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Nachdem fast der komplette Kader der Göppinger Erstliga-Handballerinnen die Verträge verlängerte, muss Aleksandar Knezevic nun zwei Abgänge verkraften. Julia Hegemann und Angela Dolder hören auf.

"Ich bin sehr traurig über diese Entscheidungen, aber man muss realistisch sein, beide Spielerinnen haben wichtige Gründe", erklärt Frisch-Auf-Geschäftsführer und Trainer Aleksandar Knezevic, "beide haben geholfen, dass die Mannschaft und Frisch Auf sich weiterentwickelt haben, sie werden uns nicht nur sportlich, sondern auch menschlich fehlen."

Für Julia Hegemann endet damit im Sommer ein dreijähriges Gastspiel unter dem Hohenstaufen. "Ich bin an dem Punkt, an dem der Körper nicht mehr so will, und ich möchte das Ende gerne selbst bestimmen", erklärt die Torhüterin, die immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat. Zudem wartet auf die 27-Jährige ab Juli eine neue Herausforderung. "Meine Ehefrau Corinna erwartet unser Kind", erzählt Hegemann freudestrahlend. Und so geht es nach der Saison zurück nach Leipzig und anstelle des Handballs wird dann der Nachwuchs im Mittelpunkt stehen. "Ich freue mich total darauf, aber der Abschied tut dennoch sehr weh. Es ist toll, mit so einem Team aufzuhören", sagt die gebürtige Berlinerin. "Es wird ein trauriger Tag, wenn das letzte Spiel ansteht", schaut sie schon auf das Saisonende voraus.

Bei Angela Dolder ist es ebenfalls die Gesundheit, die zum Aufhören zwingt. Die Hüften der Schweizerin zwicken mächtig. Nach der Saison wird operiert und die 29-Jährige fiebert dem Eingriff regelrecht entgegen. "Ich freue mich auf eine schmerzfreie Zeit und darauf, ganz viele neue Sachen ausprobieren zu können", erzählt die Linksaußen der Grün-Weißen. Nach zwei Jahren in Dänemark und zwei Spielzeiten in Göppingen zieht es sie wieder zurück in die Heimat, wenngleich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Das Team, ein toller Job und die Kollegen machen mir den Abschied nicht leicht", ergänzt die sympathische Eidgenössin.

Für Knezevic tun sich durch die Abgänge mindestens zwei Baustellen in der Kaderplanung auf. "Wir sondieren den Markt und halten auf allen Positionen die Augen offen. Noch haben wir keinen richtigen Ersatz gefunden", erklärt Knezevic.