Neue Runde Frisch-Auf-Handballerinnen stehen vor Hürde

Kritischer Blick: Trainer Aleksandar Knezevic startet mit den Frisch-Auf-Handballerinnen, im Hintergrund Nicole Dinkel, heute bei Meister Thüringer HC in die neue Bundesliga-Saison.
Kritischer Blick: Trainer Aleksandar Knezevic startet mit den Frisch-Auf-Handballerinnen, im Hintergrund Nicole Dinkel, heute bei Meister Thüringer HC in die neue Bundesliga-Saison. © Foto: Eibner
HOLGER RIEGEL 08.09.2012
Vor einer hohen Hürde stehen die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf zu Beginn der neuen Runde. Am Samstag um 18 Uhr treffen die Göppingerinnen mit dem Thüringer HC auf den deutschen Meister.

"Das Auftaktprogramm hätte nicht schlimmer sein können", hadert Aleksandar Knezevic mit dem Spielplan. Denn der Start der Göppinger Handballerinnen in die sechste Erstliga-Saison hat es in sich: Der Meister als erste Station, Vizemeister Buxtehude im ersten Heimspiel und danach zum Pokalsieger aus Oldenburg. Die Gefahr, dass die Grün-Weißen sich zunächst auf den hinteren Tabellenpositionen wiederfinden, ist groß.

Doch alles Hadern bringt nichts, für die Frisch-Auf-Frauen geht es im September darum, in den Rhythmus zu finden und mit mannschaftlich geschlossenen Auftritten das ein oder andere Pünktchen zu ergattern. Dass die Trauben in Thüringen besonders hoch hängen, steht dabei außer Frage. "Der THC ist diese Saison noch stärker als in der Vorsaison", schätzt der FA-Trainer das Team von Herbert Müller ein. Nach der zweiten Meisterschaft in Folge will das Team aus Erfurt nicht nur auf nationaler Ebene mitmischen, sondern auch in der Champions League erfolgreich sein.

Dementsprechend wurde der Kader der Thüringerinnen verstärkt und ist nach der Einschätzung von Coach Müller "noch schwerer ausrechenbar". Prominentester Zugang ist Anja Althaus. Die Kreisläuferin der Nationalmannschaft kehrt nach Jahren in Dänemark in die Bundesliga zurück und besitzt eine gehörige Portion internationale Erfahrung. Gleiches gilt für die serbische Torhüterin Katarina Tomasevic, die slowenische Rückraumspielerin Ana Gros und die dänische Außen Mie Augustensen, allesamt Nationalspielerinnen. Somit hat der ohnehin schon stark besetzte Kader des Meisters trotz einiger Abgänge einen weiteren Schub in Sachen Qualität erfahren. Schließlich sind deutsche Nationalspielerinnen wie Kerstin Wohlbold und Nadja Nadgornaja weiterhin für den THC am Ball. Hinzu kommt das frenetische Publikum in der Salza-Halle.

"Wir bekommen es mit einem Topteam der Liga, das international stark aufgestellt ist, zu tun und das auch noch auswärts", erklärt Aleksandar Knezevic, der dem THC nicht nur am Samstag, sondern auch für die neue Saison die Rolle des Top-Favoriten zuweist. Allerdings werden die Göppingerinnen keineswegs ohne Ambitionen in den Osten reisen. Schließlich präsentierten sich die Grün-Weißen beim Vergleich mit dem Meister im Rahmen der Vorbereitung auf Augenhöhe. Nur mit 30:32 musste man sich beim Turnier in Mörlen geschlagen geben, lag zur Halbzeit gar in Front.

Für Trainer Knezevic ist die Anfangsphase der Samstag-Begegnung ganz wichtig. Bei den Vorbereitungsspielen leistete man sich immer wieder einen zähen Auftakt, dies soll gegen den THC anders werden. "Wir müssen vom Anpfiff weg hellwach sein, ein schwacher Start wird vom THC gnadenlos bestraft", weiß Knezevic und denkt auch an die Vorsaison zurück, als Göppingen ebenfalls in Erfurt startete und den Anfang total verschlief. "Wir müssen mutig spielen, ohne Angst, das ist einer der Schritte, die das Team nun in seiner Entwicklung machen muss", möchte der Frisch-Auf-Coach Fortschritte sehen. Rein personell spricht nichts dagegen, lediglich Alena Vojtiskova geht weiterhin angeschlagen in die Partie, der Rest der Truppe ist aber fit und brennt nach über zwei Monaten Vorbereitung regelrecht darauf, wieder in die Pflicht genommen zu werden.