Göppingen Frisch-Auf-Frauen bezwingen Auswärtsfluch

Iris Guberinic (Mitte) war gemeinsam mit Michaela Hrbkova mit jeweils fünf Toren beste Feldtorschützin beim wichtigen Auswärtssieg der Frisch-Auf-Frauen in Celle.
Iris Guberinic (Mitte) war gemeinsam mit Michaela Hrbkova mit jeweils fünf Toren beste Feldtorschützin beim wichtigen Auswärtssieg der Frisch-Auf-Frauen in Celle. © Foto: EIBNER
Göppingen / HOLGER RIEGEL 15.03.2015
Die Bundesliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen haben sich Luft im Abstiegskampf verschafft. Am Samstag landeten sie beim SVG Celle einen 28:23 (14:12)-Erfolg.

Wichtiger Sieg für die Frisch-Auf-Frauen im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga: Gestern Abend schlugen die Göppingerinnen den SVG Celle mit 28:23 und bezwangen damit ihren Auswärtsfluch. Es war der erste Erfolg in fremder Halle in dieser Spielzeit für die Grün-Weißen. Fast zehn Monate mussten die Frisch-Auf-Frauen auf einen doppelten Punktgewinn in der Fremde warten. Ausgerechnet beim direkten Tabellennachbarn beendeten die Göppingerinnen ihre lange Durststrecke mit einem Erfolgserlebnis, das doppelt wert sein dürfte, weil auch der SVG noch gegen den Abstieg spielt.

In der 58. Minute war es Ana Petrinja, die mit dem Treffer zum 26:23 den Sack für die Grün-Weißen endgültig zumachte. Mit ihrem vierten Treffer setzte die Slowenin damit nicht nur das i-Tüpfelchen auf die eigene starke Vorstellung, sondern ersparte ihrem Team auch das Nervenflattern in den Schlussminuten.

Zunächst hatten die Gastgeberinnen den besseren Start in Partie gefunden und legten in der dritten Minute mit 2:0 vor. Doch es sollte die letzte Führung für den SVG Celle bleiben. Mit vier Treffern in Folge hatte nun Frisch Auf die Nase vorne, aber Celle konnte zum 4:4 (11.) ausgleichen. Das Spiel verlief nun bis zum 8:8 in einem beständigen Rhythmus. Göppingen legte vor, der SVG zog nach. Doch dann brachte ein Doppelschlag der Grün-Weißen eine höhere Führung und SVG-Coach Kahle nahm eine Auszeit. Viel brachte die Maßnahme nicht mehr und so ging die Knezevic-Truppe mit einer 14:12-Führung in die Halbzeit.

Wie schon vor Wochenfrist gegen die Füchse Berlin gelang der Auftakt im zweiten Spielabschnitt bestens. Auf eine solide Abwehr aufbauend, zog Göppingen Tor um Tor davon und schien früh für die Vorentscheidung zu sorgen. In der 40. Spielminute war der Vorsprung auf 20:13 angewachsen und pendelte sich in der Folge auf diesem Niveau ein. Auch zehn Minuten vor dem Ende, beim Stand von 18:25, schien eigentlich nur noch die Höhe des Sieges offen, doch nun waren sich die Grün-Weißen zu sicher und der Schlendrian schlich sich ins Spiel ein.

Celle nutzte die letzte Chance auf Zählbares konsequent, und plötzlich war der schöne Vorsprung auf nur noch zwei Törchen geschrumpft. Doch dann kam die 58. Minute, in der sich die Göppinger Spielmacherin ein Herz nahm und den Auswärtssieg endgültig klar machte.

„Die Einstellung war super, der Kampfgeist hervorragend“, freute sich ein erleichterter Aleksandar Knezevic nach dem Erfolg. Ein besonders Lob erntete die Defensive. „Wir haben in der Abwehr ein klasse Spiel gezeigt, egal welche Formation wir gespielt haben, es hat immer gepasst“, sagte der Frisch-Auf-Coach. Mit der fünfminütigen Schwächephase konnte er am Ende gut leben: „Bis auf diese kleine Krise haben wir das Spiel kontrolliert.“

In der Offensive waren die Treffer gut verteilt. Linksaußen Iris Guberinic und Rückraumspielerin Michaela Hrbkova erzielten jeweils fünf Feldtore. Ihre Mannschaftskameradin Nicole Dinkel traf ebenfalls fünf Mal, davon drei Mal von der Siebenmeterlinie.

Mit diesem Erfolg verschafften sich die Grün-Weißen nun etwas Luft im Tabellenkeller und können den Abstand nach unten am 29. März im Heimspiel gegen Bad Wildungen gar noch vergrößern.
 



SO SPIELTEN SIE:

SVG Celle: Kemmer, Arndt; Verschuren, Düvel (1), E. Schulz (5), Smit (1), Robben, Ahrens, Szücs (7/2), Kiedrowski (3), Cardoso de Castro (3), Loest, K. Schulz (1), Büttner (1), Dybul (1).

Frisch Auf Göppingen: Jochims, Herrmann; Hrbkova (5), Guberinic (5), van de Wiel (4), Dinkel (5/3), Ineichen (1), M. Rösler, Krhlikar (4), Petrinja (4).

Schiedsrichter: Dedens/Geckert (Magdeburg).

Zeitstrafen: 2:4 Minuten.