Die Nachricht kam nicht unerwartet: Um die Ausbreitung des Corona­virus zu verlangsamen beziehungsweise einzudämmen, hat das baden-württembergische Gesundheitsministerium an diesem Mittwoch angeordnet, dass alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern entweder abgesagt werden oder ohne Zuschauer stattfinden müssen. Davon sind auch die Heimspiele von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen betroffen.

Frisch-Auf-Heimspiel gegen Melsungen ohne Zuschauer - Auch Absage droht

„Bislang haben wir noch keine offiziellen Informationen“, sagte Frisch-Auf-Geschäftsführer Gerd Hofele am Nachmittag, „aber ich kann mir nicht vorstellen, dass unser Spiel gegen Melsungen am kommenden Donnerstag regulär ausgetragen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine Entscheidung fällt. Es gibt keinen Handlungsspielraum.“ Eine halbe Stunde später war die böse Vermutung des Managers traurige Gewissheit. Die Partie findet – wenn ­überhaupt – ohne Publikum statt.

Hofele wünscht sich, wenn möglich, dass die Heimspiele, die noch vor Ostern stattfinden sollen – am 19. März gegen die MT Melsungen, am 29. März gegen den HC Erlangen und am 9. April gegen die Rhein-Neckar-Löwen – verlegt werden. „Das wäre ein mögliches Szenario“, sagt er. Am Montag findet in Köln eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga (HBL) statt, in der über das weitere Vorgehen gesprochen werden soll. Dort möchte Hofele einen Stufenplan vorstellen. Details wollte er gestern nicht verraten.

Göppingens Manager Gerd Hofele plädiert für einheitliche Lösung

Schon an diesem Freitag werden sich die Mitglieder des HBL-Präsidiums in einer Video-Konferenz austauschen und die Versammlung am Montag vorbereiten. „Wir haben noch verschiedene Hausaufgaben zu erledigen“, erklärt Hofele. Der Frisch-Auf-Geschäftsführer strebt eine ligaweit einheitliche Lösung an. Das wäre wichtig, betont der Manager.

Von Geisterspielen hält Hofele nichts, allerdings seien sie immer noch besser als Absagen. Er plädiert dafür, nicht wie etwa in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die Saison regulär zu Ende zu bringen. Geisterspiele würden die Klubs in der Handball-Bundesliga hart treffen, so Hofele. Zahlen wollte der Frisch-Auf-Geschäftsführer jedoch keine nennen, nur so viel: „Die Zuschauereinnahmen und die Einnahmen aus Sponsorengeldern sind im Handball im Vergleich zum Fußball deutlich wichtiger.“ Während im Profifußball Millionen durch Fernsehgelder verdient werden, liegen die TV-Einnahmen in der Handball-Bundesliga bei unter fünf Prozent, erklärt der Manager. Auf jeden Fall stehe Frisch Auf vor einer „schweren sportlichen und wirtschaftlichen Herausforderung“.

Der Kartenvorverkauf für die restlichen Heimspiele wurde ­ausgesetzt.