Bundesliga Frisch-Auf-Frauen: Gutes Fundament

Gehen optimistisch in die neue Bundesligasaison: Spielführerin Karin Weigelt (links) und Stellvertreterin Anja Brugger.
Gehen optimistisch in die neue Bundesligasaison: Spielführerin Karin Weigelt (links) und Stellvertreterin Anja Brugger. © Foto: Staufenpress
Göppingen / HARALD BETZ 12.08.2017

Weihnachten mitten im August. So muss sich Aleksandar Knezevic vorkommen. Schließlich kann sich der Trainer Knezevic über einen erstmals seit Jahren wieder gut bestückten Kader bei den Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen freuen – und sich dafür bei Geschäftsführer Knezevic bedanken, der nach mehreren Runden mit Finanz-Altlasten im Rücken mittlerweile mehr Möglichkeiten besitzt, Spielerinnen an die Fils zu lotsen.

„Wir haben 14 Spielerinnen fest im Kader plus ein Talent, das wir integrieren möchten“, beschreibt Aleksandar Knezevic die personelle Situation mit Blick auf die neue Saison, die am 13. September beim Thüringer HC beginnt und erst am 15. Oktober die eigenen Fans in die EWS-Arena bittet. Davor verhindern der Hallenumbau, ein Pokalwochenende und ein Nationalmannschaftslehrgang eine frühere Heimpremiere. Mitte Oktober bekommt der grün-weiße Anhang dann die um drei Akteurinnen verstärkte Mannschaft auf eigenem Parkett zu sehen. Neben der neuen Spielführerin Karin Weigelt ergänzen Alexandra Sviridenko (aus Berlin) und Lea Schuhknecht (aus Nürtingen) die Erstliga-Truppe, an die Anja Schwenk aus der eigenen Jugend herangeführt werden soll.

Weigelt, die die Positionen rechter Rückraum und Rechtsaußen abdecken kann, ist die Vorfreude auf die Rückkehr ins Frisch-Auf-Team anzumerken. „Es ist nach drei Jahren im Ausland ein bisschen wie Nachhausekommen, wenn man bekannte Gesichter wieder trifft“, erklärt die 120-fache Schweizer Nationalspielerin ihr zweites Engagement unterm Hohenstaufen. Sviridenko (Mitte) und Schuhknecht (linke Seite) unterstützen ebenfalls den Rückraum. „Wir mussten in der Vergangenheit viel in Kleingruppen trainieren, jetzt besitzen wir ganz andere Möglichkeiten“, blickt Coach Knezevic auf die Trainingsgestaltung und sieht dank der dazugewonnenen Defensivstärke auch die Chance, in der Liga statt der bewährten 5:1-Formation nun auch eine 6:0-Abwehr einsetzen zu können.

Ihre Fähigkeiten werden die Frisch-Auf-Frauen in der neuen Saison vorrangig am Samstag um 19 Uhr demonstrieren. Der neue Fernsehvertrag im Männerbereich verhindert künftig Sonntagsspiele, Knezevic sieht darin aber kein Problem: „Der Samstagabend ist ja ein traditioneller Handballtermin in Göppingen, für die Familien beginnen wir aber schon um 19 Uhr.“

Die Ziele sind bereits mit der Mannschaft besprochen. „Wir halten das Erreichen der Top Ten für realistisch“, sagt der Trainer und Manager in Personalunion, die stellvertretende Spielführerin Anja Brugger gesteht: „Es gab innerhalb des Teams lange Diskussionen, auch weiter vorne zu landen, war ein Thema. Wir wollen uns auf jeden Fall steigern, aber zugleich ist die Liga schwer einzuschätzen.“ Im Vorjahr war zunächst der Klassenerhalt vorgegeben, am Ende wurde es der zehnte Rang. Auch Brugger vertraut einem nun breiteren Kader.

Aleksandar Knezevic, weiter auf gutem Weg, die „finanziellen Altlasten“ vollends abzutragen, wird sich dabei mit noch mehr zeitlichem Engagement bei den Frisch-Auf-Frauen einbringen, nachdem er seine Aufgabe als Sportlicher Leiter im Männerbereich an Christian Schöne abgegeben hat. „Wir haben diese Veränderung intern besprochen, ich werde aber auch weiterhin bei den Männern beratend zur Seite stehen“, so der bestens vernetzte Knezevic. Harald Betz