Sieg Frisch Auf siegt nach Rückstand bei GWD Minden

Der Eindruck täuscht: Frisch Auf - im Bild Manuel Späth - lag beim Auswärtsspiel in Minden zwar nach 40 Minuten am Boden, doch am Ende hatten die Göppinger mit 26:24 die Nase vorn.
Der Eindruck täuscht: Frisch Auf - im Bild Manuel Späth - lag beim Auswärtsspiel in Minden zwar nach 40 Minuten am Boden, doch am Ende hatten die Göppinger mit 26:24 die Nase vorn. © Foto: Eibner
WOLFGANG KARCZEWSKI 09.03.2015
Nach drei Spielen ohne Sieg durfte Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen beim 26:24 in Minden wieder jubeln. Das Team war erleichtert.

Göppingen - Solingen, Solingen - Göppingen, Göppingen - Magdeburg, Magdeburg - Minden, Minden - Göppingen: Stolze 2200 Kilometer legten die Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen in den vergangenen neun Tagen zurück. Nach einem unnötigen  28:28 beim Bergischen HC  und der indiskutablen Leistung bei der 17:32-Pokal-Schlappe beim SC Magdeburg fand die Reise am Samstagabend mit dem hart umkämpften 26:24 (15:15)-Erfolg ein versöhnliches Ende.

Als die Schlusssirene in der mit 2390 Zuschauern gefüllten Mindener Kampa-Halle ertönte, machte sich im Frisch-Auf-Lager Erleichterung breit: "Das war enorm wichtig für uns", sagte Kreisläufer Manuel Späth, "wir wussten, dass es schwierig werden wird und sind deshalb sehr erleichtert, dass wir gewonnen haben."

Göppingens Trainer Magnus Andersson hatte vor der Partie in Ostwestfalen Fracksausen, weil er nicht wusste, wie seine Mannschaft auf den Pokal-K.o. unter der Woche reagieren würde, verriet er nach der Begegnung. "Es war ein enges Spiel, und wir hatten am Ende mehr Glück. Der Sieg ist wichtig für unsere Moral", bemerkte der Schwede.

Doch für die beiden Auswärtspunkte waren nicht das Glück allein, sondern auch der große Kampfgeist und ein in der Schlussphase stark haltender Torhüter Nikola Marinovic verantwortlich. Als die Göppinger nach der über weite Strecken ausgeglichenen Partie plötzlich nach knapp 40 Minuten mit 17:20 in Rückstand lagen und das vierte sieglose Spiel in Folge drohte, drehten die Göppinger mit einer Energieleistung noch einmal mächtig auf. In der 46. Minute schafften sie beim 21:21 durch Regisseur Tim Kneule erstmals in der zweiten Hälfte wieder den Ausgleich. Nach dem 24:24 durch Mindens Kreisläufer Marco Oneto (54.) sorgte der wiedergenesene Linksaußen Marcel Schiller, mit acht Toren bester Frisch-Auf-Schütze, für den 26:24-Endstand.

"Das Spiel ging hin und her, es war eine ausgeglichene Partie mit dem glücklicheren Ende für uns", fasste Kreisläufer Späth die Begegnung zwischen dem Tabellen-16. Minden und dem Fünften Frisch Auf zusammen.

Während Göppingens Coach Andersson "unglaublich glücklich und froh über die zwei Punkte gegen starke Mindener" war, ärgerte sich sein Gegenüber Frank Carstens über die Niederlage. Nach der 20:17-Führung habe niemand mehr gedacht, dass Minden die Partie noch aus der Hand geben würde. "Aber danach waren wir nicht zwingend genug und haben Göppingen das Spiel zurückgegeben", meinte er. Der Mindener Trainer bescheinigte den Gästen eine konzentrierte Leistung. Der Göppinger Sieg sei "absolut nicht unverdient gewesen", resümierte Carstens. Mindens Rückraumspieler Moritz Schäpsmeier bemerkte, dass die Göppinger nicht zu Unrecht auf Platz fünf stehen.

Für die Frisch-Auf-Profis gilt es nun, diesen Rang so lange wie möglich zu verteidigen. Der VfL Gummersbach, am kommenden Sonntag um 15 Uhr nächster Heimgegner der Göppinger, weist derzeit als Siebter einen Rückstand von drei Punkten auf. Bei einem Sieg würde sich Frisch Auf ein kleines Polster auf die Oberbergischen verschaffen.