Frisch Auf geht auf der Zielgeraden Kraft aus

Die Frisch-Auf-Abwehr, hier Nicole Dinkel (rechts) und Beate Scheffknecht, konnte die Niederlage nicht verhindern. Foto: Archiv/Poller
Die Frisch-Auf-Abwehr, hier Nicole Dinkel (rechts) und Beate Scheffknecht, konnte die Niederlage nicht verhindern. Foto: Archiv/Poller
HOLGER RIEGEL 13.02.2012
Die knapp 1400 Kilometer Fahrt nach Oldenburg und zurück der Göppinger Handballerinnen blieben unbelohnt. Frisch Auf musste sich gestern Nachmittag dem VfL Oldenburg mit 23:30 geschlagen geben.

Den ersten Rückschlag gab es für Aleksandar Knezevic vor dem Anpfiff, denn Linksaußen Maria Kiedrowski musste wegen einer Grippe passen. Somit blieben dem Frisch-Auf-Coach personell nicht viele Optionen und die Kraft sollte im Laufe des Gastspiels in Oldenburg die entscheidende Rolle spielen.

Göppingen erwischte einen guten Start. Durch Treffer von Birute Stellbrink und Alena Vojtiskova lagen die Grün-Weißen nach sechs Minuten 3:0 in Front. Oldenburg fand schnell zurück in die Spur und benötigte nur 80 Sekunden, um auszugleichen. Bis Mitte der ersten Hälfte blieb die Partie ausgeglichen, dann zog der VfL deutlich an und baute die Führung kontinuierlich aus. Beim 14:10 (21.) für die Hausherrinnen schien bereits eine Vorentscheidung gefallen, doch nun zahlte sich die Einwechslung von Ronja Grabowski im Göppinger Gehäuse aus. Die Torfrau musste bis zur Pause keinen Treffer hinnehmen und so gelang der Knezevic-Truppe bis zum Wechsel der 14:14-Ausgleich. Die Grün-Weißen hatten Moral bewiesen, aber in dieser Phase auch schon viel Kraft gelassen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wirkte sich dies noch nicht aus. Zwar legte Oldenburg vor, aber Frisch Auf blieb dem VfL auf den Fersen. Allerdings war das 22:20 von Jenny Karolius (45.) für fast zehn Zeigerumdrehungen das letzte Erfolgserlebnis für Frisch Auf. Diese Phase deckte die die dünne Personaldecke gnadenlos auf. Oft blieben die Würfe der Grün-Weißen in der VfL-Deckung hängen und Oldenburg zog sein gefürchtetes Tempospiel auf. So wuchs der Rückstand für Frisch Auf nahezu minütlich. "Wir haben vorne Fehler gemacht und wurden dafür gnadenlos bestraft", analysierte Alena Vojtiskova nach der Begegnung.

Ein Augenschmaus war in der 55. Minute der sehenswerte Kempa-Treffer von Lois Abbingh, die mit neun Treffern zudem beste Schützin des Spiels war. Doch dieses Tor weckte die Göppingerinnen zumindest wieder etwas auf, auch wenn es nur noch um Ergebniskosmetik ging. In einer technisch eher schwachen Partie traf nun auch Frisch Auf wieder, was aber an der verdienten 23:30-Schlappe nichts änderte.

Diese Begegnung mit dem Ausfall von Maria Kiedrowski machte deutlich, dass Ausfälle von Stammkräften nur schwer, gegen Topteams fast gar nicht zu kompensieren sind. Nicht zufrieden konnte Aleksandar Knezevic zudem mit seiner Defensive sein. Auch die Torhüterinnen, mit Ausnahme der starken Phase von Ronja Grabowski vor der Pause, brachten zu selten Hände an den Ball.

Für die Frisch-Auf-Frauen steht nun ein spielfreies Wochenende auf dem Programm - Zeit, um die leeren Akkus aufzuladen. Dies ist nötig, denn in zwei Wochen wartet die richtungsweisende Partie in Bad Wildungen auf die Grün-Weißen. Mit Blick auf das Saisonziel Play-offs ist es für das Knezevic-Team fast zwingend, bei den "Vipers" mal wieder Zählbares auf eine Heimreise mitzunehmen.

FA Göppingen: Grabowski, Jankovic; Scheffknecht (4), Dolder (1), Stellbrink (7/1), Daniels (1), Weigelt (1), Karolius (3), Dinkel (1), Leppert, Vojtiskova (5).