Göppingen Frisch-Auf-Handballer legen Ladehemmung ab

Göppingen / Wolfgang Karczewski 06.09.2018
Nach dem 21:18 der Göppinger über Berlin folgte am Mittwochabend ein 27:26-Sieg über Hannover-Burgdorf.

Gerade mal 36 Tore warfen die Bundesliga- Handballer von Frisch Auf Göppingen in den ersten beiden Spielen der noch jungen Saison. Gestern Abend platzte der Knoten im Angriffsspiel. Mit einem hauchdünnen 27:26 (18:13)-Erfolg schickten die Göppinger EHF-Pokalteilnehmer TSV Hannover-Burgdorf zurück nach Niedersachsen.

„Es war ein unglaubliches Spiel“, sagte ein zufriedener Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer und musste erst einmal kräftig durchschnaufen: „Wir haben über 40 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte er seine Truppe für den bis dahin couragierten Auftritt. In der 44. Minute führten die Gastgeber mit 24:18, und alles deutete auf einen Heimerfolg hin. Doch dann schlich sich der Schlendrian ins Göppinger Spiel ein. Nach mehreren technischen Fehlern und Fehlversuchen auf Seiten der kräftemäßig nachlassenden Hausherren – Mayerhoffer hatte seinen Leistungsträgern, allen voran Tim Kneule, erst spät eine Pause gegönnt – gelang Hannover innerhalb von acht Minuten der Ausgleich zum 24:24 (53.).

„Normalerweise gewinnst du ein solches Spiel nicht mehr“, sagte der Frisch-Auf-Coach, der erneut auf Rechtsaußen Tim Sörensen verzichten musste. Anstelle des Dänen hatte Mayerhoffer den 18-jährigen Axel Goller vom Drittligisten VfL Pfullingen in den Kader berufen, der sein Bundesliga-Kurzdebüt feierte.

In der Schlussphase sahen die 4100 Fans ein offenes Spiel. In der 58. Minute brachte Rückraumspieler Sebastian Heymann sein Team mit 27:26 in Front. 30 Sekunden vor Schluss hätte Linksaußen Marcel Schiller, mit 9/6 Treffern bester Schütze seines Teams, für die Entscheidung sorgen können, doch er scheiterte an Torwart Urban Lesjak. In der Schlusssekunde kam Hannovers Linksaußen Cristian Ugalde frei zum Wurf, doch die Latte rettete den Göppingern den zweiten Sieg im zweiten Heimspiel.

„Als es eng wurde und unsere Kräfte nachgelassen haben, haben wir die Arschbacken zusammengekniffen und sind weiter bissig geblieben“, erklärte Shooter Heymann. Der 20-Jährige, der in der 14. Minute für den blassen Ivan Sliskovic eingewechselt wurde, erhielt von Coach Mayerhoffer viel Spielzeit und dankte es ihm mit fünf Toren. Allerdings blieb auch er nicht fehlerfrei. Für den Trainer waren die Fans der „alles entscheidende Faktor“. In der Schlussphase peitschten sie die Mannschaft nach vorne und trugen dazu bei, dass der Sieg in Göppingen blieb.

Frisch Auf Göppingen: Rebmann (n.e.), Prost; Kneule (5), Ritterbach (n.e.), Damgaard, Heymann (5), Bagersted, Peric (n.e.), Sliskovic (1), Schiller (9/6), Rentschler (4), Goller, Schöngarth, Zelenovic (1), Kozina (2).

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer, Lesjak (ab 31. Minute); Cehte (2), Patrail (2), Thiele, Pevnov (1), Lehnhoff (2/2), Atman, Böhm (1), Ugalde (2), Krone, Srsen, Olsen, Donker, Brozovic (7/1), Kastening (9).

Schiedsrichter: Hurst/Krag (Nieder-Eschbach/Oberursel).

Zeitstrafen: 8:14 Minuten.

Zuschauer: 4100.

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