Jahr bis zur Fertigstellung der neuen Halle überbrücken.

Götz Timmerbeil hatte keine ruhige Sommerpause, zu viele offene Baustellen beschäftigten den Aufsichtsratsvorsitzenden des Altmeisters VfL Gummersbach. Für Timmerbeil keine ungewohnte Situation, bereits in den Vorjahren musste die Führungsriege der Oberbergischen regelmäßig nachsitzen, zuletzt nach dem vorläufigen Lizenzentzug im Frühsommer 2011.

Diesen Sommer beschäftigten den VfL zwei Hauptaufgaben: ein Jahr vor dem Umzug in die neue Halle musste die altehrwürdige Eugen-Haas-Halle doch noch umgebaut werden, zudem musste ein Nachfolger für Geschäftsführer Alex Geerken gefunden werden.

Mit der Konkretisierung der neuen Hallenpläne in Gummersbach hatte man beim VfL Jahr für Jahr eine Ausnahmegenehmigung der Handball-Bundesliga für die alte Halle erhalten. Trotz frühzeitiger und eindeutiger Signale aus der HBL-Zentrale in Dortmund wurde das Thema im Oberbergischen stets vertagt und musste dann auf den letzten Drücker doch noch gelöst werden. Das Spielfeld wurde um sieben Reihen verschoben, so dass nun auf beiden Längsseiten Zuschauer sitzen und die Qualität bei TV-Übertragungen deutlich gesteigert wurde.

Die Aufgabe der Geschäftsführersuche war dagegen hausgemacht. Schon früh hatte der VfL in der vergangenen Spielzeit den Hüttenberger Trainer Jan Gorr verpflichtet, um kurz darauf Cheftrainer Sead Hasanefendic zu beurlauben und übergangsweise Co-Trainer Emir Kurtagic mit der Aufgabe zu betrauen. Der 32-jährige Kurtagic hatte Erfolg, führte den Altmeister ins Europapokalfinale und schaffte am Ende auch den zeitweise fraglichen Klassenerhalt.

In Folge dessen entschied sich der Aufsichtsrat um, mit Kurtagic als Cheftrainer wurde verlängert und plötzlich hatte man für Gorr keine Verwendung mehr. Geschäftsführer Geerken machte die Posse nicht mehr länger mit, offensichtlich fehlte ihm das Vertrauen seines Kontrollgremiums. Geerken legte sein Amt nieder, inzwischen fand er bei der MT Melsungen eine neue Aufgabe.

Auch der VfL Gummersbach wurde zum Saisonstart fündig, fand in Frank Flatten einen Nachfolger für Geerken. Eine bereits vor Amtsantritt höchst umstrittene Lösung, war Flatten doch offenkundig nur zweite Wahl. Flatten ist im Profihandball kein Unbekannter, jahrelang war er für die HSG Düsseldorf verantwortlich, die zuletzt nach gescheiterter Fusion mit dem DHC Rheinland den Weg in die Insolvenz ging. Stets hatte man in Düsseldorf mit finanziellen Engpässen zu kämpfen, die Situation in Gummersbach dürfte Flatten damit bekannt sein.