Handball Frisch Auf lässt Punkt liegen

Der wieselflinke Joscha Ritterbach in der Mindener Abwehrmangel – dem jungen Frisch-Auf-Linksaußen gelangen beim 26:26-Unentschieden dennoch fünf Treffer.
Der wieselflinke Joscha Ritterbach in der Mindener Abwehrmangel – dem jungen Frisch-Auf-Linksaußen gelangen beim 26:26-Unentschieden dennoch fünf Treffer. © Foto: Eibner
HARALD BETZ 15.09.2017
Im dritten Auswärtsspiel in Folge bauten die Göppinger Bundesliga-Profis nach langer Führung ab und gestatteten Gastgeber Minden den 26:26-Ausgleich.

Die Handballer von Frisch Auf Göppingen sind mit bescheidenem Erfolg in die Bundesliga-Saison gestartet: Im dritten Auswärtsspiel in Serie gab es gestern Abend bei GWD Minden nach langer Führung ein schwaches 26:26 (12:16)-Unentschieden, nach dem 32:25-Sieg in Ludwigshafen und der 27:28-Niederlage in Gummersbach bedeutet dies 3:3 Punkte gegen keineswegs starke Kontrahenten vor dem Heimauftakt am kommenden Donnerstag (19 Uhr) in der EWS-Arena gegen den TBV Lemgo.

Wie schon in Gummersbach erwischten die Göppinger auch gegen GWD Minden einen guten Start, das 4:0 nach sechs Minuten zwang GWD-Coach Frank Carstens zur Neujustierung seiner Truppe. Frisch Auf baute im Angriff auf Spielmacher Allan Damgaard, der immer mehr Bindung zu seinen Nebenleuten aufbaut, auf der rechten Seite übernahm Adrian Pfahl nach den Ausfällen von Anton Halén und Marco Rentschler die Außenbahn, Jens Schöngarth hatte den Rückraum-Part. Im Laufe der Partie kristallisierte sich aber heraus, dass der Europapokalsieger dringend einen Rechtsaußen nachverpflichten muss, um mehr Handlungssspielraum auf der rechten Seite zu bekommen.

Dank eines starken Primoz Prost zwischen den Göppinger Pfosten, der sogar in Überzahl mit weiten Würfen zwei Tore erzielte, blieben die Frisch-Auf-Profis spielbestimmend, auch wenn nach der sehr konzentrierten Startphase die Dominanz etwas nachließ. Die Gäste ließen die Mindener zwar herankommen, behaupteten aber die Führung und bauten sie nach dem 7:9 in der 20. Minute bis zum Pausenpfiff wieder auf 16:12 aus.

Als Daniel Fontaine gleich nach Wiederbeginn auf 17:12 erhöhte, sah es nach einem souveränen Gastspiel in Westfalen aus, doch der Vorsprung verleitete die Mannen von Magnus Andersson nun zu lässigen, leichtsinnigen Aktionen, die im 18:18-Ausgleich mündeten. Frisch Auf fehlten zunehmend Spielideen und der Schwung auf dem Parkett. Allein der schnelle Joscha Ritterbach konnte nun überzeugen, insgesamt nur zehn Treffer im zweiten Spielabschnitt gegen berechenbare Hausherren stellen den Göppingern kein gutes Zeugnis aus. Prompt entwickelte sich nach der neuerlichen 23:20-Führung der Mannen um Kapitän Zarko Sesum und dem 23:23-Ausgleich eine unnötig enge Schlussphase in der Kampa-Halle. Statt als erfahrene Mannschaft mit Übersicht zu glänzen, brachten sich die Göppinger mit schwachen Abschlüssen immer wieder um eine bessere Ausgangsposition, beim 24:23 lag in der 53. Minute erstmals und das einzige Mal in den 60 Minuten der Gastgeber vorn. Zwei Ritterbach-Tore drehten die Partie wieder. Damgaard brachte Frisch Auf in der Schlussminute letztmals in Führung, doch das 38-jährige Schlitzohr Dalibor Doder markierte zwei Sekunden vor Schluss den 26:26-Endstand.

Joscha Ritterbach wusste anschließend um das Frisch-Auf-Problem: „Wir hätten einfach unseren Streifen weiterspielen müssen. Aber wir waren passiv in der Abwehr und haben vorn zu viel liegen lassen.“ 

GWD Minden: Christensen, Paske (n.e.); Mansson (1), Rambo, Korte (3), Pusica, Gullerud (5), Michalczik (4), Kister, Svitlica (2), Doder (6), Cederholm (4), Bilbija (1).

FA Göppingen: Prost (2), Rebmann (n.e.); Kneule, Ritterbach (5), Damgaard (2), Heymann (1), Bagersted (1), Sesum (1), Fontaine (2), Schiller (3/3), Pfahl (1), Schöngarth (1), Kozina (7).

SR: Köppl/Regner (Bingen).

Zeitstrafen: 6:2 Minuten.

Zuschauer: 1943.